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Bukarest kann Bürger Moldawiens in sein Vakzinierungsprogramm integrieren


Experten des rumänischen analytischen Zentrums „Expert Forum“ haben eine Petition mit der Bitte an die Regierung Rumäniens veröffentlicht, die Bürger der Republik Moldowa in das rumänische Vakzinierungsprogramm zu integrieren. Vorgeschlagen wird, die Betreuungszone der rumänischen mobilen Brigaden, die für die Vakzinierung in den Dörfern gebildet wurden, auszudehnen und moldawische Regionen in diese einzubeziehen. Faktisch ist dies ein Schritt zur Vereinigung beider Länder, die die Präsidentin der Republik Moldowa Maia Sandu und ihre Partei „Partei der Aktion und Solidarität“ (PAS) unterstützen. Letztere rechnet damit, in Moldawien ein unionistisches, sprich: vereintes Parlament zu bilden.

Der amtierende Vorsitzende der „Partei der Aktion und Solidarität“ Igor Grosu erklärte in einer Sendung des moldawischen Fernsehens, dass die PAS beschlossen habe, eigenständig bei vorgezogenen Parlamentswahlen zu agieren, und verzichte, irgendeinem Wahlblock beizutreten. Igor Grosu bekundete den Wunsch, dass in das nächste Parlament der Republik Moldowa unionistische Kräfte einziehen.

„Ich möchte sehr gern, dass die Parteien, die sich als unionistische bezeichnen, eine richtige Strategie für die Teilnahme an der (Wahl-) Kampagne wählen. Wenn sie einzeln antreten, besteht die Gefahr darin, dass sie die Sperrklausel nicht überwinden. Wenn sie ihre Kräfte vereinen, werden ihre Chancen zunehmen. Und wir werden einander gegenseitige Hilfe sowohl im Verlauf der Kampagne als auch nach ihr leisten. Wir wollen, dass dieses Segment des Elektorats ins Parlament gelangt“, sagte Grosu.

Zuvor hatte vom Festhalten an der Idee der Vereinigung der „zwei Rumäniens“ auch Maia Sandu gesprochen, die Grosu für die Zeit ihrer Präsidentschaft an der Spitze der Partei PAS ersetzte.

Die unionistischen Stimmungen eines Teils der gegenwärtigen moldawischen Herrschenden offenbarten sich besonders in der Zeit der Corona-Pandemie. Dass gerade Rumänien die erste Lieferung von COVID-19-Impfstoffen nach Moldawien gebracht hatte, hat Maia Sandu in all ihren Auftritten unterstrichen. Daher wird die Idee von einer Aufnahme der Republik Moldowa in die Zone der Vakzinierung Rumäniens zweifellos in Kischinjow begrüßt werden.

Vertreter von NGOs betonen, dass solch eine Maßnahme notwendig sei, da die Republik Moldowa selbst nicht allen Bürgern einen Zugang zur Vakzinierung gewähren könne.

Die rumänische Internet-Plattform für die Vakzinierungskampagne erlaubt, in den rumänischen Vakzinierungszentren auf dem Territorium Rumäniens die rumänischen Bürger zu erfassen, die auf dem linken Ufer des Flusses Prut (in Moldawien – „NG“ leben. „Dies ist eine natürliche Maßnahme, um die Verantwortung für die Gesundheit unserer Landsleute zu übernehmen, die keine realen Perspektiven für einen Zugang zu einem sicheren, durch die EU zertifizierten Vakzin haben“, heißt es in einer Petition, die an die Regierung Russlands durch das in Bukarest ansässige analytische Zentrum „Expert Forum“ gesandt wurde.

Vorgesehen ist gleichfalls eine Einbeziehung der Republik Moldowa in den Betreuungsbereich der mobilen Brigaden für die Vakzinierung der ländlichen Bevölkerung, wenn diese Etappe der Impfkampagne in Rumänien gestartet wird. Die Maßnahmen zur Überprüfung der Personendaten und Zusammensetzung gemischter Vakzinierungsteams in der Republik Moldowa seien technische Details, die durch die Regierungen beider Länder zügig realisiert werden könnten, betonen die Autoren der Petition.

Wahrscheinlich wird solch eine Unterstützung der Brüder jenseits des Grenzflusses Prut durch Rumänien in Bukarest unterstützt werden. Vor dem Hintergrund des Mangels an Impfstoffen und der Zunahme der Coronavirus-Morbidität wird die moldawische Bevölkerung die Hilfe Rumäniens mit Verständnis zur Kenntnis nehmen.

Derweil hat der amtierende Premierminister Aureliu Ciocoi erklärt, dass in der Republik Moldowa bis Ende April eine kostenpflichtige Vakzinierung beginnen könne. „Wir haben mit der Regierung gesprochen, um eine Form zu finden, um den Wirtschaftsagenten, die finanzielle Möglichkeiten haben, zu erlauben, wenn es ihnen gelingt, für einen Verkauf zugängliche (Impfstoff-) Partien zu finden, die Einfuhr von Vakzinen zu beginnen, die gegen Bezahlung eingesetzt werden.“ Dabei erklärte der moldawische Regierungschef, dass die Republik vorerst nicht bereit sei, 500.000 Einheiten des russischen Vakzins „Sputnik V“ zu kaufen. In einem Interview von Radio Europa Libera erklärte er, dass „es in dieser Hinsicht Produktionsschwierigkeiten gibt, die mit der Herstellung des Vakzins in der Russischen Föderation zusammenhängen“.

Zur gleichen Zeit versprach Ex-Präsident und Chef der Partei der Sozialisten der Republik Moldowa, Igor Dodon, dass die Republik Moldowa in baldiger Zukunft eine Million Einheiten des russischen Vakzins „Sputnik V“ kaufen werde. Seinen Worten zufolge werde in der nächsten Zeit die erste Lieferung des Impfstoffs „Sputnik V“ als humanitäre Hilfe aus Russland in der Republik eintreffen. „Die entsprechende Entscheidung ist gefällt worden. Russland wird uns 180.000 Einheiten des Vakzins bereitstellen, von denen 60.000 Einheiten für die Transnistrien-Region sind. Die erste Partie – sicher rund 100.000 Einheiten – wird in der nächsten Zeit eintreffen. Ich habe gleichfalls darum gebeten, dass man uns mit Transport mitteln hilft. Unsere Freunde aus Russland werden ein Flugzeug bereitstellen, um das Vakzin anzuliefern“, sagte Dodon. Sicher auch in der Hoffnung gegen Präsidentin Maia Sandu politische Punkte zu sammeln.

Der Vakzinierungsprozess in Moldowa hat am 2. März begonnen. Eingesetzt werden Impfstoffe von AstraZeneca und Pfizer/BioNTech, die die Republik Moldowa als Hilfe von Rumänien und über die COVAX-Plattform erhielt.

Interessant ist, dass Moldawiens Ministerium für Gesundheitswesen, Arbeit und sozialen Schutz erklärte, dass es über diplomatische Kanäle darüber informiert wurde, dass die Russische Föderation bereit sei, der Republik Moldowa in der nächsten Zeit das COVID-19-Vakzin „Sputnik V“ zur Verfügung zu stellen. Zwecks Erleichterung der Einfuhr der gespendeten Partie von insgesamt 182.000 Einheiten befindet sich das Ministerium mit dem Russischen Fonds für Direktinvestitionen in Kontakt, meldete unter anderem das Internetportal IPN. Die Informationen, die durch das moldawische Gesundheitsministerium bereitgestellt worden waren, unterschieden sich zeitweilig (bis zum 9. April – Anmerkung der Redaktion) mit der Erklärung des amtierenden Regierungschefs. Er hatte gesagt: „Es gibt kein Dokument von Partnern aus der Russischen Föderation, dass als offizielle Bestätigung einer kostenfreien Übergabe einer genauen Anzahl von Einheiten des Vakzins „Sputnik V“ für die Republik Moldowa dienen könnte“, hatte er den Bürgern der Republik versichert.

Interessant sind die Angaben einer Meinungsumfrage, die das Unternehmen Date Inteligente durchgeführt hat. Über 44 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Moldawiens beabsichtigen nicht, sich vakzinieren zu lassen. Dabei antworteten auf die Frage „Haben Sie sich schon impfen lassen oder beabsichtigen Sie, dies zu tun?“ 48,2 Prozent der Befragten positiv. Von Interesse sind die „Favoriten“ der Bürger der Republik Moldowa: 35,42 Prozent wählten „Sputnik V“, 18,96 Prozent – Pfizer und 9,25 Prozent – AstraZeneca. Dabei sind 73 Prozent nicht zu einer Vakzinierung gegen Bezahlung bereit.

Was die Vereinigung der Republik Moldowa mit Rumänien angeht, so treten 44 Prozent der Bürger der Republik dafür ein. Die Autoren der Umfrage konstatieren eine Zunahme der Zahl der Anhänger solch einer Entwicklung. Möglicherweise hängt dieser aufsteigende Trend mit der durch die rumänische Seite gewährten Hilfe in Zeiten der Corona-Pandemie zusammen. Die Zahl der Anhänger eines Beitritts von Moldawien zur Europäischen Union hat derweilo aber bis auf 40,9 Prozent abgenommen (im Januar waren es noch 48,1 Prozent und im Februar – 44,9 Prozent).