Laut Medienberichten sei für Mittwoch in Rom eine Begegnung des ukrainischen Staatsoberhauptes Wladimir Selenskij mit der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni geplant. Und für den gleichen Tag ist eine neue Tagung der Kontaktgruppe im „Ramstein“-Format vorgesehen, in deren Verlauf die Vertreter Kiews ebenfalls beabsichtigen, neue Lieferungen von Luftabwehrmitteln zu erörtern. Es ist offensichtlich, dass das Thema der Aktivierung der militärischen und finanziellen Hilfe für den Präsidenten der Ukraine ein erstrangiges ist. Und daher sei es für ihn wichtig, sich einer Unterstützung Italiens zu versichern, das nicht als ein Opponent zu den Kiewer Offiziellen im Gegensatz zur ungarischen Führung auftrat, aber auch nicht zu den Spitzenvertretern unter den Anhängern gehöre, unterstrichen Experten.
Dass für Mittwoch, den 15. April ein Rom-Besuch des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij erwartet werde, meldeten Kiewer Medien unter Berufung auf den Pressedienst der italienischen Regierung. Wie man dort informierte, sei für diesen Tag ein Treffen von Italiens Premierministerin Giorgia Meloni mit dem Präsidenten der Ukraine geplant. Im Office des Präsidenten der Ukraine wurden keinerlei andere Details zur bevorstehenden Reise mitgeteilt. Das letzte Mal hatte sich Selenskij mit Meloni am 9. Dezember 2025 in Rom getroffen. Damals hatte die italienische Regierungschefin den ukrainischen Gast zu überzeugen versucht, sich auf „einige schmerzhafte Zugeständisse“ einzulassen, um den Militärkonflikt mit Russland zu beenden.
Dabei hat Wladimir Selenskij selbst in der letzten Zeit die Bereitschaft zu Verhandlungen hinsichtlich einer friedlichen Beilegung des Konflikts mit der Russischen Föderation (die im vergangenen Jahr durch die amerikanische Administration unter Führung von Präsident Donald Trump initiiert worden waren) versichert, sich aber zur gleichen Zeit gegen einen Abzug der Einheiten der Streitkräfte der Ukraine aus der befestigten Agglomeration Slawjansk-Kramatorsk im Donbass ausgesprochen (laut Aussagen von Kreml-Pressesprecher Dmitrij Peskow müssten die russischen Truppen noch 17 bis 18 Prozent des Territoriums des Donbass befreien – Anmerkung der Redaktion). Selenskij erläuterte gegenüber Journalisten, dass er für das beste Mittel für eine Gewährleistung der weiteren Sicherheit der Ukraine die Einrichtung eines amerikanischen Militärstützpunktes oder eines gemeinsamen Stützpunktes der USA und der europäischen Länder auf deren Territorium halte. Derweil trat Moskau von Anfang an gegen jegliche ausländische Militärpräsenz in der Ukraine auf (während die Schaffung einer Sicherheitszone für Russland auf ukrainischem Territorium mit einer offensichtlich geplanten Stationierung von russischen Militärs dort von Moskau nicht als solch eine ausländische Militärpräsenz angesehen wird – Anmerkung der Redaktion).
Bemerkenswert ist, dass in einer erneuten Videoansprache am Vorabend Selenskij eine neue Etappe von Verhandlungen mit den westlichen Verbündeten ankündigte. Er fügte gleichfalls hinzu: „Wir bereiten eine sehr aktive Arbeit für die nächsten Wochen vor“.
Derweil ist für Mittwoch auch eine Tagung der Kontaktgruppe im „Ramstein“-Format für Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt worden. Die Vorbereitung für diese erörterte dieser tage der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fjodorow bei einem Telefonat mit dem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius. Wie im Pressedienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums mitgeteilt wurde, würden die Vertreter Kiews eine Aktualisierung der Umsetzung der früher erzielten Vereinbarungen im ausgewiesenen Format vorbereiten. Unter anderem sei vorgesehen, die vorrangigen Richtungen für die Zusammenarbeit mit den ausländischen Partnern auf dem Gebiet einer Verstärkung der Luftabwehr der Ukraine, aber auch auf dem Gebiet der Entwicklung von Drohnen-Systemen sowie eines Austauschs von Daten und Technologien zu umreißen. Die ukrainische Seite schlage ein gegenseitig vorteilhaftes Kooperationsmodell vor. In dessen Rahmen könnten die Verbündeten einen Zugang zu Gefechtsdaten der ukrainischen Streitkräfte und zu Waffen aus ukrainischer Fertigung erhalten, präzisierte man im Verteidigungsministerium. Abschließend betonten die Journalisten, dass beim vorangegangenen Treffen im „Ramstein“-Format im NATO-Hauptquartier in Brüssel am 12. Februar Kiew 35 Milliarden Dollar Militärhilfe für das Jahr 2026 zugesagt worden seien. Gleichfalls hatten dessen Teilnehmer vereinbart, dass Deutschland der Ukraine eine Charge von PAC-3-Raketen mit „Patriot“-Luftabwehrsystemen übergeben werde. Über deren Erhalt informierte Präsident Selenskij im März.
Jetzt aber würde er scheinbar auch in Rom gern von der Bereitstellung einer neuen Partie von Geld und Waffen für Kiew erfahren wollen, Wobei im Verlauf der vorangegangenen Reisen nach Großbritannien und Spanien, die am 17. und 18. März zwecks Bewahrung der öffentlichen Aufmerksamkeit für die Ukraine-Problematik unter den Bedingungen der Militäraktionen der USA und Israels gegen den Iran unternommen worden waren, die anvisierten Thesen bereits formuliert worden waren. Im Endergebnis unterzeichnete Selenskij mit dem britischen Premierminister Keir Starmer eine Deklaration über die Vertiefung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Sicherheit und Rüstungsindustrie. Gleichfalls versprach London, der Ukraine jährlich drei und mehr Milliarden Pfund Sterling bis zum Jahr 2031 für militärische Hilfe bereitzustellen. Und in Madrid signierte die ukrainische Delegation ein Memorandum über gegenseitiges Einvernehmen zwischen den Verteidigungsministerien beider Länder, durch das das Anschieben einer gemeinsamen Herstellung von Militärerzeugnissen auf dem Territorium Spaniens vorgesehen wird. Außerdem verhieß man der Ukraine finanzielle Unterstützung im Rahmen eines Vertrages über eine unentgeltliche Finanzierung zwischen der spanischen staatlichen Einrichtung Instituto de Credito Oficial und dem ukrainischen Eisenbahnunternehmen „Ukrzaliznytsa“, fügte man im Office des Präsidenten der Ukraine hinzu, wobei man sich ein Erwähnung der von den Spaniern versprochenen Summen enthielt.
Jedoch hat sich seitdem aufgrund des Iran-Konflikts die Wirtschaftslage der Länder Europas erheblich verschlechtert, wo man gleichfalls begonnen hat, von einer Energiekrise zu sprechen. Überdies sind die Perspektiven für eine Nahost-Lösung unter Berücksichtigung der am vergangenen Wochenende erfolgten (scheinbar erfolglosen – Anmerkung der Redaktion) Verhandlungen in Islamabad vorerst unklar. Wie realistisch ist es aber für Kiew, vor solch einem Hintergrund mit der Wahrscheinlichkeit einer Wende des Vektors zu seinem Gunsten auch in Italien zu rechnen?
Wie es scheint, hat sich die Position der Kiewer Offiziellen nicht verändert. Und sie würden nach wie vor große Hoffnungen auf eine Unterstützung der Länder Europas setzen, präzisierte in einem Kommentar für die „NG“ Prof. Oleg Barabanow von der Moskauer Diplomatenhochschule MGIMO, der auch Programmdirektor des internationalen Diskussionsklubs „Valdai“ ist. Und da werde nach seinen Aussagen Vieles ebenfalls von den Ergebnisse der am 12. April in Ungarn stattgefunden Parlamentswahlen abhängen. In Kiew hatte man damit gerechnet, dass der ungarische Premier Viktor Orbán mit seiner Fidesz-Partei verlieren werde, und letztlich richtig gelegen (bekanntlich siegte Péter Magyar mit seiner Tisza-Partei – Anmerkung der Redaktion). Überdies werde es seitens der Europäischen Union keinerlei ernsthafte Hindernisse für eine Unterstützung der Ukraine geben. „Die italienischen Offiziellen haben hier eine recht ausgewogene Haltung eingenommen. Sie waren nicht als Gegner der Ukraine wie der ungarische Premier Orbán aufgetreten, gehörten aber auch nicht zu den Vorreitern unter deren Anhängern. Und für Selenskij ist es natürlich wichtig, Rom davon zu überzeugen, aktiver der Ukraine zu helfen. Unter anderem weil Italien ein großes Land ist, das in der Lage ist, die eigenen nationalen Interessen zu schätzen“, meinte Barabanow.
Der Verfechter einer Fortsetzung des Militärkonflikts der Ukraine und der Russischen Föderation, Großbritanniens Ex-Premier Boris Johnson, war am Vorabend erneut in die Ukraine gekommen und weilte an der Frontlinie im Verwaltungsgebiet Saporoschje. Er erklärte, dass die Konflikte mit Russland und mit dem Iran „zwei Fronten ein und desselben Krieges“ seien und verwies auf die kritische Notwendigkeit einer Verstärkung der westlichen Hilfe für die Ukraine.