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Google hat sich den Sanktionen angeschlossen


Aus Google Play, dem weltweit größten Internetshop für Apps sind mit dem russischen Internet-Netzwerkbetreiber VK verbundene Produkte verschwunden – unter anderem der nationale Messenger-Dienst MAX (der massiv den russischen Internetnutzern aufgenötigt wird, teilweise auf gesetzlicher Grundlage – Anmerkung der Redaktion), die sozialen Netzwerke „VKontakte“ und „Odnoklassniki“ (deutsch „Klassenkameraden“) und der E-Mail-Service www.mail.ru. Vor einigen Tagen war VK unter Sanktionen der Europäischen Union geraten. Im Juni waren bereits MAX und das VK-Öko-System im App Store, dem digitalen Apple-Shop, unzugänglich geworden. Somit haben sie die beiden größten Stores in der Welt mit einem Bann belegt. Die zweite Welle von Restriktionen sei aber weniger schmerzhaft, da es alternative Formen für ein Herunterladen und eine Aktualisierung gibt.

Insgesamt sind aus Google Play rund 20 mit VK verbundene Apps verschwunden. Unter ihnen der nationale, sprich: staatliche Online-Messenger-Dienst MAX, die sozialen Netzwerke „VKontakte“ und „Odnoklassniki“, der E-Mail-Dienst www.mail.ru, die Plattformen Dzen und VK Video, der Streaming-Service VK Muzyka, die Nachrichten- und Kommunikationsservices VK Messenger und VK Zvonki u. a.

Wie man bei VK betonte, sei das gesamte Paket in alternativen App-Shops für mit Android arbeitende Gadgets zugänglich, unter anderem im russischen RuStore und in Katalogen einzelner Hersteller — Huawei AppGallery, Samsung Galaxy Store, Xiaomi GetApps u. a.

Die Aktualisierungen der Apps arbeiten gleichfalls im gewohnten Regime. Man muss „Aktualisieren“ in der Service-Mitteilung über die neue Version drücken oder die oben aufgezählten Stores aufsuchen. Die Nutzer von Android-Gadgets werden weiter Push-Mitteilungen über Nachrichten, Ereignisse und Anrufe im Online-Dienst MAX und in den VK-Apps erhalten“, versicherte man in dem Unternehmen (das von Wladimir Kirijenko, dessen Vater Sergej 1. Stellvertreter des Leiters der Administration des russischen Präsidenten ist, geleitet wird – Anmerkung der Redaktion).

Das Verschwinden der Anlagen aus Google Play erfolgte, nachdem am 13. Juli die Europäische Union Sanktionen gegen die Holding VK und deren Tochterunternehmen OOO „Kommunikationsplattform“, die den Messenger MAX entwickelte, verhängt hatte. Man warf ihnen eine Zusammenarbeit mit den russischen Offiziellen und Behörden sowie die Übergabe an sie von Daten über die Nutzer ihrer Services vor. Aber bereits vor diesen Sanktionen waren MAX und VK-Services aus dem App Store, dem Shop für Apple-Gadgets, verschwunden. Die Anlagen funktionieren nach wie vor, aber ohne die Option einer Aktualisierung und ohne Push-Meldungen.

Die weiteren Risiken für die Nutzer unterscheiden sich in Abhängigkeit vom Operationssystem. Apple kann bereits installierte Apps auf iOS-Gadgets technisch zu nicht funktionierenden machen, indem das entsprechende Zertifikat annulliert wird. Bei Androit-Gadgets gibt es keine solchen Möglichkeiten. Das theoretisch integrierte Schutzsystem von Google kann jegliche Programme auf den Geräten der Nutzer blockieren und entfernen, wenn sie für schädliche angesehen werden. Zumindest kann man aber ein Scannen einschränken, obgleich dies den Grad des Schutzes des jeweiligen Gadgets verringert.

Die Nutzer von VK erreichen gleichfalls Mitteilungen mit der Empfehlung, aus der Domäne vk.com zu vk.ru überzugehen. Das Unternehmen erklärt, dass sie beim gleichen Funktional und Design zuverlässiger sei. „Aufgrund technischer Nuancen ist vk.ru stets zugänglich, und es wird schneller geöffnet und arbeitet schneller als vk.com“, wird in den entsprechenden Mitteilungen versichert.

Allerdings wird der Übergang schon lange vorgenommen. Beispielsweise ist eine Nutzung von vk.ru in den Instrumenten für Entwickler bereits seit September vergangenen Jahres obligatorisch. Die jüngsten Ereignisse konnten ihn beschleunigen. VK beendet diesen Migrationsprozess und wird weiter die Zugänglichkeit der Services nur in der Domain-Zone .ru gewährleisten, teilte man am Donnerstag Journalisten im Unternehmen mit.

P. S.

Kremlsprecher Dmitrij Peskow bezeichnete im Übrigen am 14. Juli die EU-Sanktionen gegen VK als absolut absurde Handlungen, „die im Grunde genommen den repressiven Charakter jener demonstrieren, die sie verabschieden. Er erinnerte aber im gleichen Atemzug daran, dass MAX „nicht der einzige Messenger-Dienst ist, der mit repressiven Handlungen in europäischen Staaten konfrontiert wird“. „Hier offenbaren im Grunde genommen die Europäer ihre nicht demokratische, sondern eher repressive Vorgehensweise. Wir sind davon überzeugt, dass unser Messenger ungeachtet aller Sanktionen seine recht stürmische und erfolgreiche Entwicklung fortsetzen wird“, fügte der Pressesekretär des russischen Präsidenten hinzu.

Ja, und was Google angeht, so wird der Internet-Gigant schon seit mehreren Jahren von der russischen Justiz verfolgt und mit Strafen in Milliarden-Höhe belegt, denn er würde sich nicht an die russischen Gesetze halten und unberechtigterweise Accounts russischer Medien blockieren. Schon im November 2024 schrieb so die amerikanische Zeitung „The Washington Post“, dass Google aufgrund des Vorgehens gegen russische YouTube-Kanäle zu jener Zeit schon mit Strafen von insgesamt 20 Dezillionen Dollar belegt worden war (https://www.washingtonpost.com/technology/2024/11/01/russia-google-fine-20-decillion/), die jedoch bisher nicht gezahlt wurden und somit die russische Staatskasse nicht bereicherten.