Unabhängige Zeitung

Private Tageszeitung

banner ad
banner ad

Russland hat Kasachstan aus der Kette der turksprachigen Welt herausgelöst


Die Türkei hat eine Online-Beratung der Außenminister der Organisation der Turk-Staaten initiirt,dieden Ergebnissen in Kasachstan gilt. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu teilte nach einem Gespräch mit dem kasachischen Amtskollegen Muchtar Tileuberdi mit, dass die Veranstaltung am 11. Januar erfolgen werde.Er  erklärte gleichfalls, dass Ankara bereit sei, Nur-Sultan jegliche erforderliche Hilfe zu gewähren. In der Türkei ist man darüber beunruhigt, dass Russland das Hauptglied – Kasachstan – aus der Kette der sogenannten turksprachigen Welt herausgelöst hat. initiiert, die den Ereignissen in Kasachstan gilt.

Die Situation habe sich in allen Regionen Kasachstans, wo es vom 2. bis 7. Januar zu Unruhen gekommen war, stabilisiert, heißt es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung des amtierenden Innenministers der Republik Jerlan Turgumbajew. Nach seinen Worten dauere derzeit die Operation zur Wiederherstellung von Gesetz und Rechtsordnung an. Alle zuvor besetzten Gebäude lokaler Verwaltungen sind geräumt worden, in einigen haben bereits Instandsetzungsarbeiten begonnen. Der Schaden, der durch die Marodeure verursacht wurde, übersteige 87 Milliarden Tenge (ca. 200 Millionen Dollar). Turgumbajew berichtete, dass im Verlauf der Unruhen über 100 große Handelsobjekte und Banken geplündert wurden, über 400 Fahrzeuge, darunter 346 Polizei-Autos, wurden beschädigt und zerstört. Die Nationale Unternehmerkammer nannte am Dienstag derweil höhere Verluste. Der Wirtschaft sei ein Schaden von 95,3 Milliarden Tenge zugefügt worden.

Die Kasachstan-Ereignisse sind auch in den Fokus der Aufmerksamkeit von Ankara – des Vorreiters der „turksprachigen Welt“ – geraten. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar sagte diesbezüglich: „Wir glauben daran, dass unsere Brüder alle Schwierigkeiten mit ihren Mitteln und Fähigkeiten überwinden. Wir erklären, dass wir bereit sind, unseren kasachischen Brüdern jegliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren“.

Hulusi Akar erinnerte an die Erfolge der Türkei im Kampf gegen terroristische Organisationen in der Region. Nach seinen Worten hätten die Streitkräfte der Türkei in Syrien seit dem Jahr 2015 33.275 Terroristen liquidiert. Und dank den Anstrengungen der türkischen Armee in Syrien seien rund eine Million Flüchtlinge freiwillig ins Land zurückgekehrt, von denen 470.000 in der Deeskalationszone Idlib angesiedelt wurden. Dabei betonte der General, dass die „Luft- und Kosmos-Streitkräfte der Russischen Föderation periodisch Schläge im Nordwesten Syriens führt, was einen irreparablen Schaden verursacht und die Lebensbedingungen für die Bevölkerung von Idlib verschlechtert“. Der Minister erläuterte, dass russische Militärs jüngst das Wasserversorgungssystem zerbombt hätten. Dies habe das Leben der Menschen erschwert. Damit signalisierte Hulusi Akar Kasachstan, dass es von der Türkei mehr Nutzen denn von Russland geben werde. Wahrscheinlich erinnerte er zur Verstärkung der Wirkung an jene Rolle, die die Türkei im Bergkarabach-Krieg im Herbst 2020 gespielt hatte. „Unser Ziel im Südkaukasus sind ein langfristiger Frieden und Stabilität. Die Präsidenten der Türkei und Aserbaidschans habe Armenien die Hand zum Frieden gereicht. Wir hoffen, dass man in Jerewan diese Geste gebührend würdigt. Dies ist eine Frage, die nicht nur Aserbaidschan oder Armenien betrifft, sondern die Region insgesamt. Der Südkaukasus muss sich in eine Insel der Stabilität verwandeln“, sagte der Minister.

Die Erklärungen von Hulusi Akar sind erklärbar, besonders unter Berücksichtigung dessen, dass einige türkische Experten behaupten: Das Einrücken von Truppen der OVKS in Kasachstan markierte das Scheitern der Idee für die Gestaltung einer „turksprachigen Welt“. Gewaltige materielle, organisatorische und ideologische Ressourcen, die im Verlauf vieler Jahre durch die Türkei in Kasachstan investiert worden sind, wurden beinahe umsonst eingesetzt. Die türkischen offiziösen Medien jammern offenkundig aufgrund „des Verlusts der Souveränität Kasachstans“ und rufen ihre Offiziellen auf, in dieser Richtung entschlossener zu handeln.

Die Situation hat sich so gestaltet, dass in den Reihen der „turksprachigen Welt“, nachdem Kasachstan und das an der friedensstiftenden Operation der OVKS teilnehmende Kirgisien faktisch weggebrochen sind, tatsächlich lediglich die Türkei an sich und Aserbaidschan, das bisher in keiner Weise die Geschehnisse kommentiert, verbleiben. Turkmenistan nimmt stets eine besondere Position ein und beteiligt sich als ein neutrales Land an keinerlei Allianzen. Sich vorzustellen, dass die Türkei auch weiterhin ihre Positionen in Zentralasien verstärken wird, ist sehr schwer.

Allerdings war, wie der wissenschaftliche Oberassistent des Zentrums für postsowjetische Forschungen des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften, Stanislaw Prittschin, annimmt, das Feld für ein Manöver für die Türkei ein begrenztes. „In der akuten Phase der Krise in Kasachstan konnte die Türkei nichts unternehmen. Sie konnte auch ihre Spezialkräfte nicht entsenden. Dies hätte nicht nur in Kasachstan, sondern auch in Russland und China noch mehr Unverständnis ausgelöst. Im Statut der Organisation der Turkstaaten (OTS) gibt es keinen solchen Punkt wie die Entsendung eigener Truppen im Falle einer Krisensituation in eines der Länder der OTS. Das einzige Land, das dies tun konnte, ist Usbekistan, das mit Kasachstan ein entsprechendes Paket von Abkommen unterzeichnet hatte. Daher hat es für die Türkei keinen Sinn, jetzt irgendwelche ernsthaften Schritte zu unternehmen“, sagte Prittschin der „NG“.

„Die Idee der Schaffung eines Großen Turans wird nirgendwo hin verschwinden. Die Frage besteht darin, mit was für einer Effizienz sie umgesetzt wird. Die Sache ist die, dass für Kasachstan genauso wie auch für alle zentralasiatischen Republiken die Idee von einer „turksprachigen Welt“ an sich eine nicht ganz akzeptable ist. Ein Turksprachiger zu sein, bedeutet nicht, in der „turksprachigen Welt“ zu sein. Dies ist so, wie auch die Serben und Russen niemals in einem Staat sein werden, wie nahe sie auch zueinanderstehen mögen“, sagte der „NG“ Alexander Kobrinskij, Direktor der Agentur für ethno-nationale Strategien. Nach seiner Meinung bestehe das Problem Kasachstans wie auch vieler anderer postsowjetischer Republiken darin, dass es seine Staatlichkeit und ideologischen Imperative als einen Gegensatz zur sowjetischen Vergangenheit und als ein Gegengewicht zur russischen Geschichte gestaltete. Da aber eine künstliche Verknüpfung einer Reihe historischer Momente und deren willkürliche Auslegung auf der Hand liegen würden, habe der fremde Islam salafistischer Ausrichtung begonnen, in das kasachische Milieu einzudringen, der unter anderem zu einer Triebkraft der letzten Prozesse geworden sei.

Nach Meinung von Kobrinskij habe die Türkei einen geeigneten Moment abgewartet, um sich nicht in die bewaffnete Phase des Konflikts einzuschalten und zu Hilfe zu kommen, wenn die Sache zu Wirtschaftsfragen gelangt. Wie der Experte annimmt, müsse man heute begreifen, was für Lehren konkret sowohl die Kasachen als auch Russen aus dem Geschehenen ziehen sollten. „Unter Berücksichtigung der negativen Beispiele, die mit Georgien, der Ukraine und Moldawien zusammenhängen, muss Moskau versuchen, die zugelassenen Fehler nicht zu wiederholen“, sagte Kobrinskij. „Andererseits kann das Problem darin bestehen, dass Russland in Zentralasien bei weitem nicht so aktiv ist wie es sein könnte. Heute akzentuieren die Ideologen das Augenmerk auf den gemeinsamen Sieg im Großen Vaterländischen Sieg. Die junge Generation spürt aber nicht in großem Maße die Wichtigkeit dieses Ereignisses. wenn Moskau jetzt Kasachstan nicht verliert, eine neue Etappe der Präsenz der Russischen Föderation in der Region beginnen werde.

Derweil äußerte der Pressesekretär des Präsidenten Kasachstans, Berik Uali, die Vermutung, dass die Friedenstruppen der OVKS eine Woche im Land bleiben werden. Während das Kontingent nur die Entfaltung abgeschlossen hat, erklärte dessen Befehlshaber Generaloberst Andrej Serdjukow, dass die Friedenstruppen bis zur völligen Stabilisierung der Lage bleiben Gebraucht wird eine neue vereinigende Idee. Doch es gibt keine ideologischen Hohlräume. Diese Nische hat die türkische Idee vom neoosmanischen Imperium eingenommen, wobei Mittelasien nicht zum Osmanischen Reich gehört hatte“. Der Experte ist der Auffassung, dass, würden. Und der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew kündigte bereits am Dienstag an, dass in zwei Tagen die ersten Einheiten der Friedenstruppen ihren Einsatz im Land beenden würden.