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Die Europäische Union schwächt den Schlag gegen Armeniens Wirtschaft ab


Die Europäische Kommission hat Armenien 34 Millionen Euro für eine Abschwächung der Folgen der Einschränkungen, die durch die Russische Föderation hinsichtlich des privaten Sektors der Republik verhängt worden waren, bereitgestellt. Im Pressedienst der EU-Vertretung in Armenien unterstrich man, dass diese finanzielle Unterstützung die erste Tranche des Hilfspakets sei, das durch die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen angekündigt worden war. Es umfasst Maßnahmen zur Vereinfachung des Handels für eine Verstärkung der wirtschaftlichen Stabilität Jerewans.

Die Seiten werden die Zusammenarbeit auf der Grundlage der Vereinbarungen fortsetzen, die beim Summit EU-Armenien (der Anfang Mai in Jerewan stattfand – Anmerkung der Redaktion) erzielt worden waren. Unter anderem werden sie die Verbindungen vertiefen, indem die Zugänglichkeit der Märkte für armenische Hersteller erweitert wird. Die Sektoren, die durch die (russischen) Restriktionen in Mitleidenschaft gezogen wurden – inklusive die Erzeugung von Agrarprodukten, die Blumenzucht und andere exportorientierte Branchen –, werden eine zusätzliche Unterstützung durch Initiativen zur Stimulierung des Handels usw. erhalten.

„Die Europäische Union steht fest an der Seite Armeniens als ein souveränes, demokratisches und unabhängiges Land. Wir stellen nicht nur eine finanzielle Unterstützung bereit, sondern helfen Armenien auch, den Handel mit den Nachbarn und Europa zu vereinfachen. Dies ist eine praktische Demonstration europäischer Solidarität in Bezug auf einen unserer nächsten Partner“, betonte die EU-Kommissarin für Erweiterung und Nachbarschaftsfragen, die Slowenin Marta Kos. Sie schickt sich an, Jerewan am 5. Juli zu besuchen, um mit armenischen Offiziellen weitere praktische Schritte im Rahmen der Zusammenarbeit und der Vermittlung eines zusätzlichen Impulses zu erörtern.

Es sei daran, dass Russland am 12. Juni vollkommen den Import aller pflanzlichen Erzeugnisse aus Armenien, aber auch deren Transit über russisches Territorium in andere Länder der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) blockierte. Solch eine Entscheidung traf die russische Agrar-Aufsichtsbehörde Rosselchosnadzor, die erklärte, dass sie nicht mehr dem armenischen System der phyto-sanitären Zertifizierung vertraue. Laut einer offiziellen Erklärung würden die unzureichende Kontrolle und die ineffiziente Arbeit der bevollmächtigten Behörde Armeniens direkt die Agrarsicherheit Russlands und der gesamten EAWU bedrohen. Unter anderem wollen Anfang Juni russische Spezialisten dreimal in armenischen Lieferungen von Walnüssen, getrockneten Pfirsichen und Tomaten den Schädling Khaprakäfer (eine Käferart aus der Familie der Speckkäfer und einer der weltweit am meisten gefürchteten Vorratsschädlinge, der zu den 100 gefährlichsten invasiven Arten zählt – Anmerkung der Redaktion) gefunden haben. Zuvor hatte Moskau die Einfuhr armenischer Fischprodukte, von Blumen, des Mineralwassers „Jermuk“, Brandy und Wein mehrerer Erzeuger gestoppt.

Nach den von Russland verkündeten Maßnahmen erklärte Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan, dass der Markt der Europäischen Union für armenische Agrarerzeugnisse ohne Zollgebühren offen sein werde. „Das heißt im Rahmen eines freien Zollregimes“, unterstrich der armenische Premier. Nach Aussagen des 51jährigen Politikers würden die EU-Länder für Armenien zu neuen Exportrichtungen werden.

Bemerkenswert ist, dass vor den Parlamentswahlen das Team von Paschinjan behauptet hatte, dass die Restriktionen, die von Russland eingeführt wurden, eingestellt werden würden, sobald in Armenien die Abstimmung abgeschlossen werde. Moskau versuche angeblich mit seinen Sanktionen, sich in den Wahlprozess einzumischen.

Ein Teil der Probleme wird sich auf natürliche Weise nach dem 7. Juni lösen. In ihrem Wirken wird es keinen Sinn mehr geben, da sie (die Opposition) bei den Wahlen verlieren. Außerdem denke ich, dass die Probleme gelöst werden, denn Armenien ist Mitglied der EAWU. Und dies ist logisch“, tönte Wirtschaftsminister Geworg Papojan.

Derweil suchen armenische Unternehmer eigenständig nach alternativen Absatzmärkten für ihre Erzeugnisse. Im Mai lieferte Armenien über 218 Tonnen Blumen und Kokons nach Georgien, was 750.000 Dollar ausmacht und als ein historischer Rekord hinsichtlich des monatlichen Imports angesehen wird. Der gesamte Blumenexport aus Armenien überstieg im Mai um das 3fache den Wert des analogen Zeitraums im vergangenen Jahr. Und im Vergleich zum April 2026 machte die Zunahme 89 Prozent aus, womit der bisherige Rekord gebrochen wurde, der im März dieses Jahres mit 129 Tonnen aufgestellt worden war. Laut Angaben der statistischen Verwaltung Armeniens sind die Blumenlieferungen nicht reexportiert worden, da Georgien im Verlauf des vergangenen Monats keine Blumen auf die internationalen Märkte exportiert hätte.

Allerdings strahlt die Zentralbank Armeniens vorerst keinen Optimismus aus. Laut einer Prognose der Bank können die von Russland verhängten Restriktionen das BIP der Republik um zwei Prozent verringern. Nach Schätzung des ZB-Chefs Martyn Galstjan bestehe die Hauptfrage darin, was für eine Stabilität die Wirtschaft im Falle einer Fortsetzung der Sanktionen oder einer Verschärfung der Bedingungen für den Im- und den Export seitens Russlands demonstrieren werde.

Wenn es beispielsweise nicht gelingt, die Märkte zu ändern und wir ausschließlich auf dem russischen bleiben, kann sich der Einfluss auf unsere Inflation in einer Zunahme des Angebots in Armenien niederschlagen. Im Ergebnis dessen erwarten wir bestimmte Deflationserscheinungen, unter anderem in Bezug auf Gemüse, Mineralwasser mit und ohne Gas, Spirituosen, aber auch in Bezug auf Kernfrüchte“, erläuterte Galstjan.

Nach seinen Worten würden, wenn sich die Möglichkeit ergebe, die Märkte zu diversifizieren und der Export dadurch nicht leiden werde, diese Effekte mildere werden. Im Fall der wichtigsten Exportwaren, beispielsweise Spirituosen, sei der Anteil des Exports am Gesamtumfang ein großer. Und die in Russland getroffenen Entscheidungen würden direkt diesen Bereich tangieren. Wie der Zentralbank-Chef betonte, würden die Einnahmen aus den anfälligsten Trukturen in der Struktur des BIP etwa 1,5 bis 2 Prozent ausmachen. Und eben daher spricht die Bank von einem maximalen Einfluss im Bereich von zwei Prozent, wenn es nicht gelingt, diesen ganzen Umfang an Produkten irgendwo sonst noch zu vermarkten, oder wenn die Fertigung eingestellt wird.