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Rubio wird mit Businessbestrebungen nach Samarkand kommen


In Samarkand bereitet man sich vor, US-Außenminister Marco Rubio und Vertreter von mehr als 100 amerikanischen Unternehmen zu empfangen. Der Besuch der Delegation ist für Mitte Oktober geplant und fällt mit dem Ministertreffen C5+1 (die fünf Länder der Region – Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan + USA) zusammen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der amerikanischen Beamten und Geschäftsleute bleiben kritische Mineralien. Doch die Zusammenarbeit kann auch in der nuklearen Energetik erweitert werden.

Die Reise hatte der Sondervertreter der USA für Süd- und Zentralasien Sergio Gor bekanntgegeben. Rubio werde sich mit den Außenministern der fünf Staaten der Region im Rahmen des Formats C5+1 treffen. Auf der Tagesordnung stehen wirtschaftliche Kontakte der Region, die Energiesicherheit, der Handel und Investitionen. Separat angekündigt wurden Treffen mit der Führung Usbekistans, teilte die Botschaft der Vereinigten Staaten in Taschkent mit. Die Zusammensetzung der amerikanischen Business-Delegation ist bisher nicht offengelegt worden.

Im November vergangenen Jahres hatte US-Präsident Donald Trump in Washington die Präsidenten der fünf zentralasiatischen Staaten empfangen. Das Treffen in Samarkand wird erlauben, diese Arbeit auf Minister-Ebene fortzusetzen und mit dem Business konkrete Projekte zu erörtern.

In Usbekistan ist für die Handels- und Investitionsrichtung der Beziehungen mit den USA die Leiterin der Präsidentenadministration Saida Mirsijojewa zuständig. Seit November 2025 ist sie mit Sergio Gor Co-Vorsitzende im Amerikanisch-usbekischen Business- und Investitionsrat. Ein Erlass des Präsidenten beauftragte den Rat, große Projekte abzustimmen und deren Umsetzung zu kontrollieren. Zum Vertreter der Administration in Washington wurde Komil Allomjonov (ein usbekischer Unternehmer, Beamter und Medienreformer – Anmerkung der Redaktion) ernannt, der deren Leiterin rechenschaftspflichtig ist.

Im April dieses Jahres traf sich Mirsijojewa mit Gor in Mar-a-Lago, der Residenz von Trump im US-Bundesstaat Florida, und nahm danach am ersten Treffen des Rates in Washington teil. Bei Gesprächen mit Rubio wurde ein Portfolio von Wirtschaftsprojekten erörtert, mit dem Chef der International Development Finance Corporation der USA, Ben Black, die Gewinnung von Investoren und eine gemeinsame Investitionsplattform. Im September erörterte sie in New York mit BlackRock (eine börsennotierte, international tätige US-amerikanische Investmentgesellschaft – Anmerkung der Redaktion) die Etablierung des Taschkenter internationalen Finanzzentrums und mit Google eine Monetisierung von YouTube (der Zugang zu diesem Videohosting ist in Russland durch die Internetaufsichtsbehörde Roskomnadzor eingeschränkt worden). Diese Kontakte formieren die Business-Agenda, mit der Taschkent zu dem anstehenden Treffen in Samarkand kommen wird.

Einige Projekte haben bereits konkrete Parameter erlangt. Im November 2025 vereinbarten das kasachische staatliche Bergbauunternehmen „Tau-Ken Samruk“ und Cove Capital, die Wolfram-Lagerstätten „Nördliches Katpar“ und „Obere Kairakty“ in Kasachstan. Das erklärte Investitionsvolumen beträgt rund 1,1 Milliarden Dollar. Vorgesehen ist eine Verarbeitung der Rohstoffe im Land. Bis August dieses Jahres machte der Anteil von Cove Capital am Unternehmen „Nördliches Katpar“ 70 Prozent aus, der des kasachischen Partners 30 Prozent. Der Beginn der Förderung ist für das Jahr 2030 geplant.

In Kirgisien sieht die Zusammenarbeit bisher anders aus. Im Februar informierte „Kyrgyzaltyn“ (ein Unternehmen, das hauptsächlich im Bereich der Goldförderung tätig ist – Anmerkung der Redaktion) über Memoranden mit Pangeao Global, der Mooney Group und der Luxemburger TETHYS Gateway Investment. Erörtert wurden Fördertechnologien, Laboruntersuchungen, die Ausbildung von Fachleuten und die Entwicklung der Produktion. Pangea Global charakterisiert das kirgisische Unternehmen als amerikanischen Teilnehmer an Projekten, die unter anderem mit seltenen Erdmetallen zusammenhängen, die Mooney Group als einen Investor und Berater zu kritischen Mineralien. Jedoch wurden der Umfang der Investitionen und ein Zeitplan für die Inbetriebnahme der konkreten Lagerstätte nicht genannt.

Das amerikanische Interesse fügt sich in die Suche nach Lieferanten von kritischen Rohstoffen außerhalb Chinas ein. Für die Länder der Region besteht die Hauptfrage darin, wie viel von der Verarbeitung, den Technologien und den Arbeitsplätzen bei ihnen bleiben werden. Der Zugang zu den Lagerstätten und die Schaffung von Industriekapazitäten um sie herum erfordern unterschiedliche Verpflichtungen seitens des Investors.

In der atomaren Energiewirtschaft entwickelt sich die Konkurrenz auf einer anderen Ebene. Russland beteiligt sich bereits an der Errichtung des ersten AKW Usbekistans. Das Projekt vereint zwei WWER-1000-Blöcke und zwei RITM-200N-Blöcke mit einer Leistung von jeweils 55 Megawatt. Die Gesamtleistung des Kraftwerks soll 2110 Megawatt ausmachen. In Kasachstan ist der russische Staatskonzern Rosatom als Chef eines internationalen Konsortiums für das erste AKW der Republik ausgewählt worden. Im August vergangenen Jahres wurden am Standort des künftigen AKW bei der Siedlung Ulken die ingenieurtechnischen Untersuchungen aufgenommen. Moskau erhält die Möglichkeit, die langen technologischen Bande mit den beiden größten Volkswirtschaften der Region zu verstärken.

China ringt gleichfalls um große Aufträge. Die kasachische Atomenergieagentur hat bekanntgegeben, dass CNNC (China National Nuclear Corperation) zum Chef eines Konsortiums für die Errichtung noch eines AKW werde, und informierte über die Vorbereitung eines separaten Generalabkommens mit der Volksrepublik China. Astana entwickelt die Beziehungen gleich mit zwei Lieferanten von Reaktor-Technologien, die schon gegenstandsbezogene Verhandlungen über die künftigen Kraftwerke führen.

Die amerikanische Beteiligung in Usbekistan betrifft vorerst eine Aufsicht. Im September hat am Rande der 70. Generalkonferenz der IAEA in Wien das usbekische Komitee für Industrie-, Strahlungs- und nukleare Sicherheit mit der US-Kommission für nukleare Regulierung ein Memorandum unterzeichnet, haben einheimische Medien berichtet. Das Dokument umfasst eine Lizenzierung, Inspektionen, die Vervollkommnung der normativen Basis, die Ausbildung von Spezialisten und das Reagieren auf Havarien. Über die Lieferung amerikanischer Reaktoren war in den Veröffentlichungen keine Rede.

Die beruflichen Kontakte können die Erörterung neuer Technologien erleichtern. Die usbekische Aufsichtsbehörde erhält die Möglichkeit, die amerikanischen Herangehensweisen an Sicherheitsfragen kennenzulernen. Das Memorandum bedeutet aber nicht, dass die USA die usbekischen Normen bestimmen oder einen Vorzug bei der Auswahl des Auftragnehmers erhalten. Für die Lieferungen von Reaktoren sind separate Vereinbarungen und Genehmigungen erforderlich.

Für Taschkent besitzt die Erweiterung des Kreises der Partner einen praktischen Sinn. Im August hatte Präsident Shavkat Mirsijojew die Vorbereitung des Projekts für ein zweites AKW bekanntgegeben, wobei er den Bedarf an Kernenergie mit der Forderung der Investoren nach einer zuverlässigen und erschwinglichen Stromversorgung erklärte. Dabei hatte er früher von einer Fortsetzung der Errichtung von Kraftwerken mit Russland gesprochen. Daher belegt die Offenheit für neue Verträge an und für sich keinen Wechsel des Lieferanten.

In Samarkand wird die amerikanische Delegation das Interesse für die Region mit konkreten Angeboten untermauern müssen. Das kasachische Wolfram-Projekt erlaubt bereits, Anteile, die Verarbeitung und Termine zu erörtern. Die kirgisischen Memoranden erfordern Investitionsentscheidungen. Im nuklearen Bereich erweitern die USA die Zusammenarbeit vor dem Hintergrund der russischen Projekte und chinesischen Offerten. Für Zentralasien wird der Wert dieses Wettbewerbs durch die Konditionen der Verträge gemessen werden – durch die Geldmengen und deren Kosten, durch die Lokalisierung der Produktion und den Zugang zu Technologien.