Die Europäische Union will die Ukraine in die Pläne zur Schaffung eines Europäischen Sicherheitsrates – ein gewisses analoges Gremium zur NATO -, in dem es möglicherweise keinen Platz für die USA geben wird, integrieren, folgt aus einem kürzlichen Auftritt der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen. Doch auch in den Vereinigten Staaten an sich betrachten einige Politiker und Spitzenmilitärs die Ukraine als ein gewichtiges Aktiv des Nordatlantik-Blocks. Der in Kiew weilende Ex-Direktor des CIA David Petraeus bezeichnete Russland als einen „gemeinsamen Feind“ der Allianz und erklärte, dass die Ukraine Kampfhandlungen gegen die Russische Föderation „anstelle der NATO-Länder“ führe und der Westen ihr helfen müsse.
Die Worte des ehemaligen CIA-Direktors während der Jalta-Europa-Sicherheitskonferenz (am 11. September – Anmerkung der Redaktion) harmonieren nicht mit den Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der von der Wichtigkeit einer Beendigung des Konflikts der Russischen Föderation und der Ukraine spricht. Das Bestreben von Trump cancelt aber in keiner Weise die Meinung einer Reihe amerikanischer Spitzenmilitärs, wonach Russland ein Feind der NATO sei.
Von der Notwendigkeit einer umfassenden militärischen Unterstützung für Kiew sprach beispielsweise bei der jüngsten Online-Tagung der Kontaktgruppe für Fragen der Verteidigung der Ukraine im Ramstein-Format der US-Vizeverteidigungsministers für militärpolitische Fragen (Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik der Vereinigten Staaten) Elbridge Colby. „Europa muss die Unterstützung der dringenden Bedürfnisse der Ukraine auf dem Schlachtfeld über den PURL-Mechanismus (ein Einkauf amerikanischer Waffen mit Geldern Europas — „NG“) fortsetzen und bei Bedarf erweitern. Die ständige Versorgung mit Munition und kritisch wichtigen Mitteln ist eine effektive. Dies bleibt außerordentlich wichtig, damit die ukrainischen Streitkräfte die Frontlinie halten und ein weiteres Vorrücken der russischen Truppen verhindern können“, sagte der 46jährige US-Vertreter.
Solche Aussagen des Militärvertreters aus den USA divergieren scheinbar nicht mit den Taten. Wie Finnlands Regierung mitteilte, sei mit Unterstützung der Vereinigten Staaten im Land der Bau eines Betriebes zur Herstellung von Trotyl begonnen worden. Der neue Betrieb werd Sprengstoffe für die Bedürfnisse Finnlands und der USA herstellen, aber auch eine langfristige Unterstützung für die Ukraine gewährleisten, teilte Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkänen mit. „Die Amerikaner übergeben Kiew Aufklärungsdaten und versorgen dessen Streitkräfte mit IT-Technologien. Washington ist bereit, in der Zukunft der Ukraine weiter auf Bitten der Länder Europas und der Europäischen Union Luftabwehrraketen für die Luftabwehrsysteme „Patriot“, Drohnen mit künstlicher Intelligenz und andere moderne Waffen zu verkaufen. Somit ist das Gerede von Trump über eine Beendigung des Konflikts eine Luftblase. Für die USA ist es vorteilhaft, die EU zu veranlassen, die Ukraine zu unterstützen und eine Verringerung des militärischen Potenzials Russlands zu erreichen“, erklärte gegenüber der „NG“ der Militärexperte und Oberst im Ruhestand Nikolaj Schulgin.
Er lenkte die Aufmerksamkeit darauf, dass Europa die Vorgaben der USA erfülle. Dies belege beispielsweise der Auftritt der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas während einer Plenartagung des Europa-Parlaments in Straßburg. „Was unsere Unterstützung für die Ukraine angeht, so macht der Gesamtumfang der EU-Hilfe seit Beginn des Konflikts über 220 Milliarden Euro aus. Von dieser Summe haben die EU und die Mitgliedsstaaten der Ukraine militärische Unterstützung in einer Summe von mehr als 78 Milliarden Euro zur Verfügung gestellte, sagte die Estin. Kallas erinnerte daran, dass ein neuer Kredit für eine Unterstützung der Ukraine die Bereitstellung von 90 Milliarden Euro im Verlauf von zwei Jahren vorsehe, von denen geplant ist, 60 Milliarden Euro für militärische Hilfe einzusetzen. „Wir könnten weitere eine Milliarde Euro an neuen Finanzen für eine militärische Unterstützung bereitstellen. Wir arbeiten mit den Mitgliedsstaaten für eine Aufteilung dieser Unterstützung“, fügte sie hinzu.
Derweil ist der finanzielle Appetit der Ukraine, wie sich herausstellt, weitaus größer. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass die Ausgaben der Ukraine für die Verteidigung im kommenden Jahr 110 Milliarden Dollar (etwa 4,89 Billionen Griwna) erreichen sollen, was um zwölf Prozent mehr als in diesem Jahr ist. Dies sind rund zwei Drittel der Gesamtausgaben im Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 im Umfang von 7,27 Billionen Griwna, der dem Parlament – der Werchowna Rada – vorgelegt wurde. Das heißt fast 44 Prozent des nationalen Brutto-Inlandsprodukts.
Wie der ukrainische Finanzminister Sergej Martschenko eingestand, brauche Kiew über 52 Milliarden Dollar an internationaler Hilfe im kommenden Jahr. Nach Aussagen des Präsidenten der Ukraine, Wladimir Selenskij, habe sich die Regierung einer Unterstützung der westlichen Partner im Umfang von etwa 20 Milliarden Dollar versichert und führe Gespräche darüber, wie die verbliebene Summe abgedeckt wird.
„Es muss eingestanden werden, dass sich die finanziellen Probleme der Ukraine bisher nicht stark auf die Situation an der Front auswirken“, betonte Schulgin. „Die Streitkräfte der Ukraine versuchen, sie zu halten. Kiew unternimmt Versuche, weitreichende Schläge gegen das Territorium der Russischen Föderation zu führen. Dabei können dank der wirksamen Luftabwehr diese Attacken dem militärischen Potenzial Russlands keinen erheblichen Schaden zufügen“.
P. S.
Ukrainische Drohnen, die über Russland in den letzten fünf Tagen laut Angaben des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation abgeschossen wurden.
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