Die ukrainischen Militärs dehnen die Geografie ihrer Schläge gegen Russland aus, und erstmals seit Beginn der militärischen Sonderoperation (am 24. Februar 2022 – Anmerkung der Redaktion) wurde dieser Tage eine Raketengefahr auf dem Territorium des gesamten Föderalen Ural-Bezirks ausgerufen. Im nächsten Hinterland der Sonderoperation – entlang der Autobahn „Noworossia“, die entlang dem Asowschen Meer den Donbass mit der Krim verbindet – werden Maßnahmen zur Verhinderung einer Verminung der Trasse mittels Drohnen eingeführt. Die ukrainischen Militärs setzen aktiv amerikanische Waffen und digitale Technologien ein, womit sie deren Effektivität an der Front testen. Jetzt kommen auch Pläne auf den Tisch, wonach neue humanoide Roboter unter Gefechtsbedingungen erprobt werden sollen.
Während Russlands Verteidigungsministerium täglich über eine Verbesserung der Positionen der Truppen an der Front berichtet sowie punktuelle Schläge gegen ukrainische Infrastruktur-Objekte sowie Stellungen der ukrainischen Armee vermeldet, setzen die Streitkräfte der Ukraine ihre Schläge gegen das AKW Saporoschje sowie gegen die zivile Infrastruktur der nahegelegenen Stadt Energodar fort. Dies erklärte das Oberhaupt der Region Jewgenij Balizkij. Neben Energodar griffen ukrainische Drohnen ein Tanklager in Matwejew Kurgan des Verwaltungsgebietes Rostow, sowie Industrieobjekte in Saratow und Verwaltungsgebiet Kirow an. Aufgrund der Gefahr von Schlägen durch ukrainische Drohnen wurden Einschränkungen für die Flughäfen von Tambow, Pensa, Wolgograd, Saratow und zahlreichen anderen wirksam. Im Moskauer Verwaltungsgebiet wurde für die Nacht zum 3. Juni ebenfalls eine Drohnen-Warnung verkündet, wie zahlreiche Einwohner der Region per SMS erfuhren.
Die Streitkräfte der Ukraine nutzen aktiv Waffen und Technologien, die ihnen aus den USA geliefert werden. Medien zitierten Pentagon-Chef Pete Hegseth, der bestätigte, dass amerikanische Waffen, besonders Drohnen, im Verlauf der Kampfhandlungen getestet werden. In einem Interview für den Fernsehkanal Fox News erklärte er: „Wir lernen weiter anhand der Erfahrungen der Ukraine auf dem Gefechtsfeld. Wir wollen, dass sie (die ukrainischen Militärs — „NG“) sich verteidigen können. Und wir werden eine Form finden, ihnen unsere Hilfe zu sichern“.
Die „NG“ berichtete bereits, dass die Amerikaner den Streitkräften der Ukraine einen Zugang zu dem sehr schnellen satellitengestützten Breitband-Internet Starlink sichern, mit dessen Hilfe Drohnen auf Ziele in Russland ausgerichtet werden. Amerikanische Drohnen vom Typ Hornet führen derzeit systematisch Schläge gegen das Hinterland der russischen Gruppierungen im Donbass (siehe https://ngdeutschland.de/moskau-will-kiew-mit-bunkerbrechenden-waffen-attackieren/), darunter massenhaft gegen die strategische Trasse „Noworossia“. Der amerikanische Fernsehsender CNN strahlte einen Beitrag aus, für dessen Vorbereitung Kiew den Journalisten einen exklusiven Zugang zu einem der Führungszentren gewährt hatte, von wo aus die Hauptverwaltung für Aufklärung der Streitkräfte der Ukraine die Arbeit der deep-strike-Abteilungen (für weitreichende Schläge), die Hinterland-Objekte auf dem Territorium der Russischen Föderation attackieren, koordiniert. Den Journalisten zeigte man das Informations- und Analyse-System PRISMA mit einer Nutzung künstlicher Intelligenz, dessen Daten auf den Monitoren des Kommandopunkts dargestellt wurden. Das System analysiert tausende verschiedene Parameter inklusive der Bereiches des Abfangens von Drohnen durch Kräfte der Luftabwehr der russischen Armee, um danach eine optimale Route für deren Überwindung auszuwählen. Dies sei eine Entwicklung amerikanischer und ukrainischer Spezialisten, betonte CNN. Das Projekt wurde unter Beteiligung des amerikanischen Unternehmens Palantir Technologies, dessen Chef Alex Karp jüngst Kiew besucht hatte, geschaffen.
Und der amerikanische Fernsehsender CNBC veröffentlichte einen Beitrag über das Innovationsunternehmen Foundation Future Industries aus San Francisco, das angeblich mit der Familie von US-Präsident Donald Trump verbunden sei. Laut Angaben von CNBC entwickle des Unternehmen autonome humanoide Roboter, mit einer dualen Einsatzmöglichkeit – für einen Einsatz sowohl in der Schwerindustrie als auch im militärischen Bereich. Das Unternehmen plant, innerhalb von 12 bis 18 Monaten deren Gefechtseinsatz unter Beteiligung der Streitkräfte der USA zu beginnen. Gemeldet wird, dass die Amerikaner zwei solcher menschenähnlichen Roboter bereits in die Ukraine für die Vornahme von Tests entsandt hätten. Bisher werden Roboter nur in der Logistik eingesetzt und nehmen nicht an Kampfhandlungen teil.
„Für die Militärs der USA, aber auch für deren Rüstungsunternehmen ist es nicht vorteilhaft, dass der Konflikt in der Ukraine beendet wird, denn sie verlieren ein Kampffeld, auf dem sie ihre Waffenentwicklungen testen können. Den Plänen des Westens nach zu urteilen, wird sich dessen Teilnahme an der Schaffung von Waffen für die Ukraine nur erweitern“, sagte der „NG“ der Militärexperte und Generalleutnant im Ruhestand Jurij Netkatschjow. „Es sei daran erinnert, dass ide Ukraine und die EU den Wortlaut eines Kreditabkommens und eines Memorandums über gegenseitiges Einvernehmen zwecks Bereitstellung eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine in den Jahren 2026-2027 abgestimmt haben. Dies ist sehr viel Geld“. Mitte Juni soll Kiew Militärhilfe im Umfang von 5,9 Milliarden Euro erhalten. Das Geld soll für den Kauf ukrainischer Drohnen eingesetzt werden. Laut Berechnungen von Spezialisten würden diese Finanzen reichen, um fast um das 2fache die Produktion von Drohnen zu erhöhen, von denen die Ukraine auch so viele hat.
„Nach Schätzungen amerikanischer Spezialisten produziert die Ukraine gerade derzeit 10.000 bis 20.000 Drohnen unterschiedlicher Zweckbestimmung am Tag“, betont Netkatschjow. „Die USA planen, rund 300.000 Drohnen im Jahr herzustellen. Sie haben natürlich Möglichkeiten, um die Produktion zu steigern, darunter unter Ausnutzung der ukrainischen Erfahrungen aus der militärischen Kooperation mit anderen Ländern“. Der Experte erinnerte daran, dass das Verteidigungsministerium der Ukraine dieser Tage mitgeteilt habe, dass zusammen mit Kanada das Unternehmen „Airlogix-Sentinel“ für die Herstellung ukrainischer Drohnensysteme auf kanadischem Territorium geschaffen werde. Die fertigen Erzeugnisse sind für eine weitere Übergabe an die Streitkräfte der Ukraine bestimmt. Die Ukraine arbeitet bei der Herstellung von Drohnen mit vielen Ländern der Europäischen Union zusammen – mit Frankreich, der BRD, Polen, aber auch mit Großbritannien und der Türkei, erinnert Netkatschjow. „Die Ukraine hat Dänemark vorgeschlagen, gemeinsam ein Raketenabwehrschild zu schaffen, aber auch den Erwerb ukrainischer Abfang-Drohnen, eine Lokalisierung der Produktion in Dänemark und eine Vervielfältigung des „dänischen Modells“ erörtert“, teilte er mit.