Die Sberbank (kurz: Sber), „Sojusmultfilm“ und die Sber-Schule für digitale Technologien „Schule 21“ haben den allrussischen Trickfilm-Wettbewerb „Na warte AI, ich krieg dich!“ (in Anspielung auf die populäre Trickfilmserie „Na warte, ich krieg dich!“ bzw. „Hase und Wolf“, deren erster Teil im Mai 1969 erstmals gezeigt wurde – Anmerkung der Redaktion) gestartet. Die Teilnehmer müssen einen originalen Trickfilm-Videoclip unter Verwendung künstlicher Intelligenz (englisch: artificial intelligence – AI) schaffen. Der Wettbewerb ist dem Jubiläum des Moskauer Animationsfilmstudios gewidmet. In diesem Jahr wird „Sojusmultfilm“ 90 Jahre alt. Das Projekt vereint modernste Technologien und die reichen Traditionen der einheimischen Trickfilm-Kunst. Sein Hauptziel ist es, Autoren zu unterstützen sowie ihnen zu helfen, das Talent zu entwickeln und an das eigene künstlerische Potenzial zu glauben.
„Die künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten in allen Bereichen der Wirtschaft, darunter in den kreativen Sektoren und bei der Produktion aller Arten von Content inklusive Trickfilme. Doch hinter den Technologien stehen immer Menschen – ihre Phantasie, ihr Schöpfertum und die Fähigkeit, zu träumen und die Welt auf neue Art zu sehen. Dieser Wettbewerb dreht sich darum, wie Technologien zum Verbündeten eines Traums werden. Er vereint das legendäre Erbe von „Sojusmultfilm“ mit den wichtigsten Technologien des 21. Jahrhunderts, wobei ein wahres kreatives Labor geschaffen wird, ein Raum, in dem neue Ideen und Herangehensweisen aus der Taufe gehoben werden, die dazu angetan sind, nicht nur eine Generation zu inspirieren“, sagte German Gref, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Sberbank.
An dem Wettbewerb können Eltern mit Kindern teilnehmen. Nach der Anmeldung absolvieren die Teilnehmer einen kostenlosen Schulungslehrgang, in dessen Verlauf man ihnen lehrt, Prompts (Eingabeaufforderungen, Befehle oder Anweisungen in natürlicher Sprache, die genutzt werden, um eine Künstliche Intelligenz (KI) oder einen Computer zu einer spezifischen Reaktion oder Handlung zu veranlassen, womit letztlich ein Startschuss für Text- oder Bildgenerierung gegeben wird – Anmerkung der Redaktion) zu schreiben und Geschichten mithilfe der AI zu gestalten. Die Arbeiten müssen bis zum 10. April eingereicht werden. Eine Jury wird die Clips bewerten und bis zum 29. Mai die Gewinner bekanntgeben.
„Es läuft die Zeit, neue Technologien kommen auf, doch das Wichtigste ist, dass das Wesen ein unverändertes bleibt: Unsere Trickfilme haben stets Güte, Aufrichtigkeit, Freundschaft und Schönheit gelehrt. Der Wettbewerb von „Sojusmultfilm“ und der „Schule 21“ ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, jene zu unterstützen, die entwickeln, kreieren und neue Helden schaffen wollen – bei Bewahrung und Mehrung der besten Traditionen der einheimischen Trickfilmkunst“, unterstrich Wladimir Medinskij, Berater des Präsidenten der Russischen Föderation.
Die Länge des Clips soll 30 bis 60 Sekunden betragen. Er soll „Sojusmultfilm“ zum Jubiläum gratulieren und die Ziffern 9 und 0, die den 90. Jahrestag des Trickfilmstudios symbolisieren, enthalten. Die Ziffern kann man in jeglicher Form nutzen: als Helden, als Hintergrund, im Text. Wichtig ist, dass sie im Bild auftauchen. Im Clip kann man Figuren von „Sojusmultfilm“ verwenden oder sich eigene Helden ausdenken.
In jeder Etappe der Produktion – der Generierung von Darstellungen, der Animation, eines Szenariums u. a. — müssen Technologien der künstlichen Intelligenz angewendet werden: GigaChat, Kandinsky und andere einheimische künstliche neuronale Netzwerke. Die Teilnehmer können den Schulungslehrgang „Das Schaffen von Animationen mit neuronalen Netzwerken“ absolvieren, der von Experten der „Schule 21“ und von „Sojusmultfilm“ ausgearbeitet wurde. Der Lehrgang ist keine obligatorische Bedingung für eine Teilnahme an dem Wettbewerb. Er wird jedoch helfen, die Fertigkeiten auf Vordermann zu bringen und so die Chancen für einen Sieg erhöhen.
Während des Lehrgangs unterrichtet man, richtig Aufgabenstellungen zu formulieren und einen fertigen Trickfilm-Inhalt zu produzieren. Dies ist ein kostenloses Ausbildungsprogramm, das für unterschiedliche Bildungsniveaus ausgelegt ist. Newcomer, die keine Praxis hinsichtlich des Arbeiten in der Trickfilmkunst besitzen, können Clips von Null an schaffen. Teilnehmer mit Vorkenntnissen – Fortgeschrittene und Profis – erfahren viel Neues über die Prinzipien eines Kombinierens der AI-Generierung, über die Herangehensweisen an ein Narrativ, über die emotionale Ausdruckskraft und visuelle Geschlossenheit beim Arbeiten mit neuronalen Netzwerken, aber auch über andere Möglichkeiten, um ihre kreativen Ergebnisse zu verstärken.
„Die heutige russische Trickfilmkunst ist zu einem mächtigen Ansporn geworden, der das Entwicklungstempo für ein ganzes Spektrum von Branchen vorgibt – von der Filmproduktion und von digitalen Plattformen bis zu visuellen Effekten Spielen und Bildungstechnologien. Gerade deshalb sind ihre Unterstützung und Entwicklung eine Investition in die Zukunft der ganzen kreativen Wirtschaft des Landes“, betonte Russlands Kulturministerin Olga Ljubimowa. „Derartige Initiativen eröffnen begabten Autoren den Zugang zu modernsten Instrumenten und neue Horizonte für die Industrie der Trickfilmkunst. Schließlich ist ihre Sprache die Sprache der Zukunft, in der künstlerische Tiefe, technologische Stärke und unbegrenzte Möglichkeiten für Schöpfertum eine Verbindung eingehen“.
Jeder Teilnehmer kann bis zu fünf Clips einreichen. Die Trickfilme der Teilnehmer wird eine Experten-Jury aus der Medien-Industrie, des Bereichs der Produktion von Inhalten und der Trickfilmkunst bewerten. Zum Vorsitzenden der Jury wird der Generalproduzent des russischen Online-Kinoservices OKKO, Gawriil Gordejew. Ihr gehören Vertreter von „Sojusmultfilm“ und der „Schule 21“ an.
Den Gewinner erwartet eine Auszeichnung im Umfang von einer Million Rubel (umgerechnet etwa 11.237 Euro), den Zweitplatzierten – 250.000 Rubel und den Wettbewerbsdritten – ein Smart-TV-Gerät der Marke „Sber“. „Sojusmultfilm“ vergibt gleichfalls zehn Förderpreise – zehn Auszeichnungen entsprechend einer Entscheidung der Jury: für Kreativität, Originalität, Humor und andere Leistungen.
„Einen eigenen Trickfilm zu schaffen, ist der gehegte Traum eines jeden Kindes. Sicherlich erinnern sich die Erwachsenen, wie sie kleine Vögel an den Rändern eines Notizblocks zeichneten, um dann bei einen schnellen Blättern der Seiten eine Sekunde Magie zu sehen. Heute aber können wir dank der Entwicklung der modernen Technologien das ganze Land zu einem gemeinsamen schöpferischen Schaffen einladen, was im Jahr des 90jährigen Bestehens von „Sojusmultfilm“ sehr symbolisch ist. Das Team des Wettbewerbs wartet mit großem Interesse auf die Arbeiten der Teilnehmer, denn die Trickfilmkunst hat die erstaunliche Eigenschaft, absolut jegliche Welten und kosmischen Weiten darzustellen“, betonte die Vorstandsvorsitzende des Filmstudios „Sojusmultfilm“, Juliana Slaschtschjowa.