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Die Gastarbeiter werden von den Offiziellen der Länder Zentralasiens nicht weniger als von den Bürgern an sich gebraucht


Die Geldüberweisungen von Arbeitsmigranten aus den Staaten Zentralasiens sind große. Und das deutliche Übertreffen des Imports über den Export – all dies sind ein Ergebnis der Abhängigkeit der Länder vom Geld der Migranten. Die überwiesenen Gelder retten Familien vor der Armut. Aber auf die Frage danach, ob man die inoffizielle Beschäftigung innerhalb des Landes und in der Migration als ein Problem oder eine Wohltat anerkennen kann, gibt es keine eindeutige Antwort. Die Länder, in die ein Strom von Geldüberweisungen erfolgt, sind heute stabil. Und dort eröffnet man sogar neue Banken. Die Stabilität der Herrschenden ist in Vielem der inoffiziellen Beschäftigung innerhalb des Landes und der Arbeitsmigration geschuldet. Natürlich hängt die Bewertung der Beschäftigung und der Migration davon ab, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet. Beispielsweise hatte die Tragödie in der vor Moskaus Toren gelegenen Konzerthalle „Crocus City Hall“ im März 2024 die Offizielle Tadschikistans an den Rand einer Panik gebracht, die sich, wie alle hoffen, nicht wiederholen wird.

Beinahe alle nach Russland kommenden Migranten bezahlen für ein Patent (eine Arbeitsgenehmigung, die man regelmäßig verlängern muss), für die Anmeldung am Aufenthaltsort, eine medizinische Untersuchung und Versicherungspolice, für eine Prüfung hinsichtlich der russischen Sprache, der Geschichte und Grundlagen der Gesetzgebung Russlands. Und wer es sehr braucht, bezahlt für zeitweilige Aufenthaltsgenehmigungen, für eine Aufenthaltserlaubnis und die (russische) Staatsbürgerschaft. Die Fahrtkosten, die Bezahlung für Wohnraum, Verpflegung und nicht seltene Strafen sind auch Probleme für die Arbeitsmigranten (Gastarbeiter). Und da kann der Staat sozusagen nicht abseits stehen, will dem nicht nachstehen. Im Vorfeld der Staatsduma-Wahlen hat man im Unterhaus wieder die Idee von der Einführung eines obligatorischen Depositums (Bankeinlage) für Arbeitsmigranten diskutiert, das man im Falle deren Abschiebung nutzen kann. Befürchtungen politischer Art haben die Abgeordneten aber veranlasst, die Frage nach einer Deportation von Arbeitsmigranten für jegliche Rechtsverletzung zu vertagen.

Wozu inoffizielle Arbeit im eigenen Land führt, ist bekannt. Die Bürger erweisen sich ohne Basisgarantien, Renten, Krankengelder und Urlaub, ohne eine Versicherung. Und in Fällen eines Verlusts der Arbeitsfähigkeit bleiben sie ohne Existenzmittel. Für die Menschen, die im Ausland eine nicht legale Arbeit gefunden haben, ist es oft nicht besser. Sie sind schutzlos gegenüber den Arbeitgebern und arbeiten oft unter gefährlichen Bedingungen. Viele haben aber vergessen, dass eine inoffizielle Beschäftigung im wahrsten Sinne des Wortes viele Menschen vor Armut rettete. Anfang 1992 unterschrieb Boris Jelzin den Erlass „Über die Freiheit des Handels“, der faktisch marktwirtschaftliche Beziehungen legalisierte. Und es ist nach wie vor unbekannt, wer ihm diesen vernünftigen Schritt empfohlen hatte. Die halblegale Beschäftigung in den 90er Jahren wurde zum hauptsächlichen sozialen Puffer. Für die Menschen hatte sich die Möglichkeit ergeben, zumindest irgendeine Einnahmequelle zu erhalten. Für Millionen von Familien waren die Einkünfte aus einfachen Arbeiten, aus dem Klein- und Pendler-Handel die einzige Form für ein Überleben.

Der Übergang zu marktwirtschaftlichen Beziehungen erfolgte auch in den Ländern Zentralasien, in die man Mitte der 90er Jahre zu Tausenden ein in Russland herausgebrachtes und in Weißrussland gedrucktes Buch mit hunderten Formen für ein Überleben bei einer Hyperinflation brachte. Die Empfehlungen für ein Nebeneinkommen nutzten Rentner und junge Menschen. Viele hatten sich beispielsweise den Ratschlag zu Nutzen gemacht, sich mit Wohnungsinhabern abzusprechen und Treppenhäuser zu wischen.

Mit der Zeit verbesserte sich die Situation in der Gemeinschaft der unabhängigen Staaten ein wenig, entstanden legale Arbeitsplätze. Aber die inoffizielle Beschäftigung, sozusagen im Schattensektor, ist nirgendwohin verschwunden. Die Offiziellen haben begriffen, dass die informelle, die inoffizielle Beschäftigung im Land und die Geldüberweisungen der Arbeitsmigranten keine schlechte Methode zur Armutsbekämpfung sind. Außerdem verschafft der informelle, der inoffizielle Sektor den Bürgern einen Zugang zu billigeren Waren und Leistungen, schafft die Möglichkeit, Geld für ein Kleinunternehmen zu akkumulieren und es sogar zu erweitern.

Aber in Zentralasien beeilt sich keiner, den Arbeitsmigranten ein Denkmal zu errichten. Die inoffizielle Beschäftigung und Arbeitslosigkeit berechnet man anhand verschiedener Methodiken. So wie es einem passt und zum Vorteil gereicht. Laut einigen Schätzungen sah bis zum Jahr 2026 die Situation wie folgt aus: Kasachstan und Usbekistan – über 30 Prozent der nicht offiziell beschäftigten von der arbeitsfähigen Bevölkerung. In Kirgisien suchen über 50 Prozent der Jugendlichen einen Job. In Tadschikistan, wo in den 90er Jahren ein Bürgerkrieg tobte, werden die nicht offiziell Beschäftigten nicht gezählt (oder die entsprechenden Daten werden nicht veröffentlicht). Doch der Prozentsatz ist weitaus höher als im abgeschlossenen Turkmenien. Natürlich ergreifen die Offiziellen in allen Ländern Maßnahmen, um zu den Ländern zu gehören, denen die Arbeitskräfte nicht ausreichen. Doch die halblegale Beschäftigung wird nie vollkommen ausgerottet werden, selbst in den entwickelten Ländern.

Zur gleichen Zeiten setzen die Steuerbehörden und Vertreter der Rechtsschutzorgane die nicht offiziell Arbeitenden und Illegalen. Die Behörden, die die Probleme der Menschen ignorieren, demonstrieren den Wunsch, von ihnen Steuern und Abgaben einzutreiben, wobei sie ihre eingeschränkten Möglichkeiten und die Pflicht, im Land Arbeitsplätze zu schaffen, verschweigen. Die Erklärungen der Steuerbeamten sind verständlich: Der Staat braucht Geld für das Gesundheits- und das Bildungswesen sowie für soziale Zwecke. Wenn es aber an Geld mangelt, ergibt sich ein Teufelskreis. Und der Staat versäumt id Möglichkeit, die Lebensbedingungen seiner Bevölkerung zu verbessern.

Die inoffizielle Beschäftigung und Arbeitsmigration kann man in den Ländern Zentralasiens nicht eindeutig als ein Problem bezeichnen, da diese Erscheinungen für den Staatshaushalt, für die Offiziellen und für die Menschen von Vorteil sind, während die Herrschenden unfähig sind, die Bevölkerung mit legaler Arbeit zu versorgen. Familienbetriebe, der Straßenhandel und die Märkte sowie die saisonbedingte Beschäftigung – all dies sind Formen, um schnell auf die Veränderungen der Nachfrage und auf Wirtschaftskrisen zu reagieren. Daher muss das Gleichgewicht von legaler und inoffizieller Beschäftigung in der Region nach lange bewahrt werden.