Dem Prozess der Eskalation des Konflikts in der Ukraine hat sich mit Unterstützung der USA die Türkei angeschlossen. Medien haben im Informationsbulletin des US-Kongresses Informationen des Außenministeriums über dessen Zustimmung gefunden, wonach der Ukraine eine große Partie von sich in der türkischen Armee befindlichen Offensivwaffen, die mit Kassettenmunition ausgestattet sind, übergeben werden soll. Vor diesem Hintergrund erfolgt eine Reorganisation der Streitkräfte der Ukraine, die eiligst neue Verbände bilden.
Die Russische Föderation führt weiter systematische Schläge gegen Seehäfen der Ukraine, aber auch gegen Donau-Hafenanlagen. Zur gleichen werden Schiffe, die laut Moskauer Angaben mit militärischen Frachtgütern unterwegs gewesen seien, attackiert, werden Güterzüge, aber auch Lokomotiven vernichtet. Sprich: Systematisch wird die ukrainische Transport-Infrastruktur zerbombt. Und an der Front ist besonders im Donbass und im Norden der Ukraine – in den Verwaltungsgebieten Sumy und Charkow – ein energisches Vorrücken russischer Verbände auszumachen, schenkt man den Meldungen aus dem Verteidigungsminister Russlands uneingeschränkt Glauben.
In deutschen Medien zieht man derweil die Schlussfolgerung, dass die Ukraine nicht mehr imstande sei, die schnellsten russischen Raketen abzufangen, die „in der letzten Zeit Kiew und anderen Regionen einen gewaltigen Schaden zugefügt haben“, da ihm schlicht und einfach die Raketen für die Luftverteidigungssysteme ausgehen würden. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums der Ukraine seien im Juli nur 29 von den 195 durch Russland abgefeuerten Raketen abgefangen worden. Und der Druck der russischen Truppen auf die Agglomeration Slawjansk-Kramatorsk nehme weiter zu. „Ein Fallen von Kramatorsk und Slawjansk wird zu einem der ernsthaftesten Schläge gegen Kiew seit langem. Damit kann Russland seine Anstrengungen weiter auf den Westen und Norden, zu den Großstädten Dnepr und Charkow umlenken“, betonen deutsche Journalisten (zum Beispiel der Zeitung „Bild“ — Anmerkung der Redaktion).
Doch die ukrainischen Offiziellen, aber auch ihre Freunde in den USA und in der Türkei beabsichtigen, die Situation zu ändern. Gemeldet wurde, dass das US-Außenministerium unter anderem eine Übergabe von 70 Raketen M39 ATACMS, zwölf M270-Anlagen (HIMARS-Startrampen auf Kettenfahrzeugen, insgesamt zwei Batterien — „NG“), 2524 M26-Geschosse für sie mit Kassetten-Gefechtsköpfen DPICM mit einem Kaliber von 227 mm und 47.000 Kassetten-Artillerie-Geschosse M509A1 des Kalibers 203 mm von den Streitkräften der Türkei gebilligt habe. Jetzt sei es erforderlich, dass diese Prozedur die Parlamentarier billigen. Doch die werden dem scheinbar keine Steine in den Weg legen. Mehr noch, einige Medien sind der Auffassung, dass die Türkei diese Waffen bereits den Streitkräften der Ukraine übergeben habe. Und daher übe sie auf die Russische Föderation Druck aus, indem sie die Verbote für ein Passieren russischer Schiffe durch den Bosporus und die anderen Meerengen zum Schwarzen Meer und umgekehrt verstärkt. Wie in Dokumenten des State Departments ausgewiesen wird, „ist die Regierung der Vereinigten Staaten bereit, diese Übergabe zu billigen, wobei Erwägungen politischer, militärischer, wirtschaftlicher Art und aus der Sicht der Menschenrechte sowie die Forderungen nach einer Rüstungskontrolle berücksichtigt werden“.
Raketen des Typs M39 ATACMS (offizielle Klassifikation in den USA – MGM-140A ATACMS Block1), die Kiew erhalten wird, wurden bereits für die Bedürfnisse der ukrainischen Armee aus Amerika und anderen NATO-Ländern geliefert. Ihr Kassetten-Gefechtskopf enthält 950 Gefechtselemente, die bei einer Explosion auseinander fliegen und eine Fläche von mehr als einem Hektar erfassen. Die Reichweite dieser Waffen erreicht bis zu 165 Kilometer. Und dies bedeutet, dass alle Frontnahen Streifen und Objekte ins Visier der Ukraine genommen werden. Derartige ATACMS-Raketen wurden bereits im Juni 2024 für Schläge gegen Sewastopol eingesetzt, als im Bereich des Utschkujewka-Strands Zivilisten ums Leben kamen. Freilich werden die türkischen MGM-140A ATACMS Block 1 kaum Sewastopol erreichen, zu dem es beispielsweise von Odessa aus rund 300 Kilometer sind. Sie sind für einen Einsatz im frontnahen Raum bestimmt. Die Raketen M39 ATACMS können gegen Depots, Konvois gepanzerter Technik und Ansammlungen von Fahrzeugen eingesetzt werden, wobei aber vor allem Menschen und Bauten ein Schaden zugefügt wird.
Für Einsätze in der Zone der Gefechte sind auch andere türkische Waffen bestimmt, die die Streitkräfte der Ukraine erhalten können. Die Reichweite der Geschosse PC3O M26 DPICM, die der ukrainischen Armee übergeben werden, erreicht bis zu 32 Kilometer. Und die der Artillerie-Kassettengeschosse M509A1 mit einem Kaliber von 203 mm – bis zu 24 Kilometer. Die Geschosse M509A1 setzen laut offiziellen Angaben derzeit in den Streitkräften der Ukraine Trupps der 52. Sonder-Artillerie-Brigade ein, die mit amerikanischen 8-Zoll-Selbstfahrhaubitzen M110 und sowjetischen 203-Millimeter-Waffen des Typs 2C7 „Pyone“ bewaffnet sind. Wahrscheinlich werden sie gegen die vorderste Frontlinie und die rückwärtigen Bereiche der russischen Truppen Schläge führen. Die Raketen PC3O M26 DPICM werden von M270-Startrampen abgeschossen, von denen es in der ukrainischen Armee mindestens 30 Stück gibt (fünf Batterien). Plus zwei Batterien (12 Startrampen), die die Türkei übergibt.
„Dank Ankara wird für die Ukraine eine Artillerie-Schlagfaust gebildet, die die Streitkräfte der Ukraine durchaus wahrscheinlich für eine eine großangelegte Offensive nutzen können. Schon jetzt sind in der Ukraine drei mechanisierte Brigaden gebildet worden, die 76., die 50. und die 167. Sie werden in die neu zu bildenden Vereinigten Streitkräfte für ein schnelles Reagieren integriert, deren Grundlage Sturm-Einheiten bilden werden, die auf Vertragsgrundlage in der ukrainischen Armee formiert werden. Vorbereitet werden gleichfalls neue Drohnen-Einheiten“, sagte der „NG“ der Militärexperte und Generalleutnant im Ruhestand Jurij Netkatschjow. Er ist der Auffassung, dass die Streitkräfte der Ukraine schon im September-Oktober eine großangelegte Gegenoffensive in Richtung des Asowschen Meeres oder gegen die Krim unternehmen könnten, nachdem in dieser Region Hauptreserven und neue Waffen, die von der Türkei und anderen NATO-Ländern übergeben werden, konzentriert worden sind.