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„Einiges Russland“ und „Neue Leute“ bereitet man auf künftige (Wahl-) Kampagnen vor


Die neuen Erhebungen zu den Partei-Ratings, die durch das Analytische Zentrum des Allrussischen Meinungsforschungszentrums (VTsIOM) und der kremlnahen Stiftung „Öffentliche Meinung“ (FOM) vorgenommen wurden, haben gezeigt, dass diese beiden Soziologie-Unternehmen weiter die Ergebnisse ihrer eigenen Umfragen hinsichtlich der Perspektiven für jede der fünf parlamentarischen politischen Strukturen annähern. Geringe Unterschiede hinsichtlich des Wesens der Sache bleiben lediglich in Bezug auf die Werte für die Kremlpartei „Einiges Russland“ und die „Neuen Leute“, aber auch in Bezug auf die Richtung ihrer Dynamik. Es scheint, dass man diese beiden Parteien auf Erfolge im Verlauf der künftigen Wahlkampagnen vorbereitet. Ja, aber der KPRF, der LDPR und der Partei „Gerechtes Russland“ hat man schon sichere Plätze ohne die Möglichkeit, sie zu verlassen, zugewiesen.

Sowohl das VTsIOM als auch FOM räumen den Kommunisten einen sicheren zweiten Platz nach „Einiges Russland“ ein. Dabei sind beide Umfrageinstitute augenscheinlich der Auffassung, dass sich das Rating der KPRF zwischen 14 und 15 Prozent befinden müsse. Daher weist der eine Pollster aus, dass das Rating der Linken fällt, der andere aber behauptet, dass es sich gerade an der unteren Grenze ihrer Wähler-Unterstützung stabilisiert habe. Eine offensichtliche Einigkeit besteht auch hinsichtlich der Partei „Gerechtes Russland“. Man hat sie wieder unter der 5-Prozent-Marke ausgewiesen, sozusagen anspielend, dass die Partei von Sergej Mironow in ihrem gegenwärtigen Zustand schlechte Perspektiven besitze.

Für die LDPR laufen laut den Umfragen von VTsIOM und FOM die Angelegenheiten vom Prinzip her scheinbar nicht schlecht, jedoch werden wahrscheinlich keine Durchbrüche erwartet. Beide Umfrage-Zentren weisen eine fließende negative Dynamik des Ratings für diese Partei aus. Insgesamt ist der Vektor auf eine Beruhigung der LDPR auf der vierten Position des gesamten Parteienspektrums ausgerichtet, da die Soziologen den dritten Platz hinter der KPRF den „Neuen Leuten“ geben. Dabei betont das VTsIOM, dass die Partei schrittweise ihr Ansehen unter den potenziellen Wähler erhöhe, obgleich FOM ausweist, dass, wenn es auch eine Zunahme gebe, so auch nur eine um den Nullpunkt.

Bezeichnend sind auch die Differenzen von VTsIOM und FOM hinsichtlich der Partei „Einiges Russland“, die allerdings nur wie formale aussehen und sich daraus ergeben, welche Werte eines der Umfrage-Institute dieser Partei einräumte. Da das staatliche VTsIOM unmittelbar vor der Abstimmung bei den Staatsduma-Wahlen das Rating von „Einiges Russland“ auf eine ordentliche Höhe gepusht hatte, muss es jetzt dieses Rating mit großen Sprüngen herabsetzen. Daher hat die letzte vorliegende Wochen-Umfrage gezeigt, dass die regierende Partei auf den Stand von 30 Prozent absackte, indem sie sofort 3,4 Prozentpunkte verlor. Die Stiftung FOM, die „Einiges Russland“ nicht so gepusht hatte, weist dagegen ein Ansteigen des Ratings aus, so dass die Kremlpartei bei FOM 32 Prozent und eine positive Dynamik besitzt.

Es ist klar, dass es unmöglich gewesen war, den Vertretern von „Einiges Russland“ ein Rating zu belassen, das den Ergebnissen nahegekommen wäre, das bei den Staatsduma-Wahlen erzielt worden war (wobei unklar ist, auf welche Art und Weise – Anmerkung der Redaktion). Dies hätte das Potenzial für ein Wachstum der Partei für die kommenden (Wahl-) Kampagnen, indem man deren Werte den Zahlen für das Vertrauen für den Präsidenten der Russischen Föderation angenähert hatte, eingegrenzt. Dies aber war bereits aus politischer Sicht undenkbar gewesen. Daher lässt man „Einiges Russland“ jetzt auch ein wenig abrutschen. Die „Neuen Leute“ wird man aber augenscheinlich im Vorfeld der künftigen Wahlen stärker pushen müssen. Und dadurch nimmt auch deren Rating am schnellsten zu.