Im Januar dieses Jahres ist eine Zunahme der wirtschaftlichen Sorgen und Befürchtungen der Bürger Russlands im Zusammenhang mit der persönlichen materiellen Lage, aber auch mit der generellen Situation im Land festgestellt worden. Die letzten zwei Jahre wird eine Zunahme der Sorgen, die mit einer Unbestimmtheit, dem Fehlen von Geld, aber auch mit der Wirtschaftskrise und dem Produktionsrückgang zusammenhängen, registriert. Seit Januar vergangenen Jahres hat sich der Anteil der Bürger Russlands erhöht, die sich aufgrund der Zunahme der Preise und der Verarmung der Menschen Sorgen machen. In den Millionenstädten befürchtet mehr als ein Drittel der Einwohner eine Geldnot. Und dies ist beinahe 2mal mehr als die analogen Befürchtungen unter den Einwohnern auf dem Lande. Das Ansteigen der wirtschaftlichen Sorgen entspricht ungefähr dem Beginn der „gesteuerten Abkühlung der Wirtschaft und der Politik zur Unterdrückung wirtschaftlicher Aktivitäten durch Einschränkungen bei der Vergabe von Krediten und der Nachfrage in der Russischen Föderation.
Im Landesdurchschnitt nehmen in den allgemeinen Listen der Sorgen von Russlands Bürgern nicht direkt mit der Wirtschaft verbundene Faktoren die ersten Plätze ein. Im Alltagsleben machen sich 43 Prozent der Befragten Sorgen um die Gesundheit der Nächsten. Rund 33 Prozent der Umfrageteilnehmer haben um die Zukunft der Kinder und Enkel Angst, und 32 Prozent sind um ihre Gesundheit besorgt, weisen die neuen Zahlen der regelmäßigen Umfragen der Stiftung „Öffentliche Meinung“ aus. Wenn von der Situation in der Welt die Rede ist, so fürchten 35 Prozent der Befragten am meisten einen Nuklearkrieg, 28 Prozent machen sich um Massenepidemien Sorgen, 26 Prozent – um eine radioaktive oder chemische Vergiftung und 24 Prozent um die Verschmutzung des Planeten durch Abfälle, zählen die Soziologen auf.
Dabei sind in Russland große Bevölkerungsgruppen auszumachen, für die die Ängste vor wirtschaftlichen Problemen mit den Sorgen um die Gesundheit – die eigene oder die ihrer Nächsten – vergleichbar sind. In der gesamten Liste der persönlichen Befürchtungen sind die wirtschaftlichen und die angrenzenden Probleme mit den allgemeinen Termini „Geldnot“, „Unmöglichkeit sich und seine Fähigkeiten zu realisieren“, „Unbekanntheit, Unbestimmtheit der Zukunft, Ausweglosigkeit“ und „Gefahr, eines Verlusts der Arbeit“ ausgewiesen worden. Dabei befinden sich die Befürchtungen hinsichtlich eines Jobverlusts auf einem der letzten Plätze der gesamten Liste der Sorgen von Russlands Bürger. Das Risiko, ohne einen Job zu bleiben, beunruhigt im Landesdurchschnitt nur rund acht Prozent der Befragten. Und dieser Wert macht beinahe nur die Hälfte dessen aus, was im Jahr 2015 ermittelt worden war (15 Prozent).
Den unbestrittenen ersten Platz in der Liste der ökonomischen Probleme für die ganze Bevölkerung nimmt die sogenannte Geldnot ein. Auf diese Besorgnis verweisen sowohl die ärmsten Befragten als auch die am besten abgesicherten, wobei unter diesem Begriff wahrscheinlich absolut unterschiedliche Sachen verstanden werden. So nennen etwa zehn Prozent der materiell am besten sichergestellten Bürger Russlands, denen das Geld durchaus für den Kauf eines Autos reicht, den Geldmangel unter den drei wichtigsten persönlichen Problemen. Und unter jenen, denen das Geld für die Verpflegung nicht reicht, reden 38 Prozent der Befragten von einer Geldnot. Die Befragten, denen das Geld für die Verpflegung, aber nicht für Bekleidung reicht, nennen den Geldmangel unter ihren drei wichtigsten Problemen – 34 Prozent.
Bemerkenswert ist, dass unter den Moskauer oder den Bewohnern ländlicher Gegenden der Anteil der aufgrund eines Geldmangels besorgten Personen relativ gering ist – 20 bzw. 18 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Einwohnern von Städten mit einer Bevölkerung von 250.000 bis einer Million und bei den Einwohnern von Millionenstädten ist der Anteil der aufgrund eines Geldmangels besorgten Menschen einer der höchsten insgesamt im Land – 32 bzw. 35 Prozent.
Im Durchschnitt nennt jeder vierte Befragte im Land den Geldmangel unter den drei wichtigsten Problemen. Interessant ist, dass das absolute Minimum dieses Wertes – 21 Prozent – im Januar 2024 registriert wurde.
Es sei angemerkt, dass die Zunahme der Befürchtungen der Bevölkerung aufgrund wirtschaftlicher Probleme in etwa dem strategischen Kurs der Offiziellen in Richtung einer „Abkühlung der Wirtschaft“ entspricht und gleichfalls mit den Prognosen von Makroökonomen korreliert.
Die Perspektive einer Verschlechterung der Wirtschaftssituation in unserem Land wird unter anderem in einer neuen makroökonomischen Prognose für die Jahre 2026-2029 widergespiegelt, deren Parameter unter Berücksichtigung der neuen Informationen vom Ende Januar dieses Jahres aufs Neue berechnet wurden. So wird sich das Wachstum des Konsums der Bevölkerung der Russischen Föderation im begonnenen Jahr beinahe um das 7fache im Vergleich zu den Parametern von 2024 und etwa um das 3fache im Vergleich zum vergangenen Jahr verringern.
Die Zunahme der Gesamtsumme des Warenumsatzes im Einzelhandel und der kostenpflichtigen (Dienst-) Leistungen (Bevölkerungskonsum) wird in diesem Jahr 0,8 bis 1 Prozent ausmachen. Zum Vergleich: Das Wachstum des Konsums der Bevölkerung betrug im Jahr 2024 6,9 Prozent, und im vergangenen Jahr – etwa 2,5 Prozent. Solche Zahlen veröffentlichten Experten des Zentrums für makroökonomische Analyse und ein kurzfristiges Prognostizieren (ZMAKP).
Das Ansteigen der realen berechneten Löhne und Gehälter und der Realeinkommen der Bevölkerung wird im begonnenen Jahr 0,7 bis 1 Prozent ausmachen. Und dies ist um das 8- oder 10fache schlechter als die Dynamik der Löhne und Gehälter sowie der Einkommen der Bevölkerung im Jahr 2024. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wird sich der Anstieg der Löhne und Gehälter um das 4- bis 5fache verringern. Und die Zunahme der Gesamteinkommen der Bevölkerung wird sich im Jahr 2026 um das 8- bis 10fache verringern, meint man im ZMAKP.
Der traditionelle Fragebogen der Stiftung „Öffentliche Meinung“ über die Sorgen der Bevölkerung ist in drei Teile untergliedert – persönliche oder private Befürchtungen der Bürger, Sorgen um die Probleme Russlands und Befürchtungen hinsichtlich der Situation in der Welt. Dabei konnte jeder Befragte in jedem Teil des Fragebogens nur drei Antwortvarianten mit Angabe konkreter Befürchtungen ausweisen. Ihre eigenen Formulierungen für die Befürchtungen konnten die Befragten nicht ausweisen, da ihnen nur eine geschlossene Auflistung von Antwortvarianten vorgelegt wurde.
Die Top 3 der häufigsten Antworten auf die Frage „Wenn über die Situation in Russland gesprochen wird, was aus dem Aufgezählten löst bei ihnen persönlich vor allem Besorgnis und Befürchtungen aus?“ umfasst bei der Bevölkerung insgesamt „die Gefahr eines Überfalls anderer Staaten“ — 35 Prozent, „die Erhöhung der Preise und Verarmung der Menschen“ — 31 Prozent und auch „zwischennationale Konflikte“ — 22 Prozent.
Die Hauptgefahr für die Stabilität der Russischen Föderation kann die Tatsache demonstrieren, dass 40 Prozent der befragten Bürger Russlands mit einer Hochschulbildung (von 18 bis 45 Jahren) die „Erhöhung der Preise und die Verarmung der Menschen“ unter den drei wichtigsten Problemen unseres Landes ausweisen. In dieser Bevölkerungsgruppe ist die Antwort „Erhöhung der Preise und die Verarmung der Menschen“ der absolute Spitzenreiter unter den hauptsächlichen Gefahren für das heutigen Russland. Den zweiten und den dritten Platz in der Liste der Sorgen dieser Bevölkerungsgruppe nehmen die „Gefahr eines Überfalls anderer Staaten „ (34 Prozent) und eine „Wirtschaftskrise und ein Produktionsrückgang“ (22 bis 28 Prozent) ein.
Die befragten Bürger Russlands mit einer Hochschulausbildung halten die Gefahr eines Nuklearkrieges für das gefährlichste Problem für die Welt insgesamt. Rund 44 Prozent der jungen Menschen (18 bis 30 Jahre) mit einer Hochschulbildung nennen die Gefahr eines Nuklearkrieges unter den drei ernsthaftesten Befürchtungen. Die Gefahr eines Nuklearkrieges nennen gleichfalls unter den wichtigsten globalen Problemen 41 Prozent der befragten Bürger Russlands mittleren Alters (31 bis 45 Jahre) mit einer Hochschulbildung.