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Weshalb man Melanie Trump in Russland „sehr stark achtet“


Am 30. Januar soll in den Kinos der USA die Premiere des Films „Melania“ stattfinden. Dieser 104 Minuten lange Dokumentarfilm von Brett Ratner ist dem ersten Jahrestag der zweiten Amtseinführung von Donald Trump gewidmet. Melania Trump, die bereits ihre Memoiren zu den Wahlen im Jahr 2024 herausgebracht hatte, macht dem Ehegatten erneut ein Geschenk. Nicht nur, dass sie die Hauptheldin in diesem Streifen ist, sie agierte gleichfalls als Co-Produzentin. Melania hatte die Firma „Muse Production“ gegründet, was viele Beobachter als eine Plattform für eine Karriere von Melania nach der Rolle als First Lady ansehen, die, was nicht ausgeschlossen ist, gern die Tradition vieler einstiger einflussreicher Personen fortsetzen und sich mit der Entwicklung von Media-Projekten befassen würde.

Somit tritt Melania auch in der Rolle einer Business-Woman auf. Schließlich ist sie ja aus der Trump-Familie. Und deren Mitglieder sind in erster Linie Geschäftsleute, die freilich sowohl in der Politik als auch in staatlichen Angelegenheiten schon ordentlich Sporen verdient haben. Überdies sind Memoiren, Hörbücher und Biopics eine sehr profitable Sache, besonders wenn sich alles um den eigenen Namen dreht. In den USA ist dies schon längst Gang und Gebe, selbst Agenturen klopfen im Weihen Haus an und schlagen vor: Schreiben Sie doch für uns Memoiren! Wobei das Übersetzen von gedruckten und Hörbüchern ebenfalls Geld einbringt.

Interessant ist, ob der Film „Melania“ in den russischen Filmverleih kommen wird. Bisher hat keines der Vertriebsunternehmen, mit denen ich mich in Verbindung setzen konnte, Pläne für einen Erwerb dieses Streifens bestätigt. Es sei an der Stelle daran erinnert, dass vor einem Jahr der Film „The Apprentice“ keine Verleihlizenz in Russland bekommen hatte. Dies hing wahrscheinlich auch damit zusammen, dass der Film dem Trump-Team nicht gefallen hatte. Und in ihm gab es viel hinsichtlich für uns fremder Werte.

Dieses Mal ist jedoch der Film unter der Kontrolle von Melania. Und ihr gegenüber gibt es in Russland und in der Landesführung eine gute Haltung. Wie Donald Trump erzählte, hätte ihm Präsident Wladimir Putin gesagt, dass man Melania in Russland „sehr stark achtet“. Etwas später hat der außenpolitische Präsidentenberater Jurij Uschakow nach einem der Telefonate Putins mit Trump mitgeteilt: „Unser Präsident hat die persönlichen Anstrengungen der Gattin des Präsidenten der USA, Melania Trump, hinsichtlich einer Wiedervereinigung russischer und ukrainischer Kinder mit ihren Familien hoch gewürdigt und den Präsidenten der USA gebeten, Melania Trump die besten Wünsche zu übermitteln“.

Ihre Erfolge auf dem Gebiet der humanitären Diplomatie sind im Ergebnis eines offenkundigen Mitmischens in der Realpolitik möglich geworden. Melania war nicht beim Summit der Russischen Föderation und der USA in Anchorage gewesen. Es hatte aber ihren Brief gegeben, der persönlich an Wladimir Putin gerichtet war und das Schicksal von Kindern betraf, die aus der Zone der sogenannten militärischen Sonderoperation herausgebracht wurden.

Bemerkenswert ist, dass es lange vor Melania Trump noch einen sehr wichtigen Brief in der Geschichte einer (anderen) amerikanischen First Lady und unseres Landes gegeben hatte. Nach etwa zwei Wochen nach der Ermordung ihres Ehemanns hatte Jackie (Jacqueline) Kennedy hatte sie einen ihrer letzten Briefe auf einem White-House-Briefbogen geschrieben. Der Empfänger war Nikita Chruschtschow. Jackie hatte sich in der ganzen Zeit der Karibik-Krise neben John F. Kennedy befunden. Dies war eine sehr nervöse Periode. Viele Beamte des Weißen Hauses hatten gedacht, dass ihre Tage gezählt seien. „Sie waren Gegner. Uns vereinte aber die Entschlossenheit keine Situation zuzulassen, in der die Welt explodieren würde. Sie haben sich einander geachtet und konnten miteinander sprechen“, hatte Jackie geschrieben. Und heute sind diese Zeilen wieder aktuell. „Die gewöhnlichen Menschen treibt öfters ein Gefühl von Angst oder Hochmut an, während wichtige Personen in der Lage sind, eine notwendige Selbstkontrolle und Zurückhaltung an den Tag zu legen. Ich hätte es gern, dass in der Zukunft die wichtigen Menschen auch weiterhin gewöhnliche Menschen veranlassen können, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, bevor sie zu kämpfen beginnen“.

Melania hat sich aktiv der Lösung der ausgewählten Aufgabe angenommen und ist sogar vor Medien aufgetreten, wobei sie eine Zwischenbilanz zog und Zahlen dazu anführte, wie viele Familien dank der eingespielten Arbeit ihres Personals und eines Teams des russischen Präsidenten wiedervereint wurden.

In ihren Memoiren gesteht sie ein, dass sie, als sie im Jahr 2017 zur First Lady wurde, sich an Jackie Kennedy orientiert hätte, doch recht schnell begriffen hätte, dass es nicht gelingt, ihr in allem ähnlich zu sein: Die multimediale Ära, die sozialen Netzwerke und Kameras bei jedem Schritt diktieren ihre Regeln, wobei sie fast keine Chancen für Privates lassen. Dennoch kann man viel Gemeinsames in den Handlungen von Jackie und Melania außer Briefe an die Hausherren des Kremls ausmachen.

Zum Beispiel hatte Melania in der ersten Kadenz von Trump die Restaurierung des Weißen Hauses – die umfangreichste seit den Zeiten von Jackie – beaufsichtigt. Und jetzt befasst sie sich weiter mit der Einrichtung eines Ballsaales an Stelle des Östlichen Flügels, des traditionellen Office der First Ladies. Und schließlich hatte Jackie zwei Jahre und zwei Millionen Dollar für die Erneuerung des Weißen Hauses, für ihr persönliches Projekt, aufgewandt. Und dies ist noch nicht alles. Der erste Dokumentarfilm, der einen Emmy erhielt, war die einstündige Fernsehsendung „Führung durch das Weiße Haus“ aus dem Jahr 1962 für zwei amerikanischen TV-Kanäle, bei der Jacqueline Kennedy die Zuschauer durch das renovierte Weiße Haus führte, womit sie zur ersten Hauptheldin des Dokumentarfilms in der Prime Time wurde.

Weitaus später fing man an, Dokumentarfilme über Grace Kelly, Elizabeth Taylor usw. zu drehen. In dieser Logik besteht m. E. auch das Bestreben von Melania, sich in der Filmgeschichte zu verewigen, d. h. das zu tun, was keine andere First Lady in keinem Land der Welt im 21. Jahrhundert noch nicht getan hat. Dies wird sozusagen ein gewisses „Abstecken eines Claims“ in der Welt der Celebrities an der Grenze von Politik und Glamour.

Nun, Melania Trump hat sich natürlich auch in diesem Jahr durch ihre Kleidung eingeprägt, insbesondere durch ihre Liebe für Hüte. Die am meisten diskutierten trug sie bei der Amtseinführung im Januar 2025 und während des Staatsbesuchs in England im vergangenen Herbst. Mit was und mit wem man nicht all die ausgewählten Outfits verglichen hatte: sowohl mit einem Chapeau Claque als auch mit einem Laternenpfahl. Und man hatte gar in den breiten Huträndern den Versuch gesehen, Küsse des Gatten zu vermeiden.

Außerdem hat die Welt gesehen, wie stramm Melania ist, als sie buchstäblich eine ausgefallene Rolltreppe im UNO-Hauptquartier fliegend überwand (es ist übrigens interessant, wie die Untersuchung der plötzlichen Panne ausgegangen ist). Aber auch das, wie Melania den eigenen Standpunkt vor dem drohenden Zeigefinger des Gatten an Bord Nr. 1, als die Trumps von der UN-Vollversammlung nach Washington zurückkehrten, verteidigen kann. Journalisten hatten ein entsprechendes lautstarkes Gespräch dank unverschlossener Schiebetüren mitgehört.