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Der Krankenhausaufenthalt von Papst Leo XIV. hat die Pläne des Vatikans durcheinandergebracht


Papst Leo XIV. war am 13. Oktober ins römische Gemelli-Krankenhaus für eine Operation zwecks Entfernung eines Knotens in der Lunge gekommen und wurde nach am gleichen Tag operiert. Beim Heiligen Stuhl hatte man erklärt, dass die Operation eine planmäßige sei und der Krankenhausaufenthalt des Pontifex voraussichtlich eine Woche dauern werde. Doch hatte die Eile um diese Tatsache Verdachtsmomente bei katholischen Medienvertretern ausgelöst.

Den anstehenden chirurgischen Eingriff hatte Leo XIV. nach dem Sonntagsgebet Angelus am 11. Oktober erwähnt. „Vor kurzem haben Ärzte bei planmäßigen Untersuchungen bei mir einen Knoten in der Lunge festgestellt. Festgestellt wurde er in einem sehr frühen Stadium und besaß eine klar ausgeprägte Lokalisierung. Die Ärzte haben einen Eingriff für notwendig erachtet. Und daher habe ich deren Rat folgend beschlossen, eine Operation zu seiner Entfernung vorzunehmen“, sagte der 71jährige. In internationalen katholischen Medien ist man jedoch der Auffassung, dass die Situation weitaus gefährlicher sei als sie der Pontifex darstellte, und dass die Entscheidung über eine Operation nicht durch ihn selbst getroffen worden sei.

Die Journalisten hatten die Aufmerksamkeit auf jene personellen Umbesetzungen gelenkt, die Leo XIV. in der vergangenen Woche vorgenommen hatte. Die wichtigste von ihnen – die Bestätigung des philippinischen Kardinals Luis Antonio Tagle als Leiter des Kardinalskollegiums am 9. Oktober. Dieses Amt ist kritisch wichtig. Gerade der Dekan des Kardinalskollegiums, der als der „erste unter gleichen“ gilt, leitet den Vatikan in der Zeit des „vakanten Throns“ („sede vacante“, nach dem Tod oder einem Rücktritt des Pontifex) und beruft die Konklave zwecks Wahl des nächsten Papstes ein. Der 69jährige Tagle, der bei der vergangenen Konklave im Jahr 2025 unter den Parabilen (umgangssprachliche Bezeichnung für Kardinäle, denen bei einer Papstwahl Chancen eingeräumt werden – Anmerkung der Redaktion) gewesen war und den man als „asiatischen Franziskus“ bezeichnete (als Vergleich mit dem vorangegangenen Pontifex), löste in diesem Amt den 92jährigen Kardinal Giovanni Battista Re ab.

Die zweite Ernennung erfolgte am 10. Oktober. Der Papst machte Erzbischof Vittorio Francesco Viola zum Generalvikar des Vatikans und Erzpriester des Petersdoms. Der 61jährige Viola ist ein angesehener Spezialist für Liturgie und hatte früher das Amt des Sekretärs des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung bekleidet. Seine überraschende Versetzung auf die hohen administrativen Posten verweist nicht nur auf das Bestreben des Papstes, Ordnung in der Verwaltung der Hauptbasilika der Welt und deren Finanzen zu schaffen, sondern auch auf die Notwendigkeit, im Vatikan an sich einen zuverlässigen, kompetenten und ergebenen Administrator in der für die Kirche kritischen Zeit zu haben.

Mehr noch, derzeit erfolgt am Heiligen Stuhl ein internationales Treffen, das dem 10. Jahrestag des nachsynodalen Schreibens von Papst Franziskus „Amoris laetitia“ („die Freude der Liebe“) über die Familie und deren Platz in der heutigen Welt gewidmet ist. Initiator des Forums war Papst Leo XIV. An der Veranstaltung, die am Mittwoch, dem 14. Oktober endete, haben die Oberhäupter alles Bischofskonferenzen der Welt und der katholischen Ostkirchen teilgenommen. Geplant hatte man, dass die feierliche Messe zum Abschluss des Treffens der Pontifex leiten wird. Aufgrund des Krankenhausaufenthaltes hatte er jedoch diese Rolle Kardinal Tagle übertragen. Leo XIV. bat gleichfalls, „das Synthese-Dokument zu dem Treffen nicht wie vorgesehen jetzt zu veröffentlichen, sondern später, wenn er sich das Material noch einmal angesehen hat. Ich denke, sein Wunsch ist schön, ein Wort dazu zu sagen, um den Einsatz der ganzen Kirche zu unterstützen“, erklärte Pater Giacomo Costa, Konsultor des Generalsekretariats der Synode, am Montagnachmittag bei einem Pressebriefing.

All diese Handlungen haben die Journalisten in Verlegenheit gebracht. Allerdings ist auch die Variante möglich, bei der die Ärzte ganz und gar nicht den Papst hinsichtlich der Operation gedrängt hatten. Leo XIV. erwartet aber eine 12tägige Lateinamerika-Reise (vom 6. bis einschließlich 17. November). Die postoperative Genesung erfordert Zeit, umso mehr für den 71jährigen Papst. Einerseits werden die Ärzte nach dem chirurgischen Eingriff an der Lunge keine langen Flüge im Verlauf mehrerer Wochen empfehlen. Andererseits hätte ein Verschieben der Operation auf Ende November mehr Risiken für die Gesundheit des Pontifex ausgelöst.

P. S.

Nach Redaktionsschluss für den vorliegenden Beitrag wurde bekannt, dass Papst Leo ein „Adenokarzinom der Lunge“ hat. Deshalb wurde ihm am Dienstagnachmittag „der untere Lappen der rechten Lunge entfernt“. Im medizinischen Bulletin vom Dienstagabend hieß es um 22 Uhr, der Eingriff sei „erfolgreich verlaufen, und es gab keine Komplikationen“. Im OP des Gemelli-Krankenhauses war das Kirchenoberhaupt insgesamt drei Stunden gewesen, wobei die eigentliche Operation etwa 90 Minuten dauerte.

Die Pressestelle des Heiligen Stuhls hatte am Mittwoch per E-Mail ein neues Bulletin zum Gesundheitszustand von Leo XIV. veröffentlicht. Es enthielt Informationen von Dr. Luigi Carbone, dem Direktor für Gesundheit und Hygiene der Regierung des Vatikanstaats, und von Professor Stefano Margaritora, dem Leiter des Teams für Thoraxchirurgie, das den Papst operiert hatte.

„Heute Morgen hat der Heilige Vater die vorgesehenen Blutuntersuchungen und die Röntgenaufnahmen des Brustkorbs nach der Operation durchführen lassen. Die Ergebnisse bestätigen einen regulären postoperativen Verlauf: Die Werte liegen im Normbereich für die durchgeführte Art der Operation“, heißt es in der Mitteilung.

Der Text fügte hinzu, dass der Pontifex „die Atem-Physiotherapie durchgeführt und begonnen hat, im Zimmer zu gehen“. Außerdem „hat er wieder eine normale Ernährung aufgenommen“ und bereits gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Das Bulletin schließt: „Die Entwicklung verläuft wie geplant“.