könnte diesen Text als private Initiative des durch seine Emotionalität bekannten Fernsehmoderators werten, wenn es nicht einige Eingeständnisse geben würde, die zuvor Alexander Lukaschenko selbst in einem Interview für den amerikanischen Journalisten Simon Schuster geäußert hatte. Als die Frage nach der Haltung Russlands zur Aktivierung des Dialogs von Weißrusslands Präsidenten mit dem Amtskollegen aus den USA angesprochen wurde, merkte Lukaschenko an: „In Russland gibt es verschiedene Menschen, wie auch in Amerika. Es gibt Menschen, die sehr besorgt sind“.
Und er erläuterte: „Aber dies ist eine Gruppe von Menschen, obgleich ein solides Institut an der Spitze dieser Gruppe steht. Ich werde mit Wladimir Wladimirowitsch zu diesem Thema sprechen. Dies ist eine Gruppe von Personen. Es gibt dort in den Massenmedien unterschiedliche Journalisten und so weiter“.
Lukaschenko gestand ein, dass er im Bestehen solch einer Gruppe keinerlei Gefahr sehe. Und dennoch betonte er: „Es ist natürlich unangenehm, wenn man schon offenherzig spricht, wenn irgendwer in Russland so denkt und schreibt. Nun, es gibt halt verschiedene Menschen. Der Haupttrend ist aber eine vollkommene Unterstützung unserer Position und eine vollständige gegenseitige Hilfe“.
Es ist nicht erstaunlich, dass Azarenok, nachdem sich der Präsident über derartige für ihn unangenehme Erscheinungen beklagte, beschlossen hat, einen Schlag gegen die Quellen dieser Unannehmlichkeiten in Weißrussland an sich zu führen.
Der politische Analytiker und Medien-Experte Pawljuk Bykowskij erläuterte auf einer der oppositionellen Internetseiten die Vorwürfe gegen die „prorussischen“ Aktivisten so: „Die Vertiefung der Integration mit Moskau schafft Risiken für das Auftauchen alternativer Einfluss-Zentren und kann in der Perspektive die eigentliche Existenz des Regimes bedrohen. Unter diesen Bedingungen werden jegliche unkontrollierten „prorussischen“ Initiativen als eine potenzielle Gefahr wahrgenommen – nicht weil sie nach Meinung von Azarenok „antirussische“ sind, sondern weil sie Moskau alternative Einfluss-Kanäle in Belarus unter Umgehung von Lukaschenko persönlich offerieren können“.
Der Experte erläuterte: „Lukaschenko fürchtet das Auftauchen von Kräften in Belarus, die Moskau eine radikalere Version für eine Integration vorschlagen könnten, die potenziell zu einer Übernahme (im Sinne eines Schluckens) der weißrussischen Staatlichkeit führt. In dieser Logik können die „prorussischen Schlangen“ zu einem Wegbereiter für solch ein Szenario werden, das Lukaschenko sowohl die Macht als auch das Land (weg)nimmt.