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Die Verluste der Agrar-Betriebe Russlands sind innerhalb eines Jahres um 36 Prozent gestiegen


Russlands Offizielle kämpfen gegen eine Vergabe von Krediten, gegen den Konsum, Investitionen und ein Wirtschaftswachstum, wobei sie dies als Politik zur Abkühlung der überhitzten Wirtschaft bezeichnen. Zu einem Abbild solch einer Wirtschaftspolitik ist die einheimische Landwirtschaft geworden, in der die Investitionen im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent zurückgegangen sind, und die Verluste der Agrarier sind um 36 Prozent in die Höhe geschnellt. Dabei hat Russland den Export von Agrarerzeugnissen um vier Prozent verringert. Dagegen hat sich der Import um 15 Prozent erhöht. Russland hat sich in einen reinen Importeur von Nahrungsmitteln und Agrarerzeugnissen verwandelt. In einer neuen Übersicht zur regionalen Wirtschaft teilen Beamte der Zentralbank der Russischen Föderation mit, dass die Investitionen und die Produktion nicht nur in der Landwirtschaft zurückgegangen seien. In dem aktuellen Report der Zentralbank werden gleichfalls jene Arten von Waren aufgezählt, die Russlands Bürger jetzt nicht kaufen können.

Der Umfang der Investitionen in das Grundkapital der Landwirtschaft hat sich in Russland im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2024 um 3,6 Prozent verringert, wird in dem neuen Bericht der Zentralbank „Regionalwirtschaft“ mitgeteilt. „Die Vertreter dieser Branche hoben häufiger als andere die einschränkende Wirkung des Mangels an eigenen Mitteln hervor. Unter diesen Bedingungen haben die Unternehmen, die im Jahr 2025 investierten, als hauptsächlichen stimulierenden Faktor die Maßnahmen zur staatlichen Unterstützung hervorgehoben“, berichten die Beamten der Zentralbank.

Russlands Statistikamt ROSSTAT meldete seinerseits, dass der Anteil der Verluste machenden Unternehmen in der Landwirtschaft der Russischen Föderation im vergangenen Jahr von 20,7 bis auf 23,1 Prozent gewachsen sei. Dabei sei der nominelle summarische Verlust aller Agrar-Unternehmen (ohne Berücksichtigung des Kleinunternehmertums) innerhalb des Jahres um 35,7 Prozent angestiegen. Und der nominelle Gewinn erhöhte sich nur um 4,4 Prozent. Im Endergebnis sank das saldierte Finanzergebnis (Gewinn minus Verluste) im Agrarsektor im vergangenen Jahr um 17,8 Prozent. Und im Pflanzenbau und in der Viehwirtschaft sind die Verluste um 65 Prozent gestiegen. Das gesamte Finanzergebnis sackte aber um 23,5 Prozent ab.

Zu noch einem Ergebnis der Antiwirtschaftspolitik der letzten Jahre wurde die Verwandlung Russlands aus einem Netto-Exporteur von Agrarerzeugnissen in ein Lebensmittel importierendes Land.

Laut Angaben des Zolls exportierte Russland im Jahr 2025 Lebensmittelwaren und landwirtschaftliche Rohstoffe (außer Textilien) im Wertumfang von 40,9 Milliarden Dollar, was um 4,1 Prozent weniger war als im Jahr 2024. Dabei ist der Import von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Rohstoffen im vergangenen Jahr gleich um 15 Prozent bis auf 43,4 Milliarden Dollar in die Höhe geschnellt.

Vordem Hintergrund der generellen Verschlechterung der Situation in der Landwirtschaft wählen unsere Staatsbeamten geschickt Zahlen für eine Demonstration von Erfolgen aus. Landwirtschaftsministerin Oksana Lut und der Vorsitzende der Staatlichen Sorten-Kommission, Dmitrij Butusow, erörterten, dass die Spezialisten der Einrichtung über 15.000 Versuche durchgeführt hätten, hinsichtlich deren Ergebnisse über 1000 Sorten und Hybriden in das entsprechende Staatliche Register aufgenommen worden seien. Ein erheblicher Teil der Hybriden entfiel auf einheimische Entwicklungen. „In den letzten fünf Jahren hat die Produktion einheimischer Blumen um mehr als 40 Prozent zugenommen. Laut Schätzungen des Landwirtschaftsministeriums Russlands sind im vergangenen Jahr im organisierten Sektor über 470 Millionen Schnittblumen und Blüten gewonnen worden, was den Wert des Jahres 2024 um acht Prozent übersteigt“, teilte man im Ministerium von Oksana Lut mit.

Die Landwirtschaft ist aber nicht der einzige Wirtschaftssektor, der durch die besondere „Wirtschafts-“ Politik der Zentralbank und der Regierung leidet. In den offiziellen Plänen der Regierung ist für das Jahr 2026 ein Gesamtrückgang der Investitionen um 0,5 bis 1,3 Prozent vorgesehen worden. Dabei soll das Gesamtwachstum des BIP im laufenden Jahr 0,8 bis 1,3 Prozent ausmachen, was drei- oder fünfmal weniger ist, als dies im Jahr 2024 der Fall gewesen war.

„Im Zeitraum Januar-Februar hat sich die Zunahme der Geschäftsaktivität verlangsamt. Die Dynamik des Verbrauchs war eine moderatere als Ende des Jahres 2025, in vielem durch das Segment der nicht zu den Lebensmitteln gehörenden Waren. Die Zunahme des Tempos für das Ansteigen der Preise und der Preiserwartungen des Business wurde durch einmalige Faktoren bedingt. Im Februar gingen diese Parameter zurück. Die Erweiterung der Kreditvergabe an natürliche Personen erfolgte in Vielem durch Hypotheken“, informierte Beamte der Zentralbank.

Ein „moderaterer Verbrauch“ bedeutet in der Praxis, dass sich die aktuellen Konsumausgaben der Bürger Russlands unter Berücksichtigung der Inflation bereits unter dem Stand des vergangenen Jahres befinden. Und nicht zufällig sprechen bereits 26 Prozent der befragten Bürger Russlands über eine Verschlechterung ihrer materiellen Lage in den letzten Monaten (siehe https://ngdeutschland.de/jeder-vierte-burger-russlands-spricht-uber-eine-verschlechterung-der-materiellen-lage/).

In der Woche vom 23. Februar bis einschließlich 2. März 2026 überstiegen die realen Ausgaben den Stand des vergangenen Jahres, und das Jahreswachstum der nominellen Verbraucherausgaben machte 5,8 Prozent aus, informierte das Labor „SberIndex“. Der Parameter der Verbraucherausgaben wird auf der Grundlage aller Einkäufe (Transaktionen) der Sberbank-Kunden berechnet, die die Dynamik der bargeldlosen Verbraucherausgaben der Bevölkerung Russlands widerspiegeln. Die Veränderungen des Parameters der Verbraucherausgaben werden in Bezug auf die gleiche Woche des Vorjahres oder im Vergleich zur vorangegangenen Woche fixiert.

Die Daten des „SberIndexes“ fixieren gleichfalls einen Verzicht der Bürger Russlands auf einen Teil der Feiertagsausgaben vor dem Jahreswechsel oder dem tag des Vaterlandsverteidigers (23. Februar).

Die traditionell mit dem Feiern des 23. Februar verbundenen Ausgaben unterstützten nicht die Verbrauchernachfrage in der vergangenen Woche, erklärten Analytiker. Der Rückgang der gesamten Wochenausgaben machte 2,2 Prozent aus. Dabei gingen die Ausgaben für Lebensmittel um 5,4 Prozent zurück, für nicht zu den Lebensmitteln gehörenden Waren – um 0,7 Prozent.

Die Politik einer Unterdrückung der Wirtschaftsaktivitäten in unserem Land basiert auf der umstrittenen These von einer Überhitzung der Wirtschaft. Dabei sind viele Wirtschaftsexperten der Auffassung, dass die Politik zur Abkühlung in der Russischen Föderation ein Fehler gewesen sei, den heute unsere Staatsbeamten wohl kaum eingestehen werden. „Sie können nicht gestehen: Wir sind schuld daran, dass das Wirtschaftswachstum untergraben wurde, da wir den hohen Leitzins im Interesse der Inflationsbekämpfung beibehielten. Wir haben die Steuern angehoben und haben damit die Möglichkeit für ein Investieren untergraben. Und indem wir die Mehrwertsteuer und den Druck auf das Kleinunternehmertum erhöhten, haben wir die Inflation noch mehr befeuert. Wir haben dies alles ungeachtet dessen getan, dass dies offenkundige Fehler waren“, sagte die Staatsduma-Abgeordnete Oksana Dmitrijewa. „Man musste so gescheit sein, das Wirtschaftswachstum zu untergraben und das Land in eine Rezession treiben, während alle ungeachtet der Sanktionen dessen Wirtschaftswachstum zu fördern suchen“, wundert sich die Volkswirtin.

Jetzt aber beschreiben die Beamten aus der Zentralbank die Ergebnisse ihrer Politik, aufgrund der Russlands Bürger schon nicht mehr früher erschwingliche Waren kaufen können. „Die Schätzungen der Einzelhändler hinsichtlich der Nachfrage waren nahe den minimalen der letzten drei Jahre. Die Autohändler fast aller Makroregionen konstatierten einen Rückgang der Nachfrage nach Autos. Über einen Rückgang der Nachfrage oder deren Bewahrung auf einem geringeren Stand berichteten die Verkäufer von Möbeln und Baumaterialien, von Waren für den Haushalt und Haushaltstechnik in Zentralrussland, im Wolga-Wjatka-Raum, in Sibirien sowie im Süden und im Fernen Osten. Die Gastronomie-Betriebe der Wolga-Wjatka-Region und des Fernen Ostens registrierten einen Rückgang der Besucherzahlen“, wird in einem letzten Report der Zentralbank hervorgehoben.