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Bereits über 90 Prozent der Bürger Russlands sehen keine Verbesserung ihrer materiellen Lage


Die letzten Daten über die tatsächlichen Ausgaben der Bürger Russlands belegen eine Verringerung des Konsums (oder dessen Null-Wachstum) im Vergleich zu den Werten des vergangenen Jahres. Und Befragungen der Bevölkerung demonstrieren, dass der Anteil der Bürger, die keine Verbesserung ihrer materiellen Lage sehen, sich der 95-Prozent-Marke nähert. Laut Plänen der Regierung soll die Dynamik der Realeinkommen der Bevölkerung in diesem Jahr um mehr als 85 Prozent einbrechen. Und im nächsten Jahr werde laut offiziellen Prognosen das Wachstum der Realeinkommen entsprechend dem konservativen Szenario noch einmal um die Hälfte zurückgehen.

Die Verschlechterung der Dynamik der materiellen Lage der Bürger Russlands ist in den „Hauptparametern für die Prognose der sozial-ökonomischen Entwicklung der Russischen Föderation“ der Regierung fixiert worden. Während im vergangenen Jahr die real zur Verfügung stehenden Geldeinnahmen der Bevölkerung um 7,4 Prozent zugenommen hatten, wird in diesem Jahr das Wachstum bis auf ein Prozent zurückgehen.

Aber dieses durchschnittliche Wachstum um ein Prozent im Land bedeutet insgesamt, dass die Einkommen vieler Millionen russischer Bürger entsprechend den Ergebnissen des Jahres 2026 nicht ansteigen, sondern zurückgehen werden.

Und diese Verringerung der Einnahmen für einen großen Teil der Bevölkerung wird schon durch unabhängige Messungen und Indikatoren fixiert. Die offiziellen Daten des russischen Statistikamtes Rosstat über die Einkommen der Bevölkerung entsprechend den Ergebnissen des laufenden Jahres werde näher zum Februar 2027 hin vorgelegt. Doch die operativen Umfrageergebnisse und das Monitoring der bargeldlosen Zahlungen erlauben, schon heute die aktuelle Dynamik der Einkommen zu beurteilen.

Die Verlangsamung des Jahrestempos für die Zunahme des Konsums dauert insgesamt die vierte Woche in Folge an. Nominell hat sich dieses Tempo von 7,3 bis auf 7,2 Prozent verlangsamt, und in der realen Dimension ist es unter Berücksichtigung der Inflation von einer Zunahme um 0,2 Prozent zu einer schwachen Verringerung um 0,03 Prozent übergegangen. Solche Daten meldet das Labor SberIndex, das die Daten über die Zahlungen der Sberbank-Kunden beurteilt, die die Dynamik der bargeldlosen Verbraucherausgaben der Bevölkerung Russlands widerspiegeln. Die Angaben einer jeden letzten Woche werden mit den analogen Parameters der gleichen Woche des Vorjahres verglichen.

Zuvor hatte das Labor SberIndex mitgeteilt, dass die Verbraucherausgaben im dritten Quartal des laufenden Jahres unter Berücksichtigung der Inflation und Saisonfaktoren gegenüber dem zweiten Quartal um 2,2 Prozent zurückgegangen waren. Derartige Messungen werden auch in den letzten Übersichten der Zentralbank bestätigt. „Im August-September des Jahres 2026 war die Verbraucheraktivität eine moderate. Im europäischen Teil Russlands ist der Verbrauch vorrangig zurückgegangen. Im Ostteil des Landes dauerte das Wachstum an, aber sein Tempo hat sich verlangsamt“, konstatieren die Beamten der Zentralbank.

Ein Bild der Verlangsamung oder „Abkühlung“ der Bevölkerungseinkommen widerspiegeln auch soziologische Erhebungen. Laut Angaben der kremlnahen Stiftung „Öffentliche Meinung“ (FOM) hatten im Oktober dieses Jahres lediglich sechs Prozent der Befragten von einer Verbesserung ihrer materiellen Lage in den letzten zwei, drei Monaten gesprochen. Dementsprechend haben die übrigen 94 Prozent in der letzten Zeit keinerlei Anzeichen für eine Verbesserung ihrer materiellen Lage bemerkt. Und dies ist der schlechteste Wert für die letzten zehn Jahre laut FOM-Angaben.

Allerdings kann sich laut den Regierungsplänen die Situation im Zusammenhang mit den Löhnen und Gehältern, den Einkommen und dem Konsum im nächsten Jahr noch mehr verschlechtern. So werde der Einzelhandelsumsatz in der Russischen Föderation, der (laut Angaben des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung) entsprechend den Ergebnissen des laufenden Jahres um 4,6 Prozent zunehmen werde, im nächsten Jahr weitaus langsamer ansteigen. Im Basis-Szenario der Regierung werde sich der Einzelhandelsumsatz im Endergebnis bis auf 2,6 Prozent verringern. Und im konservativen Szenario werde sich das Wachstum des Einzelhandelsumsatzes bis auf 1,9 Prozent verlangsamen.

Solch eine erwartete Verlangsamung des Konsums wird vor dem Hintergrund des Nachlassens der Zunahme der Realeinkommen sowie Löhne und Gehälter erfolgen. Die realen Löhne und Gehälter sollen (laut einer Prognose des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung) im Durchschnitt entsprechend den Ergebnissen des laufenden Jahres um vier Prozent ansteigen. Und im nächsten Jahr verringert sich die Zunahme der realen Löhne und Gehälter um her als die Hälfte – bis auf 1,8 Prozent im Basis-Szenario der Regierung und bis auf 0,9 Prozent im konservativen Entwicklungsszenario für das Jahr 2027.

Laut den FOM-Umfragen erwarten heute eine Verbesserung ihrer materiellen Lage im nächsten Jahr im Land durchschnittlich rund 22 Prozent der Befragten. Jedoch sagt unter den Befragten mit einer Hochschulausbildung jeder Vierte eine Verschlechterung der eigenen materiellen Lage voraus. Und unter den Einwohnern der Millionenstädte (mit Ausnahme Moskaus) sagen bereits 27 Prozent der Befragten eine Verschlechterung ihrer materiellen Lage im Verlauf des nächsten Jahres voraus. In Moskau erwarten 20 Prozent der Befragten eine Verschlechterung.

Über die Haltung von Russlands Bürgern zu ihrer wirtschaftlichen Zukunft sprechen die Erhebungen hinsichtlich der Neigungen der Bürger – Geld heute auszugeben oder es für die Zukunft auf Depositkonten in Banken zu belassen.

Nur 39 Prozent der Bürger Russlands bevorzugen ein Bankkonten für die Bewahrung der Ersparnisse ungeachtet der (angeblich – Anmerkung der Redaktion) hohen Prozentsätze für Sparkonten, betont man im Labor SberIndex. Ursache für solch einen geringen Wert ist nicht nur die Inflation, sondern auch die individuelle Haltung zur Zukunft. Wirtschaftsexperten bezeichnen diesen Parameter als einen subjektiven Koeffizienten der Diskontierung bzw. Abzinsung (sprich: Berechnung der künftigen Zinsen, die geringer ausfallen – Anmerkung der Redaktion).

Wenn der subjektive Koeffizient der Diskontierung beispielsweise 0,85 ausmacht, so bedeutet dies, dass der Durchschnittsbürger bereit ist, 850 Rubel in einer Bank zu hinterlegen, wobei er damit rechnet, in einem Jahr mindestens 1000 Rubel im Realwert zu erhalten, was etwa 17 Prozent einer realen Rentabilität entspricht. Der gegenwärtige Zinssatz für Spareinlagen von 6,4 Prozent (der durchschnittliche reale Zinssatz in Russland für den September dieses Jahres) bringt lediglich rund 900 Rubel.

Daher wird es bei diesem subjektiven Diskontierungskoeffizienten (0,85) der Durchschnittsbürger vorziehen, heute diese 850 Rubel auszugeben und nicht für ein Jahr lang auf die hohe Kante für das Erzielen einer akzeptablen Rentabilität zu legen.

Im Durchschnitt betrug für Russland der subjektive Koeffizient für eine Diskontierung laut Angaben von SberIndex 0,807 auf das Jahr hochgerechnet. Am geringsten diskontieren die Zukunft die Einwohner des Verwaltungsgebietes Tjumen (0,854). Und am stärksten die Einwohner des Verwaltungsgebietes Woronesch (0,705).

Laut Angaben der Zentralbank hat sich die Menge der Gelder der Bevölkerung in den Banken im August dieses Jahres um etwa 0,1 Billionen Rubel oder um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat Juli verringert. Solch eine Verringerung verknüpfte man in der Zentralbank der Russischen Föderation mit einer Zunahme der Bevölkerungsausgaben für den Urlaub oder für die Vorbereitung auf das neue Schul- bzw. Studienjahr.