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Europa erweitert die „Drohnen-Linie“ der Ukraine


Europa und die Ukraine bekunden bisher keine Bereitschaft, mit Moskau einen Friedensdialog zu beginnen, und haben dagegen begonnen, entsprechend dem abgestimmten „Kriegsplan“ zu handeln. Nach dem jüngsten Treffen im Ramstein-Format sind Kiew neue Partien von Waffen zugesagt worden, unter anderem mehrere hunderttausend Drohnen für das Programm „Drohnen-Linie“, dank dem die ukrainische Armee versucht, die Positionen an der Front zu halten. Die Streitkräfte der Russischen Föderation bemühen sich, diese Linie zu durchbrechen, wobei sie an den Hauptabschnitten in der Zone der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden militärischen Sonderoperation vorrücken und Schläge gegen Objekte der kritischen Infrastruktur der Ukraine führen.

Laut Angaben des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation hatte beispielsweise in der Nacht zum 10. September die russische Armee Schläge gegen Objekte in acht Verwaltungsgebieten der Ukraine geführt, vor allem gegen Ziele in Städten am Schwarzen Meer, aber auch in Kiew. Angegriffen wurden Frachter, Schlepper und Tanker sowie die Hafen-Infrastruktur einiger ukrainischer Hafenstädte. Die Erfolgsmeldungen aus dem russischen Verteidigungsministerium erfolgen im Grunde genommen jeden Tag, wobei sie durch unabhängige Quellen nicht bestätigt werden. Und aus Kiew gibt es vorrangig nur Meldungen über Angriffe gegen Objekte auf russischem Territorium, die u. a. die Erdölverarbeitung und Giganten des Online-Handels im Land betreffen.

Vernichtete ukrainische Drohnen laut Angaben des Verteidigungsministeriums Russlands

07.09.26

08.09.26

09.09.26

10.09.26

11.09.26

In der Nacht zum…

306

384

596

448

777

Innerhalb von 24 Stunden

498

713

1185

1030

1084

Beobachter heben das spürbare Vorrücken der Truppen der Russischen Föderation in Richtung der Slawjansk-Kramatorsk-Agglomeration hervor. Dies haben auch amerikanische Medien konstatiert, die berichten, dass „die russischen Truppen den sogenannten „Festungsgürtel“ im Donbass durchbeißen“, und „sein südlichstes Bollwerk – Konstantinowka – ist als ein Widerstandspunkt bereits faktisch verloren worden“. Ein Durchbrechen an diesem Frontabschnitt wird den russischen Truppen erlauben, mit einem erheblich größeren Tempo vorzurücken.

Seitens Kiedws erklingen erwartungsgemäß andere Einschätzungen und Prognosen. Und die ukrainischen Militärs versuchen weiter, weitreichende Schläge gegen die Russische Föderation zu führen. Mit deren Hilfe will Kiew „das Potenzial Russlands zur Erschöpfung bringen“, hatte der Präsident der Ukraine Wladimir Selenskij betont. An der Front halten die Streitkräfte der Ukraine in Vielem die Stellungen durch Verbände der Streitkräfte für unbemannte Systeme, die den Mangel an Militärs auf dem Schlachtfeld kompensieren sollen. Laut Angaben ukrainischer Medien habe die Ukraine beim „Ramstein“-Treffen den Partnern einen „Kriegsplan“ vorgestellt, den jene unterstützten. Und sie gaben neue Lieferungen von Luftabwehrraketen für Patriot-Systeme und von F-16-Jagdflugzeugen, aber auch Lieferungen von Drohnen und Artillerie-Munition bekannt.

Die Verbündeten der Ukraine unterstützten gleichfalls die Projekte Kiews zur Erhöhung des Angriffspotenzials der ukrainischen Armee an der Front durch die Bereitstellung von Mitteln für das Programm „Drohnen-Linie“. Allein die Niederlande haben beispielsweise für dieses Projekt 300 Millionen Dollar bereitgestellt. Summen von zig Millionen Dollar sagten Norwegen, Spanien, Litauen, Polen und Schweden Kiew.

Wie aus Erklärungen offizieller Vertreter der BRD und Großbritanniens deutlich wird, haben auch sie Verpflichtungen hinsichtlich des Programms „Drohnen-Linie“ übernommen. Sie finanzieren nicht nur das Projekt, sondern liefern auch bereits fertige Drohnen. Unter anderem hat Großbritanniens neuer Verteidigungsminister Wes Streeting erklärt, dass sein Land weiter die Verpflichtungen zur Lieferung von 120.000 Drohnen an die Ukraine in diesem Jahr erfülle. Nach seinen Worten seien bereits über 25.000 Drohnen übergeben worden, die übrigen sollen bis zum Winterbeginn in der Ukraine eintreffen. Unter den Drohnen, die London liefert, sind Abfangdrohnen, weitreichende Drohnen und FPV-Drohnen. Gerade FPV-Drohnen nehmen auch am Projekt „Drohnen-Linie“ teil. Deren Gesamtzahl ist nicht bekannt, doch mache sie zehntausende aus, meinen Experten.

Eine besondere Stellung nimmt Deutschland bei der Teilnahme an diesem Projekt ein. Beim „Ramstein“-Treffen war davon die Rede, dass Deutschland ebenfalls die Lieferungen von Drohnen fortsetzen werde und „die Lieferungen mehrere zehntausender weitreichender Artilleriegeschosse finanziert“.

Gemeinsam mit dem ukrainischen Unternehmen SkyFall finanziert und liefert Deutschland nun rund 50.000 FPV-Drohnen des Typs Shrike 10 für die Streitkräfte der Ukraine. Sie besitzen integrierte Module für eine automatische Erfassung und Präzisierung der Ziele mittels künstlicher Intelligenz. Das heißt: Die Operatoren dieser Drohnen nehmen nur in der Anfangsphase an Kampfhandlungen teil, wenn sie die Ziele ausmachen. Und den gesamten Prozess schließt die künstliche Intelligenz ab.

Das Programm „Drohnen-Linie“ hatte Kiew im Februar vergangenen Jahres angekündigt. Dieses Projekt sollte die Infanterie und Drohnen zu geschlossenen Schlageinheiten verbinden. Die Trefferzone wird voraussichtlich, wie ukrainische Militärs erklärten, voraussichtlich 10 bis 15 Kilometer in Abhängigkeit von der Situation und den Aufgaben erreichen. Und die Infanterie wird eine ständige Begleitung und Deckung aus der Luft erhalten. Nach Einschätzungen von Experten versucht man nicht nur in der ukrainischen Armee, eine derartige Taktik zu nutzen. Entsprechend ähnlicher Algorithmen arbeiten Einheiten der Streitkräfte Russlands. Implementiert werden sie in der Armee der USA und anderer NATO-Länder.

Nach Einschätzungen des Leiters des Pentagon-Programms für Drohnen-Systeme Travis Metz habe die Ukraine im Jahr 2025 über vier Millionen Drohnen hergestellt. Und in diesem Jahr könne Kiew sechs Millionen Drohnen bauen. Dabei seien laut Berechnungen von Experten lediglich 100.000 von ihnen weitreichende. Die übrigen seien für Kampfhandlungen in der taktischen und operativen Tiefe (das heißt für eine Reichweite von 5 bis 150 km) bestimmt.

Eine Analyse der Zusagen der Partner hinsichtlich der Finanzierung des Programms „Drohnen-Linie“ zeigt, dass den Streitkräften der Ukraine in diesem Jahr rund eine halbe Million FPV-Drohnen übergeben werden können“, betonte der Militärexperte und Generalleutnant im Ruhestand Jurij Netkatschjow. „Es scheint, dass dies relativ wenige sind. Doch dies sind Drohnen, die die NATO-Länder im Konflikt in der Ukraine testen. Sie alle werden augenscheinlich mit integrierten Systemen einer künstlichen Intelligenz sein. Für die Militärs der russischen Armee, besonders an der vordersten Frontlinie, ist dies gefährlich. Daher muss man neben einer Verstärkung des funkelektronischen Kampfes und der Luftverteidigung die Schläge gegen Arsenale und Logistikzentren forcieren, in denen derartige Waffen lagern. Man muss effektiv die Lieferung von FPV-Drohnen an die Frontlinie verhindern“.