In der Moskauer Eparchie der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) hat man eine Jahresbilanz gezogen. Die Versammlung des Klerus der Eparchie leitete der Patriarch von Moskau und Ganz Russland Kirill, der die ausgewiesene Eparchie leitet. Zum Hauptereignis des Jahres wurde nach seiner Meinung die moskauweite Prozession, die am 7. September in der russischen Hauptstadt stattfand. Unter den wichtigen Zäsuren des Jahres 2025 waren nach Auffassung des Patriarchen gleichfalls die Diskussion über das neue Design russischer Banknoten, „das einen Austausch heiliger und historischer Darstellungen durch ideologisch angeblich „neutrale“ vorsieht“, und das Problem des öffentlichen Auftretens von Klerikern in den Massenmedien und sozialen Medien.
Das interessanteste bei solchen Zusammenkünften sind jedoch die statistischen Angaben. Da das Treffen des Klerus der Eparchie jedes Jahr zu etwa ein und derselben Zeit erfolgt – Mitte Dezember -, ist es interessant, die Zahlen dieses Jahres mit denen des vorangegangenen zu vergleichen.
Im Jahr 2025 hat Patriarch Kirill, wie ein auf der offiziellen Internetseite des Moskauer Patriarchats veröffentlichtes Dokument aussagt, „mit Stand vom 1. Dezember 139 Gottesdienste zelebriert. Dies sind elf weniger als im vergangenen Jahr, als das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche gemäß dem Bericht für jenes Jahr zum Zeitpunkt der Zusammenkunft der Eparchie-Spitzenvertreter (am 20. Dezember) 150mal Gottesdienste leitete. Überhaupt war in diesem Jahr das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche weniger aktiv, wenn man sich einmal so ausdrücken darf, als im vorangegangenen. Im Jahr 2025 hat er beispielsweise ganze elf Weihen von Erzbischöfen vorgenommen, während es im Jahr 2024 davon 23 gewesen waren. Im gesamten zur Neige gehenden Jahr hat der Patriarch 19mal Priester und zweimal Diakone geweiht, während es im Jahr zuvor 23 bzw. eine solche Weihe gegeben hatte.
Dabei war die Anzahl der Kirchen, die das Oberhaupt der ROK in diesem Jahr weihte, größer als im Vorjahr – 13 gegenüber elf. Und an kleinen Weihen hat es im Jahr 2025 drei gegeben, zwei mehr als im Jahr zuvor. In diesem Jahr erfolgten elf Besuche des Patriarchen in Eparchien der ROK, während es im Jahr zuvor 15 gewesen waren, von denen freilich fünf in die Eparchie von Sankt Petersburg erfolgten. Während im Jahr 2024 Patriarch Kirill Russland nicht verlassen hatte, weilte er in diesem Jahr in Kasachstan und Aserbaidschan.
Von besonderem Interesse ist in dem erwähnten Dokument das Kapitel, das „Verzeichnisse hinsichtlich des Programms für die Errichtung von Gotteshäusern in der Stadt Moskau entsprechend dem Grad der Fertigstellung“ heißt. Da der Bericht für das Jahr 2025 abgefasst wurde, ergibt sich der Eindruck, dass die in ihm aufgezählten Gotteshäuser nur in dem ausgewiesenen Zeitabschnitt errichtet und zur Nutzung übergeben wurden. Die Liste sieht beeindruckend aus: 105 Punkte. Wenn man sie jedoch mit der analogen Liste des vorangegangenen Jahres vergleicht, ergibt sich, dass insgesamt im Jahr ganze rund zehn Kirchen zur Nutzung übergeben worden sind, da 95 Punkte in beiden Dokumenten vollkommen identisch sind. Das gleiche gilt auch für den Abschnitt „Errichtete Kirche aus Stein und Holz mit einem Fassungsvermögen von weniger als 200 Menschen“. Im diesjährigen Bericht werden da 27 derartige Kirchen ausgewiesen, von denen sich die Namen von 24 vollkommen mit den Punkten decken, die im Bericht des Vorjahres ausgewiesen wurden. Das heißt: Im Endergebnis sind im Jahr 2025 lediglich drei ausgewiesene Gotteshäuser errichtet worden. Ähnliches kann man auch im nächsten Abschnitt — „Sich in Bau befindliche Gotteshäuser“ — ausmachen. Mindestens 33 Punkte decken sich sowohl in diesem Jahr als auch im vorangegangenen. Dabei sind im Bericht für das zu Ende gehende Jahr als sich in Bau befindliche ganze 39 Gotteshäuser ausgewiesen worden, während im vorangegangenen Jahr 41 gewesen waren.
Um die Statistik dieses Jahres aufzubessern, haben die Autoren des Dokuments offensichtlich im nächsten Abschnitt getrickst. Im Abschnitt „Bereitgestellte Flächen für das Programm zur Errichtung von Gotteshäusern in der Stadt Moskau, in denen ein Gottesdienst zelebriert wird“ wird im diesjährigen Dokument die Zahl 116 angegeben. Im Bericht des vorangegangenen Jahres waren es 121. Dabei decken sich vollkommen die meisten Punkte in beiden Dokumenten. Es ergibt sich, dass innerhalb eines Jahres die ausgewiesenen Flächen um fünf weniger geworden sind. Ungeachtet dessen, dass im Fazit des Dokuments dieses Jahres eine Liste aus 17 Gotteshäusern ausgewiesen wird, die über den Rahmen des Programms für die Errichtung orthodoxer Kirchen in Moskau hinaus errichtet wurden, ist sie (die Liste) vollkommen derjenigen analog, die im Bericht für das Jahr 2024 veröffentlicht wurde. Woraus man die Schlussfolgerung ziehen kann, dass über die Programme hinaus keine Kultstätten gebaut wurden.
Interessant sind die Daten, die in der Anlage ausgewiesen wurden, die der religiösen Ausbildung in der Eparchie gewidmet sind. Ausgewiesen wird, dass „der Prozentsatz für die Wahl des (Ausbildungs-) Moduls „Grundlagen der christlich-orthodoxen Kultur“ für das Schuljahr 2025/2026 62,1 Prozent ausmachte (ein Plus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024). Wenn man die Zahlen für die Vikariate nimmt, so hat Selenograd in diesem Jahr eine gute Zuwachsrate bei den Schülern vorzuweisen – 94 Prozent, die Territorien des Neuen Moskaus – 64,2 Prozent, der Südliche Verwaltungsbezirk der Hauptstadt – 72,2 Prozent. Gleichfalls wird ausgewiesen, dass „für das Erreichen effektiver Ergebnisse“ die Abteilung für religiöse Bildung der Moskauer Eparchie „ein ständiges Monitoring und eine Analyse des Studienprozesses in den allgemeinbildenden Organisationen der Hauptstadt durchführt, unter anderem über das System der gesellschaftlichen Methodisten der Kirche, in dem es 545 Spezialisten gibt, davon 199 Vertreter des Klerus“. Im vorangegangenen Jahr war die Rede von 553 Spezialisten, von denen 177 Vertreter des Klerus gewesen waren.
Was die soziale Tätigkeit angeht, so ist im Jahr 2025 um zwei Punkte die Zahl der Gemeinden zurückgegangen, die Betroffenen in der Zone der militärischen Sonderoperation (Russlands in der Ukraine) Hilfe leisten (im Jahr 2025 sind es 260 gewesen, während es im Jahr zuvor 262 waren), und um 23 die Zahl der Gemeinden, die Flüchtlingen in Russland und Moskau helfen (249 gegenüber 272 im Jahr 2024). Dabei hat sich die Anzahl der Gemeinden erhöht, die beim Wiederaufbau der neuen Regionen helfen. Im Jahr 2025 waren es 259 solcher gegenüber 248 im vorangegangenen Jahr. 175 Gemeinden helfen Familien von Teilnehmern der militärischen Sonderoperation, was um 46 mehr sind als im Jahr zuvor. 89 Gemeinden helfen Gotteshäusern in der Zone der militärischen Sonderoperation. Im Jahr 2024 waren es derer 59.
Im Bilanzbeschluss der Versammlung ist jedoch als ein separater Punkt der Appell an die „Gemeindemitglieder der Moskauer Gotteshäuser zu einem freiwilligen Dienst im Donbass, in Noworossia (deutsch: Neurussland) und in den anderen während Gefechtshandlungen betroffener Regionen“ festgeschrieben worden. Die Versammlung hat gleichfalls „die Abteilung der Eparchie für sozialen Dienst beauftragt, unter Aufsicht des Eparchie-Rates ein entsprechendes Programm auszuarbeiten“.