Russland wird am kommenden Samstag den Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg begehen. Zum 81. Mal. 67 Prozent der Bürger Russlands halten diesen Tag für den wichtigsten Feiertag im Land, weisen die Zahlen einer in der 2. Aprilhälfte durchgeführten Meinungsumfrage des staatlichen Allrussischen Meinungsforschungszentrums VTsIOM aus, über die die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS am Donnerstag, am 7. Mai berichtete. Wie VTsIOM-Generaldirektor Valerij Fjodorow betonte, sei nach Silvester und dem Neujahrstag der Tag des Sieges der populärste staatliche, gesellschaftliche und Familienfeiertag in Russland.
Drei Tage zuvor hatte das analytische Zentrum FEEDBACK seine Zahlen zur Wahrnehmung des Tages des Sieges in der Landesbevölkerung vorgelegt, die auswiesen: 86 Prozent der Befragten bewerten den Tag des Sieges als einen wichtigen Feiertag. Dabei betrachten 89 Prozent den 9. Mai als eine Form zur Bewahrung des Andenkens an die Generation, die den Krieg erlebt hatte. Und 66 Prozent der von FEEDBACK Befragten sehen in den Lehren des Krieges die Notwendigkeit, in Fragen der Sicherheit präventiv zu handeln. In diesem Sinn sprach sich auch Valerij Fjodorw aus: „Heute feiern wir gerade den Sieg, unsere Stärke, unseren Triumph. Wir wollen sehr gewinnen und Siege erlangen. Und heute, da Russland erneut schwere Kriegszeiten durchmacht, inspirieren uns gerade die Erfahrungen aus dem Sieg unserer Großväter im Großen Vaterländischen Sieg“.
Beide ausgewiesenen Umfragen vereint die Tatsache, dass Fragen der Bewahrung der Sicherheit im Land für viele Russen zu besonders wichtigen geworden sind. Zweifellos vor dem Hintergrund des bewaffneten Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Er wird am 9. Mai bereits den 1536. Tag andauern, während der Große Vaterländische Krieg nach 1418 Tagen endete. Und die militärische Sonderoperation hat bereits weite Teile Russlands weit von der eigentlichen Frontlinie erreicht, berührt immer mehr Familien und Objekte der zivilen Infrastruktur. Schaut man sich die ersten Meldungen der russischen Nachrichtenagenturen vom 7. Mai an, dem Tag der Generalprobe der Parade, die am kommenden Samstag auf dem Roten Platz von Moskau stattfinden soll, wird dieser Eindruck nur bestätigt: Mehr als ein Dutzend Flughäfen mussten in der vergangenen Nacht ihre Arbeit einstellen bzw. einschränken. Fast 350 Drohnen wurden über verschiedenen Regionen des Landes in der Nacht abgeschossen, wie das Verteidigungsministerium kurz nach 7 Uhr Moskauer Zeit meldete. In Tscheboksary, der Hauptstadt der Teilrepublik Tschuwaschien, wurde am Donnerstag für die Schüler Fernunterricht angeordnet, nachdem zwei Tage zuvor zahlreiche Wohnhäuser zu Zielen von Drohnen-Attacken geworden waren, bei denen 35 Menschen Verletzungen erlitten und zwei ums Leben kamen. Allein in den ersten neun Stunden des Donnerstags seien 13 Drohnen, die in Richtung Moskau unterwegs waren, abgeschossen worden, informierte der hauptstädtische Bürgermeister Sergej Sobjanin …
In der russischen Bevölkerung ist zu spüren, dass die Hoffnungen auf eine baldige Beendigung des bewaffneten Konflikts zu vagen geworden sind. Die Menschen machen sich immer mehr Sorgen um die eigene Sicherheit und die ihrer Nächsten und Verwandten. Man ist sich auch darüber im Klaren, dass die Mittel der russischen Luftverteidigung offensichtlich unzureichend sind, um die Drohnen-Attacken vollkommen zu unterbinden. Und es kommt die Frage auf: Was wird am 9. Mai passieren?
Russlands Verteidigungsministerium kündigte am 4. Mai eine Feuerpause für den 8. und 9. Mai an (https://ngdeutschland.de/moskau-kundigte-feuerpause-fur-den-tag-des-sieges-an/). Dem folgte am Mittwochabend eine Erklärung der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Es war zu spüren, dass der Erklärung der russischen Militärs vom Montag Nachdruck verliehen werden sollte. Dementsprechend waren auch die Form und die Wortwahl in dem zwei Minuten und 55 Sekunden langen Videostatement der Diplomatin. Die Redaktion von „NG Deutschland“ veröffentlicht nachfolgend eine Übersetzung dieser Erklärung:
„Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation informiert, dass an alle beim Außenministerium akkreditierten ausländischen diplomatischen Missionen und Vertretungen internationaler Organisationen eine Note des folgenden Inhalts gesandt wurde. Ich zitiere:
„Am 4. Mai 2026 veröffentlichte das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation eine offizielle Erklärung im Zusammenhang mit den Drohungen des Kiewer Regimes, einen Schlag gegen Moskau am für alle Bürger Russlands heiligen Feiertag – dem Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg – zu führen. Das Außenministerium Russlands ruft eindringlich die Offiziellen Ihres Landes/die Führung Ihrer Organisation auf, sich mit einem maximalen Verantwortungsgefühl gegenüber dieser Erklärung zu verhalten und rechtzeitig eine Evakuierung des Personals aus den diplomatischen und anderen Vertretungen, aber auch der Bürger aus der Stadt Kiew im Zusammenhang mit der Unvermeidbarkeit der Führung eines Antwortschlags durch die Streitkräfte der Russischen Föderation gegen Kiew, darunter gegen Zentren für das Treffen von Entscheidungen im Falle einer Realisierung seiner verbrecherischen terroristischen Absichten an den Tagen des Feierns des Großen Sieges durch das Kiewer Regime zu sichern“. Ende des Zitats.
Gleichfalls informieren die russischen diplomatischen Vertretungen im Ausland die akkreditierenden Länder und internationalen Organisationen darüber.
Es sei daran erinnert, wie sich die Ereignisse entwickelten.
Am 4. Mai 2026 hatte sich im Verlauf des Gipfeltreffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Jerewan der Anführer des Kiewer Regimes Selenskij aggressive und bedrohliche Erklärungen über die Absicht, den heiligen Feiertag, den Tag des Sieges, in Moskau durch terroristische Akte zu vereiteln, erlaubt. Dabei waren Vertreter mehrerer Länder der EU zugegen. Keiner von ihnen hatte den Anführer des Kiewer Regimes davon abgehalten.
Am gleichen Tag veröffentlichte das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation eine Warnung, die zu einer Antwort auf die aggressiven Absichten Selenskijs wurde. Ich unterstreiche: Dies war gerade als eine Antwortmaßnahme getan worden.
Wenn man in den EU-Ländern denkt, dass es ihnen gelingen wird, die öffentlich laut gewordenen Androhungen zu „verschweigen“, sozusagen die aggressiven Erklärungen Selenskijs „unter den Teppich zu kehren“, so irren sie sich gehörig. Uns ist die Haltung der kollektiven westlichen Minderheit gegenüber dem 9. Mai gut bekannt. Sie vernichten planmäßig das sowjetische Erbe zur Bewahrung der Erinnerungen, exhumieren Gebeine sowjetischer Kämpfer, schreiben die Geschichte um und verdrehen sie. Gerade sie sind, indem sie die Ukraine bewaffnen, Komplizen der verbrecherischen Pläne des Kiewer Regimes.
Aber in diesem Fall darf sie nicht der Selbsterhaltungsinstinkt verlassen. Wir treten nicht von der Position einer Aggression auf. Wir treten von der Position einer unweigerlichen Antwort auf eine Aggression auf. Gerade so sind die Erklärung des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation vom 4. Mai und unsere nachfolgenden Schritte wahrzunehmen. Sie darf man bestimmt nicht verschweigen. Ihr gegenüber muss man sich sehr, sehr ernsthaft verhalten“.