Der Präsident der Ukraine, Wladimir Selenskij, hat erklärt, dass das Problem des AKW Saporoschje, das sich seit März 2022 unter der Kontrolle der Russischen Föderation befindet, eines der entscheidenden bei den Verhandlungen mit Washington und Moskau bleibe. Er betonte, dass für Kiew die Rückgabe des AKW Saporoschje eine Frage des Prinzips und nicht des Geldes sei. Und er fügte zugleich hinzu, dass für die Wiederherstellung des Kraftwerks zusammen mit dem Kachowka-Wasserkraftwerk Milliarden Dollar erforderlich seien, die die Amerikaner investieren könnten. Laut Medienberichten wird angenommen, dass das Nuklearthema bei der nächsten Runde der trilateralen Verhandlungen diskutiert wird.
Nach Abschluss des Summits „Ukraine – Länder Nordeuropas und des Baltikums“, der dem vierten Jahrestag des Beginns des militärischen Konflikts mit der Russischen Föderation gewidmet war, berichtete Selenskij Journalisten, dass man das AKW Saporoschje innerhalb weniger Jahre anfahren könnte. Dafür seien aber erhebliche Investitionen erforderlich. „Wir müssen in dieses viel stecken, denn es ist vernichtet worden“, sagte Selenskij.
Es sei daran erinnert, dass das AKW Saporoschje, das neben der Stadt Energodar im Verwaltungsgebiet Saporoschje gelegen ist, seit März 2022 durch Russland kontrolliert wird. Doch die Arbeit des Kernkraftwerks musste aufgrund der anhaltenden Schläge der Streitkräfte der Ukraine eingestellt werden.
Ende Dezember des vergangenen Jahres erklärte der ukrainische Präsident, dass das AKW Saporoschje ohne das Kachowka-Wasserkraftwerk nicht arbeiten könne. Und für den Wiederaufbau des letzteren seien zwei Milliarden Euro nötig. Daher seien Menschen erforderlich, die in der Lage seien, solche Summen in die Energieobjekte zu investieren. Nach Aussagen Selenskijs würden die Russen nicht beginnen, solche Summen zu investieren. Dagegen könnten die Amerikaner schnell einen Damm errichten. „Der Kachowka-Staudamm und das Wasserkraftwerk, das für einen sicheren und normalen Betrieb des AKW Saporoschje notwendig ist, können als ein gemeinsamen regionales Vorhaben für ein Prosperieren mit einer analogen Operationsstruktur wiederaufgebaut werden“, meint der Präsident.
Pläne unterschiedlicher Art hinsichtlich dessen, wie Vertreter der Ukraine und der Vereinigten Staaten Europas größtes AKW in Saparoschje unter eine eigene Verwaltung bekommen können, werden seit dem vergangenen Frühjahr, als die Verhandlungen im Rahmen der von US-Präsident Donald Trump initiierten friedlichen Beilegung des Ukraine-Konflikts begannen, regelmäßig verkündet. Dabei publizierten ausländische Medien die verschiedensten Varianten bezüglich einer möglichen Aufteilung der Kontrolle des AKW Saporoschje zwischen den drei Seiten. Jedoch hielt Selenskij solch eine Wende für eine ungerechte, wobei er verkündete, dass das Kraftwerk nur Kiew und Washington kontrollieren müssten. Außerdem wurde die Variante für das Anfahren des Kraftwerks unter der Kontrolle der IAEA (der Internationalen Atomenergieagentur) durchgesprochen. Und im Dezember hat man noch Vorschläge über dessen Übergabe an einen gewissen neuen Besitzer verbreitet.
Wie dieser Tage ukrainische Medien informierten, sei geplant, bei der nächsten Runde der trilateralen Verhandlungen das Thema AKW Saporoschje zu erörtern. Laut ihren Angaben könnten sich diesen Verhandlungen Spezialisten für Energiewirtschaft anschließen. „Wahrscheinlich wird das Gespräch die sensible Frage tangieren, wer und in welchem Format das AKW Saporoschje verwalten soll“, teilte eine Quelle in Diplomatenkreisen den Journalisten mit.
Für die USA und die Ukraine wäre es vorteilhaft, die Kontrolle über das AKW Saporoschje zu erhalten, vermutete in einem Kommentar für die „NG“ der leitende Spezialist des Russischen Instituts für strategische Studien Oleg Nemenskij. Und in diesem Zusammenhang würden die Vertreter Washingtons wahrscheinlich damit rechnen, merkte er an, dass bei einer weiteren für die Russische Föderation negativen Entwicklung der Ereignisse an der Front sie auf Moskau auch in diesem Bereich Druck ausüben zu können. „Zur gleichen Zeit aber hat die russische Seite keinerlei Gründe für derartige Zugeständnisse und eine Übergabe einer teilweisen Kontrolle über das AKW Saporoschje an die Amerikaner. Während die an einer Aktualisierung des nuklearen Themas interessierten ukrainischen Offiziellen absichtlich es im Rahmen der trilateralen Verhandlungen mit einem von vornherein bekannten Ergebnis zur Diskussion stellen würden, konstatierte Nemenskij