Die Bedeutung der Demografie geht weit über den Rahmen der Statistik hinaus. Die Werte für die Geburtenrate und Sterblichkeit der Bevölkerung sind vor allem ein überaus wichtiger Indikator für die Wirtschaftsentwicklung eines Landes. Wenn man vereinfacht an dieses Problem herangeht, so steht beispielsweise in solchen Ländern wie Deutschland beginnend seit 2015 die Frage, wer wird die Rentner versorgen? Den bei dem gegenwärtigen Koeffizient für die Geburtenrate von 1,35 Kinder pro Frau schrumpft rasant der Arbeitsmarkt in Deutschland bei einer Zunahme der Anzahl der Personen, die in Rente gehen, das heißt: die den Arbeitsmarkt verlassen. Gerade daher hatte Deutschland seinerzeit – gerade beginnend ab dem Jahr 2015 – Tür und Tor für Migranten aufgetan. Doch dies hat die Frage nach der Rentenversorgung für die alternde Bevölkerung nicht gelöst, sondern zusätzliche soziale und sogar politische Probleme hervorgebracht.
In Russland liegt derzeit die Geburtenrate bei 1,4 Kinder pro Frau. Wenn man sich aber die Situation hinsichtlich der Titularnation, d. h. der Russen anschaut, so beträgt sie 1,1 Kinder pro Frau. Anders gesagt: Die Russen sterben in Russland aus. Die Versuche, die Geburtenrate unter der Titularnation zu stimulieren, haben bisher zu keiner Zunahme der Zahl der Geburten durch russische Frauen geführt.
Aus wirtschaftlicher Sicht hat der Versuch einer Lösung dieser Frage durch das Ins-Land-Holen von Arbeitskräften aus Ländern des sogenannten nahen Auslands (sprich: aus früheren Sowjetrepubliken) genauso wie auch in Deutschland keine Wirkung erzielt, sondern zu sozialen Spannungen geführt. Es genügt, sich des Konflikts mit Aserbaidschan zu erinnern, als die Bekämpfung der Kriminalität unter den nationalen Clans zu einer Zuspitzung der russisch-aserbaidschanischen Beziehungen führte. Etwas Ähnliches ist auch in Deutschland zu beobachten, wo in der kriminellen Welt arabische kriminelle Clans die Hoheit erlangten.
In Deutschland ging man den Weg der Anbahnung einer multikulturellen Koexistenz unterschiedlicher Nationalitäten. Dies führte aber zu einer Zuspitzung der Beziehungen zwischen verschiedenen nationalen Gruppen, vor allem zwischen den Deutschen und den Türkischstämmigen, den Zuwanderern arabischer und afrikanischer Länder. Und dies führte gleichfalls zur Bildung politischer Parteien auf einer nationalen Grundlage. In Deutschland existieren auch eine türkische nationale Partei und die Partei „Alternative für Deutschland“, die Anfang der 2000er Jahre unter der Losung „Deutschland für die Deutschen“ etabliert wurde.
In Russland schreibt man ungern über die Probleme der Beziehungen der Titularnation und der Migranten und zieht es vor, das Bestehen solch eines Problems zu verschweigen. Doch es existiert. Über dieses Thema kann man mit solchen Indikatoren für die öffentliche Meinung wie Friseure und Taxifahrer sprechen. Beispielsweise ist es gelungen herauszufinden, dass es unter Friseuren und Taxifahrern der Komfort-Klasse die wenigsten Gastarbeiter gibt.
Das Mädchen, bei dem ich ein-, zweimal im Monat die Haare schneiden lasse, teilte mir mit, dass die Inhaber von Beauty-Salons ungern Personen nichteuropäischen Aussehens und mit schlechten Russischkenntnissen einstellen würden, da es die Kunden in der Regel zu vermeiden versuchen, sich bei solchen die Haare schneiden zu lassen. Die russischsprachigen Taxifahrer beklagen sich über solche Kollegen, da sie schlecht Auto fahren und oft Unfallsituationen auf den Straßen verursachen würden. Dies verbinden sie damit, dass diese die Fahrerlaubnisse in anderen Ländern erhalten würden, wo möglicherweise die Anforderungen an das Lenken eines Autos geringer als in Russland seien. Auswärtige Fahrer orientieren sich schlecht in Moskau, und das Internet hilft unter den Bedingungen seiner häufigen Abschaltung aufgrund von Drohnenattacken nicht, sich vor Ort zu orientieren. Natürlich, der Alltagsnationalismus hängt wahrscheinlich mit dem geringen Niveau der Ausbildung und mit Problemen der Sprachkommunikation zusammen.
Auf die Situation hinsichtlich der Geburtenrate in Russland wirkt auch die sozial-kulturelle Lage im Land.
Eine Besonderheit der Schaffung von Bedingungen für eine Erhöhung der Geburtenrate in Russland neben einer wirtschaftlichen Stimulierung ist die soziale Situation. Wenn man solch einen wichtigen Faktor wie die internationale Lage ausschließt, so kann das sogenannte moralische Stimulieren von Interesse sein, unter anderem mithilfe der Massenmedien, von Büchern und Filmen.
Hinsichtlich der letzten Position fand jüngst gar eine Sondersitzung der Regierung statt, bei der „ideenlose“ Filme kritisiert wurden, die den Problemen in der Familie und den Beziehungen der beiden Geschlechter (mehr sind in der Gesetzgebung Russlands nicht vorgesehen – Anmerkung der Redaktion) gewidmet sind.
Es ist klar, dass es sicherlich nicht leicht ist, entsprechend einem Auftrag eine talentierten Spielfilm vom Typ „Die Kuban-Kosaken“ der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts unter den heutigen Bedingungen zu drehen. Denn laut Statistik gehen gegenwärtig in Russland acht von zehn Ehen in die Brüche. Das faktische Heiratsalter verschiebt sich ständig in Richtung einer Zunahme des Alters der Partner. Laut letzten Angaben für das Jahr 2025 lag das Durchschnittsalter der heiratenden Frauen in Russland über 33 Jahre, bei den Männer lag es über 35 Jahre. Folglich widerspiegeln die Literatur und das Kino einfach die Realitäten des heutigen Lebens.
Wenn man sich aber der künstlichen Intelligenz zuwendet, so beeinflusst sie praktisch nicht den Grad der Migration (Einwanderung), da die Migranten (Gastarbeiter) in der Regel Arbeitsplätze einnehmen, die keinen hohen Qualifikationsgrad verlangen – Hilfsarbeiter, Kuriere, Bau- und Hofarbeiter, Reinigungskräfte, Portierskräfte sowie unteres Betreuungspersonal in Polikliniken, Krankenhäusern und Altersheimen.
Roboter setzen aber einheimische Arbeitskräfte frei, denen zwei Möglichkeiten bleiben – entweder die Qualifikation zu erhöhen bzw. sich umschulen zu lassen, um einen neuen Job zu finden, oder zu Hofarbeitern zu werden, womit Migranten von derartigen Arbeitsplätzen verdrängt werden (vorausgesetzt, dass die Arbeitsvergütung den Wünschen der russischen Arbeitskräfte entspricht – Anmerkung der Redaktion).
Zum Verschwinden von wie vielen Berufen kann die Entwicklung der künstlichen Intelligenz führen? Die Antwort auf diese Frage hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab- Und vor allem vom Niveau der Generierung. Bereits in den nächsten Jahren werden solch einem Risiko folgende Berufe ausgesetzt: Übersetzer, Kraftfahrer, Kuriere, Call-Center-Mitarbeiter, Buchhalter, Content-Manager, Copywriter und Redakteure.
Bisher wird die Auffassung vertreten, dass die künstliche Intelligenz 25 Prozent der Arbeitsplätze ersetzen könne.