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Die Militärs der ukrainischen Streitkräfte sollen mit Geld motiviert werden


Nach der Zurückweisung des Moskauers Vorschlags für eine Feuerpause haben die Streitkräfte der Ukraine die Anzahl der Schläge gegen die Russische Föderation erhöht. In der Nacht zum 3. Mai haben sie lt. russischen Angaben 334 Drohnen eingesetzt, von denen der fünfte Teil gegen Erdölterminals am Finnischen Meerbusen unterwegs waren. (In der Nacht zum 4. Mai sollen es lt. Angaben des russischen Verteidigungsministeriums 117 Drohnen gewesen sein. — Anmerkung der Redaktion) Mehrere flogen in Richtung Moskaus und Regionen Zentralrusslands. An der Front besaßen die Streitkräfte der Russischen Föderation weiterhin die Initiative, und in der Ukraine ist eine weitere Militärreform angekündigt worden, die dazu bestimmt ist, die personellen Reserven der Streitkräfte des Landes aufzufüllen.

Laut Angaben des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation hätten in den ersten drei Maitagen die russischen Luftverteidigungskräfte 1519 Drohnen des Flugzeugtyps abgeschossen. Die russischen Luftverteidigungskräfte hätten Drohnen praktisch über allen Regionen Zentralrusslands, aber auch im Süden und über der Krim vernichtet. Die stärkste Attacke war am Samstag fixiert worden, wobei 740 Drohnen vernichtet wurden.

Wie der Gouverneur des Leningrader Verwaltungsgebietes Alexander Drosdenko mitteilte, war zum entscheidenden Ziel der Handelshafen Primorsk geworden. „Im Ergebnis der Abwehr der Attacke kam es in Primorsk zu einem Brand. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind dessen Folgen liquidiert worden“, präzisierte er. Laut Informationen von Augenzeugen sei ein Teil der Drohnen der ukrainischen Streitkräfte, die Ziele im Bereich des Finnischen Meerbusens attackierten, erneut über Estland hinweggeflogen. Die Behörden dieses Landes hatten sogar darüber ihre Bürger in den sozialen Netzwerken gewarnt. Dass eine ukrainische Drohne erneut den Luftraum Estlands verletzt hätte, erklärte Oberst Uku Arold, der Chef der Abteilung für strategische Kommunikationen des Generalstabs der Verteidigungskräfte Estlands. Und Finnlands Premierminister Petteri Orpo verwies am Sonntag auf die Unzulässigkeit einer Verletzung des finnischen Luftraums durch ukrainische Drohne, meldete Yle, der öffentlich-rechtliche Rundfunk Finnlands.

Dabei versuchen die russischen Truppen, an der gesamten Frontlinie in der Zone der militärischen Sonderoperation vorzurücken und haben in der vergangenen Woche elf Ortschaften unter ihre Kontrolle gebracht. Am intensivsten agieren derzeit die russischen Truppen in der Region von Konstantinowka. Laut Einschätzungen des Oberkommandierenden der Streitkräfte der Ukraine Alexander Syrskij würde die Armee der Russischen Föderation die größte Aktivität „im Verantwortungsbereich des 11. und des 19. Armeekorps, die die Agglomerationen Slawjansk-Kramatorsk und Konstantinowka-Druschkiwka verteidigen, demonstrieren.

Die Streitkräfte der Ukraine bereiten sich jedoch auf Gegenattacken und möglicherweise auf eine großangelegte Gegenoffensive vor. Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hat ein weiteres Mal erklärt, dass die Ukraine die weitreichenden Schläge gegen das Territorium der Russischen Föderation verstärken werde. Er gab gleichfalls bekannt, dass in der Ukraine bereits im Juni eine Reform der Armee starte und „im gleichen Monat bereits die ersten Ergebnisse erwartet werden“. Die entscheidenden Schritte der Reform sind eine wesentliche Anhebung der Dienstbezüge für die Militärs und eine Erweiterung der Nutzung von Kurzzeitverträgen. Dies ist augenscheinlich für eine Verstärkung der materiellen Motivation der Militärs der ukrainischen Streitkräfte und eine Vergrößerung der Reserven der Armee notwendig, was erlauben soll, den Versuch einer Offensive zu organisieren, meinen Experten.

Selenskij hat die Aufgabe gestellt, die die finanzielle Absicherung entsprechend dem „Gerechtigkeitsprinzip“ zu erhöhen – unter Berücksichtigung unter anderem der Erfüllung der Gefechtsaufgaben an der ersten Linie. „Die minimale Höhe muss mindestens 30.000 Griwna (dies sind rund 680 Dollar — „NG“) für die Dienstränge im Hinterland ausmachen. Für die Gefechtspositionen – um das 10fache mehr“. Dafür erteilte Selenskij den Auftrag, „die Implementierung spezieller Verträge für Infanteristen mit einem Sold im Rahmen von 250.000 bis 400.000 Griwna (5690 bis 9100 Dollar) in Abhängigkeit von der Erfüllung der Gefechtsaufgaben zu gewährleisten“. Laut Berechnungen von Experten sei geplant, den Sold für die Militärs im Hinterland fast um 50 Prozent zu erhöhen. Und für jene, die sich an der vordersten Linie befinden (derzeit erhalten sie rund 2000 Dollar), wird vorgeschlagen, die Dienstbezüge zu verdreifachen. Selenskij hatte nicht mitgeteilt, woher dafür die Gelder kommen werden.

Laut Medienberichten beauftragte Selenskij die Militärführung und den Verteidigungsminister, die Realisierung der Reform mit Gefechtskommandeuren zu erörtern und deren Vorschläge zu berücksichtigen. „In der nächsten Woche (gemeint ist die Woche ab dem 4. Mai – Anmerkung der Redaktion) erwarte ich einen Bericht zu konkreten Schritten bei der Realisierung der Reform, unter anderem zum Zeitplan für die erhöhten Zahlungen, beginnend ab Juni, und zum System der aktualisierten Verträge“, erklärte das Staatsoberhaupt der Ukraine.

Nach Meinung von Experten rechne Selenskij wahrscheinlich damit, die Gelder für die Reform der Streitkräfte der Ukraine aus dem von der Europäischen Union für die Ukraine zugesagten Kredit im Umfang von 90 Milliarden Euro und mit einer Laufzeit von zwei Jahren zu bekommen. „Jedoch gibt es da einen Haken. Die Europäische Kommission wird im Mai 2026 aus diesem Kredit ein erstes Hilfspaket von etwa sechs Milliarden Euro bereitstellen, die für eine Finanzierung des ukrainischen Drohnen-Programms eingesetzt werden“, sagte der Militärexperte und Oberst im Ruhestand Nikolaj Schulgin. „Andere Gelder hat Selenskij nicht. Möglicherweise wird er noch um mehr bitten“.

Der Experte betonte, dass Kiew doch noch irgendwelche personelle Reserven habe, da gegenwärtig in der Ukraine vor allem Vertragsmilitärs für einen Dienst in Streitkräften der unbemannten Systeme gewonnen werden, die sich in einer Entfernung von fünf bis zehn Kilometern von der Linie der Gefechtshandlungen befinden. (Damit widerspricht der Experte den ständigen Meldungen im russischen Staatsfernsehen von einem generellen akuten Personalmangel in den ukrainischen Truppen, weshalb auf den Straßen der Ukraine fast täglich Jagd auf geeignete Männer gemacht werde. — Anmerkung der Redaktion) „Gerade die Einheiten der Streitkräfte der unbemannten Systeme, die von Ländern Europas eine recht beeindruckende Anzahl unterschiedlicher Drohnen erhalten, versuchen, das Vorrücken der Armee der Russischen Föderation an der Front aufzuhalten“, konstatierte Schulgin.

Er lenkte das Augenmerk darauf, dass die Hilfe der USA für die Ukraine zur Neige gehen würde. Das Medium „Politico“ habe auch darüber informiert. „Trump hatte die Aufmerksamkeit von der Ukraine auf den Iran umgeswitcht. Dies veranlasste Europa, die Anfälligkeit der Abhängigkeit von den USA zu begreifen. Daher hat es die Schaffung einer Autonomie beschleunigt, der Ukraine den 90-Milliarden-Euro-Kredit gebilligt, diskutiert ein Europäisches Verteidigungsbündnis mit Großbritannien und Norwegen und kauft gleichfalls ukrainische Antidrohnen-Technologien. Sogar Selenskij hat es aufgegeben, Trump zu überzeugen, und erarbeitet anstelle dessen eine andere Strategie für die Handlungen ohne eine amerikanische Unterstützung, wobei mit einer nächsten Verhandlungsrunde mit Russland in der Türkei gerechnet wird“, schrieben die amerikanischen Journalisten.