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In der ukrainischen Armee will man Soldaten durch Drohnen ersetzen


Moskau und Kiew versuchen immer aktiver, modernste Waffen im Konflikt einzusetzen. Im Donbass verwenden die Streitkräfte der Ukraine unter den Bedingungen eines Mangels an Militärs Flug- und Landdrohnen. Die russische Armee bemüht sich, auf die gleiche Art und Weise zu antworten.

Medien zitierten den Präsidenten der Ukraine, Wladimir Selenskij, der beim Besuch des Führungspunktes des 3. Armeekorps die Wichtigkeit des Einsatzes bodengestützter Roboterkomplexe in den Gefechten im Donbass betonte. Selenskij bezeichnete den Einsatz solcher Komplexe als „eine heute sehr aussichtsreiche Richtung“. Ukrainische Medien berichteten, dass die Streitkräfte der Ukraine in der Krasnyj-Liman-Richtung bodengestützte Kamikaze-Roboterkomplexe mit Einweg-Granatwerfern, aber auch Schützenpanzerwagen, die mit Hilfe von IT-Technologien ohne Mechaniker-Fahrer gesteuert werden, eingesetzt hätten. Bestätigungen für den Einsatz solcher Technik gibt es nicht.

„In der russischen Armee strebt man dies auch an, obgleich es keinen Mangel an Militärs an der Front gibt“, teilte der „NG“ der Militärexperte und Generalleutnant im Ruhestand Jurij Netkatschjow mit. „Die Streitkräfte der Russischen Föderation setzen auch bodengestützte Roboterkomplexe ein. Aber Drohnen müssen Menschen steuern, sie warten und modifizieren. Die Fertigkeiten für deren Einsatz lehrt man den Militärs in den Truppen, darunter den Grundwehrdienstleistenden“. Der Experte erinnerte daran, dass man im Unterschied zu den Streitkräften der Ukraine, für die man Menschen gewaltsam einziehe, in der Russischen Föderation für den Militärdienst (an der Front) auf Vertragsgrundlage Männer erfasse. Die Armee würden Grundwehrdienstleistende auffüllen, die nicht an der militärischen Sonderoperation teilnehmen und sich aktiv Militärberufe in Ausbildungszentren aneignen würden. Dabei befasse sich ein Teil von ihnen mit einer kreativen Arbeit – mit der Vervollkommnung von bodengestützten Drohnen Flugdrohnen.

Ausführlicher über die Hinzuziehung von Grundwehrdienstleistenden zur Entwicklung von Waffen und über Besonderheiten der Einberufung im Herbst berichtete den Medien der Chef der Organisations- und Mobilmachungshauptverwaltung des russischen Generalstabs, Generalobert Jewgenij Burdinskij. Er erinnerte daran, dass seit diesem Jahr gemäß der Gesetzgebung die Einberufungsmaßnahmen (die medizinische Begutachtung und eine professionelle psychologische Auswahl) in der Russischen Föderation das ganze Jahr über erfolgen würden. Durch die Militärkommissariate sind auf der Grundlage einer Entscheidung der Einberufungskommissionen 80 Prozent der jungen Männer für die Truppen einberufen worden. Und deren Entsendung in die Truppenteile wird am 10. Oktober beginnen. Bis zum 1. Januar 2027 werden 120.000 Grundwehrdienstleistende in die Truppenteile kommen. Nicht einberufen werden die jungen Männer, die bereits in Freiwilligen-Formationen der Russischen Föderation dienen oder einen Vertrag für einen Dienst in Einheiten der Streitkräfte der Russischen Föderation noch vor der Einberufung abgeschlossen haben.

Burdinskij betonte, dass für begabte Grundwehrdienstleistende, die bereits an der Entwicklung von Drohnen, bodengestützten Roboterkomplexe und anderen modernen Waffen teilnehmen, in der Armee ein Wehrdienst in 18 wissenschaftlichen Abteilungen organisiert worden sei (acht von ihnen in der Technopolis „ÄRA“). Und die jungen Männer, die in Rüstungsbetrieben arbeiteten, können in wissenschaftliche Produktionsabteilungen geschickt werden. „Geschaffen wurden sie zwecks Bewahrung des Kaderpotenzials der Unternehmen der Rüstungsindustrie. Heute gibt es 16 solcher Einheiten. Sie funktionieren erfolgreich im Interesse von 20 Rüstungsunternehmen“, betonte der General. Nach seinen Worten würde man für den Grundwehrdienst in solchen Einheiten junge Fachleute mit einer Hochschul- und mittleren Berufsausbildung, die entsprechend den am meisten gefragten und akut mangelnden Fachrichtungen in Unternehmen der Rüstungsindustrie arbeiten, auf einer Wettbewerbsgrundlage einziehen. „Jährlich durchlaufen in solchen Einheiten rund 1000 Menschen den Wehrdienst. Dabei setzen über 80 Prozent von ihnen nach der Versetzung in die Reserve die Arbeitstätigkeit in den Unternehmen fort“, berichtete der Vertreter des russischen Generalstabs.

Burdinskij betonte, dass seit der Zeit der Hinzuziehung von Grundwehrdienstleistenden zu militärischen Entwicklungsarbeiten sie an fast 2300 Forschungsarbeiten teilgenommen sowie rund 450 Erfindungspatente erhalten hätten und mit ihrer Beteiligung über 4600 Rationalisierungsvorschläge ausgearbeitet worden seien. „Hinter jeder solcher Zahl steht irgendeine neue militärische Entwicklungsarbeit, eine Drohne, Waffen, die auf neuen physikalischen Prinzipien beruhen, die dem Gegner Schaden zufügen. Die Informationen der Organisations- und Mobilmachungshauptverwaltung zeigen, dass in den Wissenschafts- und wissenschaftlichen Produktionseinheiten nicht mehr als ein, zwei Prozent aller jungen Männer den Wehrdienst ableisten können. Aber gerade diese Schicht unserer „Kulibiner in Uniform“ (nach dem russischen Mechaniker und Erfinder Iwan Kulibin, von 1735 bis 1818 lebte – Anmerkung der Redaktion) hilft, den Sieg zu schmieden“, erklärte der „NG“ der Militärexperte und Oberst im Ruhestand Wladimir Popow.

Nach Einschätzungen ukrainischer Experten hätten im Verlauf der Schläge gegen die Ukraine die Streitkräfte der Russischen Föderation jüngst erstmals eine neue Modifikation reaktiver Drohnen eingesetzt, die mit einer kumulativen und schneidenden Spezialladung ausgestattet und für eine Vernichtung von Hochspannungsleitungsmasten, metallische Konstruktionen und Brücken bestimmt sind. Entsprechende Versuche erfolgten in der Technopolis „ÄRA“. Und an den Experimenten haben dort sicherlich Soldaten aus den wissenschaftlichen Kompanien teilgenommen, vermutet Popow. Medien der Ukraine berichtete, dass Russland gleichfalls begonnen habe, eine neue Modifikation der Angriffsdrohne „Geran-5“ K5 mit dem „Susanin“-System für eine autonome optische Navigation einzusetzen. Solch eine Konstruktion erlaubt der Drohne, sich anhand von Darstellungen der Erdoberfläche zu orientieren, wobei sie mit vorab gespeicherten Muster-Aufnahmen verglichen werden. Und dies sogar bei einem Verlust der Verbindung mit dem Drohnen-Piloten oder bei Ausbleiben eines GPS-Signals. Auch in solchen Entwicklungen gebe es einen Beitrag der Wissenschaftskompanien, meint Popow.

Dabei führt Moskau große und schwere Schläge gegen kritisch wichtige Objekte der Ukraine, was zu einer Ursache für die Einführung von Zeitplänen für die Abschaltung und Versorgung mit Strom in Kiew führte. Bei der Vorbereitung der Luftverteidigung für Kraftwerke und andere Objekte der Rüstungsindustrie und Logistik sucht Kiew nach zusätzlichen Waffen und Munition. Russland vervollkommnet gleichfalls seine Luftverteidigung. Geschaffen worden sei eine zusätzliche Schutzzone in extrem geringen Höhen, erklärte der Oberkommandierende der Landstreitkräfte der Streitkräfte Russlands, Generaloberst Andrej Mordwitschew.

P. S.

Russland setzt in der Tat seine zerstörerischen Schläge gegen die Ukraine fort. In der Nacht zum Freitag wurde beispielsweise durch Drohnen eine Straßen- und Bahnbrücke in Kiew getroffen, die eine Verlegung von Truppen und logistische Lieferungen militärischer Güter im Interesse der Gruppierungen der ukrainischen Armee im Donbass gewährleistet. Freilich wird dabei im Verteidigungsministerium in Moskau ausgeklammert, dass die Brücke auch für zivile Zwecke in der ukrainischen Hauptstadt genutzt wird.

Am Mittwochabend informierte Präsident Wladimir Putin auch über andere Erfolge der russischen Truppen in der Zone der militärischen Sonderoperation. „Allein im September hat Russland 1301 Quadratkilometer unter seine Kontrolle gebracht. Dies ist 2,5mal mehr als im vorangegangenen Monat. Und das Tempo des Vorrückens unserer Truppen nimmt zu“, erklärte das Staatsoberhaupt. „Aber wir würden gern dies alles schneller mit Hilfe von Friedensverhandlungen beenden“, aber zu für Russland vorteilhaften Bedingungen. Und was den Donbass angeht, so würden noch etwa elf Prozent des Territoriums der Donezker Volksrepublik unter der Kontrolle sein. „Ja, und da ist das wichtig, was ich weiter sagen werde. Auf der Ebene der oberen ukrainischen Führungsriege spricht man davon, dass sie die verbliebenen elf Prozent des Territoriums der Donezker Volksrepublik im Verlauf von anderthalb Jahren halten werden. In Europa sagt man: Die Ukraine wird sie im Verlauf von zwei Jahren halten. Wir sind der Auffassung, dass dies weitaus früher erfolgen wird (die Erlangung der vollständigen russischen Kontrolle über den Donbass – Anmerkung der Redaktion), berücksichtigt man das Tempo der Bewegung unserer Truppen“, sagte Wladimir Putin während der Plenartagung des Diskussionsklubs „Valdai“ am Mittwoch.