Russische Staatsbeamte erklären, dass die Ausgaben für die medizinische Betreuung der älteren Generation um ein Mehrfaches höher als für die jüngeren Bevölkerungsgruppen seien. Eine aktuelle medizinische Statistik fixiert eine Zunahme der primären Erkrankungsrate in der Russischen Föderation hinsichtlich der unterschiedlichsten Krankheiten, was auch mit dem Altern der Bevölkerung zusammenhängt. Die Einkommen der Mediziner würden steigen, und der gesamte Mangel an medizinischem Personal im Land verringere sich, heißt es im russischen Gesundheitsministerium.
In Russland nehme der Anteil der Bevölkerung mit einem Alter von mehr als 65 Jahren zu, die Ausgaben aus dem Haushalt für die medizinische Hilfe für diese Kategorie von Bürgern seien wesentlich höher als für die Menschen im arbeitsfähigen Alter, teilte am Donnerstag Gesundheitsminister Michail Muraschko mit. Nach seinen Worten nehme die Zahl der Erkrankungen pro Person bei Zunahme der Lebensdauer zu.
„Die Ausgaben des Gesundheitswesens sind unter der Kategorie der Personen im Alter von 65 und mehr 2- bis 8mal höher als für das Kontingent der arbeitenden Bevölkerung“, präzisierte der föderale Minister. Zuvor hatte der Staatsbeamte über neue Methoden für die Diagnostik von Krebserkrankungen und Erfolge bei deren Heilbehandlung berichtet.
„Die Einjahressterberate aufgrund Krebs ist in Russland bis auf 16,5 Prozent gesunken. Dies ist ein historisches Minimum. Der Anteil der Patienten, die fünf und mehr Jahre ab dem Zeitpunkt des Stellens der (entsprechenden Krebs-) Diagnose leben, hat um beinahe acht Prozent zugenommen. Und der Anteil der bösartigen Neubildungen, die im ersten Stadium ermittelt wurden, ist um mehr als fünf Prozent angestiegen“, erläuterte der Gesundheitsminister.
Der Minister präzisierte, dass bis zum Jahr 2030 106 regionale medizinische Einrichtungen in den meisten Regionen neue Möglichkeiten für eine Radiotherapie (Strahlentherapie) erhalten würden. Dies werde erlauben, eine genauere Diagnostik und Heilbehandlung mit einer minimale Beeinflussung gesunder Gewebe vorzunehmen sowie die Zeiträume für die Heilbehandlung zu verringern und deren Ergebnisse zu verbessern, besonders in schwierigen Fällen.
Die primäre Erkrankungsrate in Russland nimmt zu. Unter anderem steigt auch die Anzahl der Bürger mit onkologischen Erstdiagnosen.
So hat der Grad der Erkrankungen an bösartigen Neubildungen in den letzten zehn Jahren um beinahe 20 Prozent zugenommen.
Im Jahr 2015 kamen auf jeweils 100.000 Einwohner 401 Menschen mit Diagnosen aller Arten bösartiger Neubildungen. Und im Jahr 2024 erreichte die Zahl solcher Kranken 478 Menschenje 100.000 Einwohner. Solche Angaben sind in einer letzten Übersicht des russischen Statistikamts Rosstat über den Zustand des einheimischen Gesundheitswesens enthalten.
In den Jahren 2004-2024 hat sich die primäre Erkrankungsrate hinsichtlich aller Erkrankungen in den meisten Regionen-Subjekten der Russischen Föderation erhöht, bestätigen Demografen. Die Kontingente der Patienten mit bösartigen Neubildungen werden praktisch in allen Regionen der Russischen Föderation größer, bestätigt Jekaterina Schtscherbakowa aus dem A.-G.Wischnewskij-Institut für Demografie.
Die Neubildungen leisten einen relativ kleinen Beitrag zur Statistik der Erkrankungsrate der Bevölkerung Russlands. Laut Angaben für das Jahr 2024 entfielen auf ihren Anteil rund 3,2 Prozent aller Krankheitsfälle und rund 1,5 Prozent der Krankheitsfälle mit einer erstmals gestellten Diagnose. Jedoch nehmen die Neubildungen den zweiten Platz hinsichtlich der Todesursachen ein. Ihr Anteil an der Sterblichkeit nimmt allmählich zu. Über 16 Prozent aller im Jahr 2023 verstorbenen Menschen hatten onkologische Diagnosen. Außerdem sind die bösartigen Neubildungen zum am meisten verbreiteten Grund für eine Invalidität geworden.
Der Anteil der Neubildungen an der primären Erkrankungsrate der Bevölkerung der Subjekte der Russischen Föderation variierte im Jahr 2024 zwischen 0,5 Prozent in den Republiken Tuwa und Tschetschenien und 3,3 Prozent in der Stadt Sewastopol.
Die Erkrankungsrate in Bezug auf bösartige Neubildungen ist unter Männern im Alter von 70 bis 79 Jahren am höchsten. In dieser Gruppe waren 2505 Erkrankungsfälle mit einer erstmals gestellten Diagnose je 100.000 Menschen im Jahr 2024 registriert worden. Bei Frauen der gleichen Altersgruppe ist die Erkrankungsrate aufgrund bösartiger Neubildungen erheblich geringer. Im Jahr 2024 wurden bei den Frauen dieser Altersgruppe 1376 neue Diagnosen gestellt.
In der Russischen Föderation nimmt aber nicht nur die Zahl der Kranken mit onkologischen Diagnosen zu. So ist die Erkrankungsrate aufgrund von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems je 100.000 Menschen innerhalb von fünf Jahren um 33 Prozent gestiegen. Die Zahl der Erkrankungen des Verdauungssystems hat hochgerechnet auf 100.000 Menschen um beinahe zehn Prozent in den letzten fünf Jahren zugenommen. Um neun Prozent sind die Zahlen für Erkrankungen der Atmungsorgane angestiegen.
In der Gesamtstruktur der Erkrankungen führen die Erkrankungen der Atmungsorgane (25,6 Prozent), des Herz-Kreislauf-Systems (16,9 Prozent), des Knochen- und Muskelsystems sowie der Bindegewebe (8,4 Prozent), Erkrankungen der Verdauungsorgane (6,5 Prozent) und des urogenitalen Systems (6,4 Prozent). Auf andere Diagnosen entfallen weitere 19,2 Prozent aller Erkrankungen.
Die Gesamtzahl der Fälle einer zeitweiligen Arbeitsunfähigkeit hat im Jahr 2024 in der Russischen Föderation fast 26 Millionen erreicht und in den letzten fünf Jahren um zwölf Prozent zugenommen.
Somit wird im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung und der generellen Zunahme der Erkrankungsrate die Belastung für das System des Gesundheitswesen nur zunehmen. Die russischen Offiziellen geben jedoch vorerst offiziell nicht die Politik einer „Optimierung“ des Gesundheitswesens auf, die eine Vielzahl negativer Folgen hatte.
Fast die Hälfte der Bevölkerung hat heute Probleme mit einem Zugang zu medizinischen Leistungen. Über die Ergebnisse der „Optimierung“ des Gesundheitswesens berichteten in der vergangenen Woche dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, Vertreter der von ihm initiierten „Volksfront“. „Im letzten Jahr konnten 40 Prozent der befragten Patienten im Verlauf der vorgesehenen zwei Wochen nicht zu einem Arzt gelangen. Am schwierigsten ist es, zur Sprechstunde eines Neurologen, Endokrinologen, Augenarzt und Kardiologen zu gelangen. Etwa 46 Prozent der Bürger wurden im letzten Jahr damit konfrontiert, dass sie die verschriebenen Untersuchungen – MRT, Ultraschalluntersuchungen und vor allem eine Computertomografie-Untersuchung – nicht erhalten konnten“, teilte am Mittwoch, dem 18. Februar Michail Kosnezow, der Leiter des Exekutivkomitees der „Volksfront“, Präsident Putin mit. Und er erinnerte daran, dass in den Klagen an die Adresse der „Direct Line“ des Präsidenten Russlands Bürger über die Unmöglichkeit berichten, über drei bis vier Monate zu einem Arzt zu gelangen und notwendige Analyse durchzuführen. Der Mangel an Ärzten herrsche nach Aussagen von Kusnezow praktisch allerorts.
Derweil behauptet der Gesundheitsminister, dass im personellen Bereich sich eine positive Dynamik abzeichnen würde. Michail Muraschko teilte mit, dass das Gesetz über die Mentorenschaft eine qualitätsgerechte Ausbildung medizinischer Fachkräfte fördere. Außerdem seien zusätzliche soziale Zahlungen an die Ärzte des ersten Gliedes (gemeint sind die praktizierenden Ärzte, die unmittelbar mit den Patienten arbeiten – Anmerkung der Redaktion) vorgenommen worden. „All dies erlaubt, davon zu sprechen, dass wir heute keine negative Dynamik haben und eine größere, eine positive Entwicklung anstreben. Und es ist beschlossen worden, die Stabilität bereits zu sichern“, erläuterte der Minister.
Und der Leiter des Föderalen Fonds für die Krankenpflichtversicherung, Ilja Balanin, erklärte, dass laut dessen Angaben der durchschnittliche Monatslohn der Ärzte in den medizinischen Einrichtungen, die mit Geldern des Systems der Krankenpflichtversicherung arbeiten, im vergangenen Jahr 147.000 Rubel (umgerechnet etwa 1610 Euro) erreicht hätte und damit um 12,1 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr angestiegen sei. Die Löhne und Gehälter des mittleren medizinischen Personals hätten eine Steigerung um 12,7 Prozent demonstriert und im Durchschnitt 71.230 Rubel (etwa 780 Euro) ausgemacht. Für das jüngere medizinische Personal (gemeint sind u. a. Krankenschwestern etc. — Anmerkung der Redaktion) – 60.460 Rubel im Monat (umgerechnet rund 662 Euro).