US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass er sehr gute Beziehungen mit dem Staatsoberhaupt Weißrusslands Alexander Lukaschenko habe. Politologen vermuteten, dass die außerplanmäßige Inspektionsfahrt Lukaschenkos in ein Agrarstädtchen am Wochenende nicht einfach so unternommen wurde, und erwarteten, dass er an diesem Ort Trump irgendetwas Gutes als Antwort sagen wird. Das Staatsoberhaupt Weißrusslands beschränkte sich aber auf eine öffentliche Kritik der Staatsbeamten, die sich schlecht um die Kälber kümmern würden. Die Beziehungen Weißrusslands und der USA nach der nicht stattgefundenen Teilnahme von Vertretern aus Minsk an der ersten Tagung des Boards of Peace lösen aber Fragen aus.
In Washington hatte US-Präsident Donald Trump vor einer Reise nach Texas eine Blitz-Pressekonferenz gegeben. Und überraschenderweise hatte sich einer der Journalisten als sehr besorgt über dessen Haltung zu Weißrussland erwiesen.
Der Dialog sah wie folgt aus: „Journalist: Herr Präsident, planen Sie die Beziehungen mit Belarus wiederherzustellen? Planen Sie, die diplomatischen und anderen Beziehungen mit Belarus wiederherzustellen? Mit Belarus in Europa? Trump: Ja, ich kenne natürlich Belarus gut. Fahren Sie fort! Journalist: Planen Sie, die Beziehungen mit ihnen wiederherzustellen? Trump: Wir haben ausgezeichnete Beziehungen. Ich achte deren Leader sehr. Mit Belarus haben wir ausgezeichnete Beziehungen. Journalist: Haben Sie irgendwelche Bedingungen für sie? Hinsichtlich einer Aufhebung der Sanktion? Trump: Mir gefällt deren Leader sehr“.
Nach dem war der Austausch von Äußerungen abgeschlossen. Trump war der Auffassung, dass er eine erschöpfende Antwort gegeben hatte.
Der politische Kommentator Alexander Fridman hat in den sozialen Netzwerken einige amüsante Nuancen hervor: „In seiner traditionellen Manier wich der Präsident der USA einer Antwort auf die Frage aus, wobei er unterstrich, dass die Beziehungen mit Belarus auch ohnehin gute seien, sogar sehr gute. Und er achte den Führer des Landes. Und der gefalle ihm sehr. Und dies ist ein Geschenk für Propagandisten, ja und auch für Lukaschenko selbst, der bis in die letzte Zeit oft Sympathien für Trump eingestand. Bleibt nur zu denken, dass die Verweigerung eines amerikanischen Visums für den Außenminister von Belarus, (Maxim) Ryshenkow, der gerade laut der Version von Minsk gerade aus diesem Grunde nicht zum Summit des Boards of Peace in Washington kam, ein Zeichen für die guten Beziehungen sei. Aber auch darauf zu setzen, dass Trump das nächste Mal doch den Namen jenes Führers nennen wird, den er so achtet. Vorerst aber nennt er bei der Beantwortung der Frage über Belarus nach wie vor nicht diesen Namen. Wahrscheinlich ist dies auch ein Zeichen für eine besondere Achtung…“.
Außerdem vermutete der Analytiker: „Böse Zungen sind davon überzeugt, dass gerade heute der Tag ist, an dem Alexander Lukaschenko – beispielsweise im Rahmen der Diskussion über die Perspektiven von Agrarstädtchen – seine Achtung für den Staatschef der USA äußern könnte, womit er auf dessen wohlwollenden Erklärungen antworten würde…“
Diese Äußerung war ein Kommentar zu der überraschenden Information, wonach der Präsident am Samstag, einem gesetzlichen freien Tag, nachdem er sich nicht einmal richtig nach dem Moskau-Besuch am Donnerstag ausgeruht hatte, plötzlich im Milch- und Waren-Komplex der OAO „Nestanowitschi-Agro“ auftauchte.
Jedoch, als der Präsident gerade begonnen hatte, sich mit den Bedingungen für die Haltung der Kälber vertraut zu machen, tauchten bei den Nachrichtenagenturen Meldungen über Schläge amerikanischer Streitkräfte gegen den Iran auf. In solch einer Situation etwas Gutes über Trump zu sagen, war offenkundig unpassend gewesen. Aber auch auf die Schnelle diese Attacken zu kommentieren, wollte er augenscheinlich auch nicht. Da musste man sich doch auf die Kälber konzentrieren.
Der Präsident lobte das für sie jüngst errichtete Prophylaxe-Zentrum, das die einheimischen Beamten als ein vorbildhaftes positionieren. Aber damit gab er sich nicht zufrieden.
Auf der Straße griff sich der Präsident eine Heugabel. Mittels dieses einfachen Arbeitsinstruments überführte er die Beamten und landwirtschaftlichen Führungskräfte einer Schummelei. In den Häuschen unter freiem Himmel, wo die Kälber gehalten werden, räumte Alexander Lukaschenko die oberste Schicht des Strohs beiseite und stellte fest, dass dieses auf Eis und Schnee geschüttet worden war.
„Man muss sie verhauen“, erklärte der Präsident, wobei er natürlich nicht die Kälber im Blick hatte. „Hat man etwa nicht den Schnee wegräumen können? Für die Kälber haben Sie sich zu verantworten. Dies scheinen Peanuts zu sein. Aber solch eine Sauwirtschaft haben wir überall – dieses herzlose Verhalten gegenüber dem Vieh, dass wir aufziehen“.
Hätte Trump diese Szene gesehen, so würde ihm der Präsident Weißrusslands sicherlich noch mehr gefallen, doch darin besteht ja auch das Problem, dass ihre persönliche Begegnung bei aller gegenseitigen Sympathie nicht stattgefunden hat. Und daher ist dies zu einem Anlass für einen müßigen Tratsch von Analytikern geworden.
Es sei daran erinnert, dass Alexander Lukaschenko eine persönliche Einladung zur ersten Tagung des Boards of Peace erhielt, den Trump etabliert hatte. Er hatte jedoch unter dem Vorwand verzichtet, dass die Einladung zu spät gekommen sei und es unmöglich gewesen sei, Änderungen am Zeitplan des Präsidenten vorzunehmen. Und im Ergebnis dessen kam auch der Außenminister nicht zu dieser Veranstaltung.
Der Politologe Alexander Klaskowskij betonte: „Am 19. Februar, an dem Tag, an dem in Washington dieser Summit stattfand, empfing Lukaschenko in Minsk die Vorsitzende des simbabwischen Senats, Mabel Memory Chinomona, und erörterte mit ihr ausführlich das Projekt für den Bau eines Überseehafens in Afrika. Aus diesem Anlass stachelten ausgiebig die Gegner in den sozialen Netzwerken und „extremistischen“ Medien: „Ach so, jetzt ist klar, welche dringenden Angelegenheiten den Herrscher hinderten, zu der Veranstaltung, zum Freund Donald aufzubrechen… Nur ein fauler Kommentator hat nicht die Schlussfolgerung gezogen, dass Lukaschenko Moskau zurückgepfiffen hatte“.
Die bedeutende Veranstaltung hatte auch Außenminister Maxim Ryschenkow nicht besuchen können. Klaskowskij beschreibt die Situation so: „Das Außenministerium teilte mit, dass die weißrussische Delegation keine amerikanischen Visa erhalten konnte, obgleich die Dokumente rechtzeitig eingereicht worden waren“. In der Erklärung brachen Noten einer Kränkung durch: „Es stellt sich die gesetzmäßige Frage: Von was für einem Frieden und von was für einer Konsequenz kann die Rede sein, wenn nicht einmal die grundlegenden Formalitäten für unsere Teilnahme durch die Organisatoren realisiert worden sind?“ Bleibt herumzuraten, ist dies eine bürokratische Trägheit oder – und dies ist für Lukaschenko schlechter – ein Signal, dass Trump über das Ignorieren seiner Einladung an die ersten Person ungehalten ist“.