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Armenien ist kein Geld mehr für die Armee geblieben


„Wir müssen zu jedem beliebigen Zeitpunkt zu einem Krieg bereit sein, denn der Verlauf der Prozesse in der Welt ist solch einer, dass es unmöglich ist vorauszusehen, was morgen sein wird. Der Garant für unsere Sicherheit sind wir selbst“, ist sich Alijew sicher.

Laut seinen Worten habe Aserbaidschan nach Beendigung des zweiten Bergkarabach-Krieges im Herbst des Jahres 2020 die Sondereinsatzkräfte um „tausende Kämpfer“ aufgestockt. An das Land wurden gleichfalls moderne Drohnen und neue Artilleriesysteme geliefert, abgeschlossen wurden Verträge über den Erwerb neuer Kampfflugzeuge. Und die vorhandene Flugzeuge sind vollkommen modernisiert worden.

Der Leiter des Analytischen Zentrums für strategische Studien und Initiativen, Ajk Chalatjan, ist der Auffassung, dass die Position der Regierung Armeniens und die Worte Alijews deren unterschiedliche Haltung zur Paraphierung des Friedensabkommens von Baku und Jerewan in Washington bestätigen würden.

Die armenischen Offiziellen versuchen, die Mitbürger davon zu überzeugen, dass die Paraphierung des Vertrages das Risiko eines Krieges bis zu einem Minimum gebracht habe. Daher könne man beginnen, bei den Militärausgaben zu sparen. Baku dagegen demonstriert, dass die Möglichkeit eines gewaltsamen Drucks im Verhandlungsprozess stets präsent sein müsse“, erklärte Chalatjan gegenüber der „NG“.

Derweil kann aus der Sicht der Wirtschaftssituation die Reduzierung der Verteidigungsausgaben berechtigt sein. Armenien nähert sich unter anderem eine Wirtschaftskrise. Die Staatsschulden haben 50 Prozent des BIP überschritten, das Haushaltsdefizit macht fünf Prozent aus. Die internationale Rating-Agentur Fitch weist darauf hin, dass eine Beibehaltung des Wachstums der Ausgaben ohne eine Erweiterung der Einkommensbasis des Haushalts zu einer Schwächung der finanziellen Stabilität des Landes führe. Dabei müsse Jerewan für die Beibehaltung der sozialen Programme investieren und Infrastruktur-Projekte entwickeln.

Wie dem auch immer sein mag: Alle von der Regierung Paschinjans begonnenen Reformen im Bereich der Verteidigung befinden sich in den Kinderschuhen. Nach der Niederlage im zweiten Bergkarabach-Krieg ist Jerewan zu der Schlussfolgerung gelangt, dass man mehr Waffen kaufen sowie die Struktur der Führung der Armee und die Methoden der Ausbildung der Truppen ändern muss. Wenn aber die Verteidigungsausgaben verringert werden, können die Reformen überhaupt nicht abgeschlossen werden.

 

 

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