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Der neue Chef des ukrainischen Verteidigungsministeriums erhielt grünes Licht für die Vorbereitung auf eine Offensive


Die Probleme an der Front und die innenpolitischen Kollisionen stören die ukrainische Führung nicht, über Versuche einer Revanche an der Front nachzudenken. Das Staatsoberhaupt der Ukraine Wladimir Selenskij ist der Auffassung, dass die Ernennung von Jewgenij Chmara als Verteidigungsminister des Landes „den Raum für eine Anwendung von Deep-Strikes (weitreichende Schläge — „NG“) erweitert, den Schutz des ukrainischen Luftraums gewährleistet und zusammen mit den Partnern den Verteidigungsoperationen und Angriffshandlungen Möglichkeiten hinzufügt“. In der Ukraine sind bereits Gefechtsreserven gebildet worden, die sich auf Angrissoperationen vorbereiten, die Chmara und der neue Oberkommandierende der Streitkräfte der Ukraine Michail Drapatyj organisieren werden.

Selenskij würdigt bereits die Reibungslosigkeit des Zusammenwirkens des Verteidigungsministers mit dem Oberkommandierenden der Streitkräfte der Ukraine. Dies hatte es früher nicht gegeben, als diese Ämter Michail Fjodorow und Alexander Syrskij bekleidet hatten. Jedoch muss betont werden, dass gerade unter dem vorherigen Team von hochrangigen Militärs die Reformen in der ukrainischen Armee begonnen worden waren und strategische Gefechtspläne verfasst wurden. Und Chmara und Drapatyj werden sie augenscheinlich realisieren werden, wobei sie ihre Spezifik einbringen werden.

Laut Angaben des angesehenen Telegram-Kanals Poiskovik ZVI werde im Bestand der Landstreitkräfte der ukrainischen Armee ein neuer mechanisierter Verband geschaffen, die 64. mechanisierte Sonderbrigade. Dies ist bereits die fünfte große Formationen, die im laufenden Jahr aufgestellt werde. Neben ihr waren in den letzten Monaten die 50., die 55., die 76. und 167. mechanisierte Brigade aufgestellt worden. „Diese Truppen reichen, wenn man ihnen Einheiten für eine Gefechtsabsicherung (Artillerie, Aufklärung, Pionier- und andere Einheiten) hinzufügt, für die Formierung eines ganzen Armeekorps aus“, meint der Militärexperte und Generalleutnant im Ruhestand Jurij Netkatschjow. Er betont, dass dieses neue Korps die Grundlage für die Vereinigten Kräfte für ein schnelles Reagieren, die gegenwärtig in den Streitkräften der Ukraine gemäß einem im Juli dieses Jahres unterzeichneten Erlasses des ukrainischen Präsidenten gebildet werden, bilden könne. „Die Vereinigten Kräfte für ein schnelles Reagieren sind als eine separate Truppengattung für ein operatives Reagieren auf Krisenänderungen der Situation an der Front gebildet worden. Und sie können natürlich auch Angriffshandlungen durchführen“, meint Netkatschjow. Entsprechend der Absicht von Kiew werden diese neuen Truppen unter einem vereinten Kommando die kampfstärksten Einheiten vereinen – Sturm-Truppenteile, die Artillerie sowie die Truppen, die Drohnen und Roboter-Bodenkomplexe einsetzen.

Augenscheinlich werden zu den Vereinigten Streitkräften auch Kräfte der Nationalgarde der Ukraine gehören, betont Netkatschjow. „Im Bestand des ersten Korps der Nationalgarde ist das 52. internationale Sturmregiment „Forge“ (deutsch: „Schmiede“) geschaffen worden, das unter anderem mit ausländischen Söldner aufgefüllt wird“, sagt der Experte. 2Außerdem wird das 425. Sondersturmregiment „Skelja“ (deutsch: „Felsen“) der Landstreitkräfte der Ukraine der operativen Führung des 1. Korps der Nationalgarde der Ukraine unterstellt“.

Nach Meinung von Netkatschjow seien die Elite-Sturmregimenter der Nationalgarde der Ukraine für Offensiven bestimmt. Und ihre Formierung unter Beteiligung von Säöldner belege, dass man in Kiew etwas Ernsthaftes konzipiere. „Bisher ist unklar, wer konkret die Verbände und Truppenteile der Vereinigten Kräfte für ein operatives Reagieren befehligen wird. Es ist aber schon klar, dass ihnen Elite-Truppenteile und Verbände angehören werden. Und nicht nur aus dem Bestand der ukrainischen Armee, sondern auch aus anderen bewaffneten Strukturen – in erster Linie aus dem Bestand der Nationalgarde der Ukraine und des Sicherheitsdienstes der Ukraine. Und sehr interessant ist die Tatsache, dass Sturmkräfte aus den Streitkräften der Ukraine der operativen Führung der Nationalgarde der Ukraine unterstellt werden. Es sei angemerkt, dass Chmara seinen Militärdienst im Jahr 2006 gerade in der Nationalgarde, in der Sondereinheit „Omega“, begonnen hat, in der er fünf Jahre diente. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er auch die Vereinigten Streitkräfte für ein operatives Reagieren betreuen wird. Und der unmittelbare Kommandierende dieser Kräfte wird ein Vertreter der Nationalgarde der Ukraine sein“, betont Netkatschjow.

Entsprechend im Juli dieses Jahres unterzeichneter Erlasse Selenskijs erfolgt derzeit in der Ukraine im Bestand der ukrainischen Armee auch die Formierung eines vereinten Spezialkommandos, das für die weitreichenden Attacken gegen das Territorium Russlands zuständig ist. Bisher wurden derartige Schläge durch unterschiedliche bewaffnete Strukturen geführt, unter anderem durch die Kräfte für Sonderoperationen des Sicherheitsdienstes der Ukraine, den Chmara geleitet hatte. Jetzt werden diese Richtungen in einer Hand konzentriert.

Seit der Zeit der personellen Umbesetzungen im Block der bewaffneten Organe der Ukraine haben sich die Versuche, das Territorium der Russischen Föderation anzugreifen, gehäuft. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums seien innerhalb von 24 Stunden bis zum Mittag des 20. August durch die russischen Luftverteidigungsmittel elf lenkbare Fliegerbomben und 1504 Drohen des Flugzeugtyps abgeschossen worden. Am Freitag meldete das Verteidigungsministerium in den Mittagsstunden derweil nur eine Wochenbilanz, laut der unter anderem 8477 ukrainische Drohnen und 26 „Flamingo“-Flügelraketen abgeschossen worden seien. Die Behörden von Tatarstan und der Verwaltungsregion Perm meldeten am Donnerstag und Freitag, dass im Verlauf ukrainischer Drohnenattacken auch Industrieobjekte getroffen worden seien.

Die Ukraine ändert die Strategie der Kampfhandlungen gegen Russland“, sagt Netkatschjow. „Ohne einen zuverlässigen Schutz vor den russischen ballistischen Raketen zu haben, forciert sie die Anzahl der Schläge gegen wirtschaftlich wichtige Objekte auf dem Territorium der Russischen Föderation. Die neue ukrainische Militärführung wird offensichtlich versuchen, diese Schläge auszuweiten. Dabei wird die Wahrscheinlichkeit dessen zunehmen, dass die Drohnenattacken der Streitkräfte der Ukraine von terroristischen Aktionen ukrainischer Diversanten begleitet werden, zu denen man in der Russischen Föderation bereit sein muss. Wo an der Front ein Durchbruch von Einheiten der Vereinigten Streitkräfte für ein operatives Reagieren geplant wird, ist unbekannt, doch die wahrscheinlichste Richtung ihrer Offensive ist meines Erachtens die zum Asowschen Meer“, spekuliert Netkatschjow.