Kiew versucht weiterhin, umfangreiche Schläge gegen Infrastruktur- und Industrieobjekte der Russischen Föderation zu führen. Und Moskau antwortet dementsprechend, um endgültig des Verteidigungspotenzial des Gegners zu vernichten. Eine weitere Eskalation der Schläge wird die Europäische Union fördern, die bereits dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij Gelder für die Herstellung von Drohnen und Raketen zugesagt hat, mit denen Russland im Januar bis März nächsten Jahres angegriffen werden sollen.
Laut Angaben des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation vom Freitag, hätten die russischen Truppen innerhalb einer Woche 14 Ortschaften unter ihre Kontrolle gebracht. Durchgeführt wurden laut Angaben aus Moskau zwei massive und sieben Gruppenschläge, getroffen wurden angeblich 18 Hochseeschiffe und drei Tanker, die für Lieferungen von Waffen, Gefechtstechnik und Brennstoffen für die Bedürfnisse der Streitkräfte der Ukraine genutzt worden seien (wie stets ohne Moskauer Angaben dazu, unter welcher Flagge sie unterwegs waren – Anmerkung der Redaktion). Dabei kann man, wenn man einen Vergleich mit den vorangegangenen ähnlichen Gefechtsberichten anstellt, die Schlussfolgerung ziehen, dass die Streitkräfte der Russischen Föderation begonnen haben, mehr Schläge nicht nur gegen militärische und Logistik-Objekte zu führen, sondern auch gegen Telekommunikationszentren, Rüstungsbetrieben sowie Unternehmen der Metallurgie-Industrie sowie des Brennstoff- und Energiekomplexes (womit letztlich auch die Zivilbevölkerung im weiter leiden muss – Anmerkung der Redaktion). Diese bedrückende Tendenz heben auch westliche Medien hervor. Das amerikanische Blatt „The New York Times“ schreibt beispielsweise, dass Russland zu „totalen Kampfhandlungen“ gegen die ukrainische Wirtschaft übergegangen sei. Zu Zielen der Schläge würden nicht nur Positionen an der Front, sondern auch Häfen, Lokomotiven, Grenzübergänge, Schiffe auf See, Lager, Getreidespeicher, die Internet-Infrastruktur sowie Produktions- und Energieobjekte. „Der wirtschaftliche Schaden der Ukraine durch die russischen Attacken werden bis zum Jahresende rund zehn Milliarden Dollar erreichen. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung hat die Prognose für das Wirtschaftswachstum der Ukraine von 2,2 bis auf 1,5 Prozent gesenkt. Und mehrere Wirtschaftsfachleute räumen ein Null-Wachstum ein. Moskau ist bestrebt, für Europa den Preis für die Unterstützung für Kiew zu erhöhen“, resümiert „The New York Times“. „Die Ukraine hat den Preis für jene Handlungen zu zahlen, die in den letzten Monaten erfolgten. Derzeit geschieht dies auch. Unsere Streitkräfte setzen die militärische Sonderoperation fort, führen recht konsequent Schläge gegen jene Ziele, die sie für zweckmäßige halten“, konstatierte dementsprechend am Montag auch Kremlsprecher Dmitrij Peskow.
Es sei angemerkt, dass auch die Ukraine in der letzten Zeit versucht hat, weiter weitreichende Schläge gegen Russland zu führen. Laut Zählungen des russischen Verteidigungsministeriums seien in der vergangenen Woche durch Luftverteidigungsmittel 34 lenkbare Fliegerbomben, zwölf reaktive Geschosse des HIMARS-Systems, acht „Flamingo“-Flügelraketen großer Reichweite und 6011 Drohnen des Flugzeugtyps abgeschossen. (Dies waren jedoch nicht alle von der Ukraine eingesetzten Waffen, urteilt man anhand der Meldungen über Schäden an Wirtschafts- und zivilen Objekten in Russland. — Anmerkung der Redaktion) Russische Medien zeigten angebliche Fragmente von „Flamingo“-Raketen, die in der Moskauer Region angeblich abgeschossen worden seien. Dabei zitierten sie die Mitgründerin des Unternehmens „Fire Point“ (Entwickler der „Flamingo“-Raketen), Irina Terech, die mitgeteilt hatte, dass ihre Firma plane, „bis Ende Herbst die neue ballistische FP-9-Rakete für eine Fertigung vorzubereiten“. Laut ihren Schätzungen werde die Rakete eine Reichweite von 850 km haben, „eine für das Treffen von Zielen in der Region Moskaus ausreichende“.
Kiew plant gleichfalls, künftig weitreichende Drohnen und Raketen zu fertigen, darunter mit Geldern, die für diese Ziele die Europäische Union bereitstellt. Selenskij hatte sich erneut an die europäischen Partner mit der Bitte gewandt, der Ukraine 27 Milliarden Dollar für die Herstellung von Raketen und Drohnen bereitzustellen, „die bereits im Oktober-November bestellt werden müssen, um nicht Anfang des nächsten Jahres mit ernsthaften Problemen konfrontiert zu werden“. In dieser Summe des Defizits des Militärhaushalts der Ukraine seien nach Aussagen von Selenskij auch die Dienstbezüge für die Militärs enthalten. „In der Hauptsache aber sind diese Gelder da für unsere Drohnen, Raketen und die Versorgung“ im Oktober, November und Dezember vorgesehen. Nach seinen Worten würde es, wenn die Ukraine die Drohnen nicht im Oktober und November bestelle und nicht bezahle, „zu ernsten Herausforderungen im Januar und Februar kommen“.
Zuvor hatte Selenskij betont, dass die Unterfinanzierung der Verteidigung des Landes 27 Milliarden Dollar ausmache. Er erklärte aber, dass „fast 20 Milliarden der Sold“ der Militärs sowie „die Zahlungen an die Familien der Gefallenen und für andere Richtungen der Finanzierungen“ ausmachen würden. Die übrigen sieben Milliarden Dollar seien Gelder, die für die Herstellung von Drohnen nötig seien. „Zuvor war mitgeteilt worden, dass die Europäische Kommission für den Kauf von Drohnen und Raketen einen Kredit für die Ukraine im Umfang von 6,1 Milliarden Euro (dies sind fast sieben Milliarden Dollar) gebilligt hätte. Aber woher für den Erwerb von Drohnen und Raketen die Summe von 27 Milliarden Dollar gekommen ist, sei unklar“, betonte der Militärexperte Wladimir Popow.
Medien berichteten, dass die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, angeblich eine positive Antwort auf die Bitte Selenskijs um eine Beschleunigung der Bereitstellung eines Teils der Kreditmittel von der Europäischen Union für die Herstellung von Raketen und Drohnen gegeben hätte. Für die Jahre 2026 und 2027 sind Kreditmittel von der EU im Umfang von 90 Milliarden Dollar geplant worden. Dafür für militärische Zwecke – 60 Milliarden Dollar. Wie früher der EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, der Litauer Andrius Kubilius, mitgeteilt hatte, habe die Ukraine im laufenden Jahr bereits 28,3 Milliarden Euro (rund 32 Milliarden Dollar) erhalten, die für die Verteidigung bereitgestellt wurden. Solch eine Summe hat sich als eine unzureichende erwiesen. Kiew bittet noch einmal um fast genauso viele Gelder.
„Bisher ist unklar, wie viele Gelder Kiew konkret von der EU für die Herstellung und den Erwerb von Drohnen und Rwketen erhalten wird. Aber dass es offenkundig sieben Milliarden Dollar für militärische Ziele zumindest für drei Monate des Jahres 2027 erhalten wird, ist eine Tatsache, denn diese Summe bestätigte die Europäische Kommission“, betonte Popow. „Mit diesen Geldern kann man rund 35.000 weitreichende Drohnen des Typs „Ljutyj“ (An-198) kaufen. Das heißt: Die Streitkräfte der Ukraine werden täglich rund 400 solcher Drohnen einsetzen können. Und dies ohne dem, dass Kiew für die Drohnen-Herstellung eigene Finanzen bereitstellt, und ohne die militärische Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte mittels Raketen und Drohnen über eine Summe von 2,68 Milliarden Dollar, die das US-Außenministerium bekanntgegeben hat“. Der Experte verwies auf den Umstand, dass die militärischen Bedürfnisse der Ukraine mit jedem Jahr zunehmen würden. Dabei würde auch das Defizit in dessen Verteidigungshaushalt zunehmen. Medien betonen, dass die militärischen Bedürfnisse Kiews für das Jahr 2027 im Umfang von 75 Milliarden Dollar die im laufenden Etat geplanten Ausgaben übersteigen würden.