Die Werchowna Rada (das ukrainische Parlament – Anmerkung der Redaktion) hat den Kriegszustand in der Ukraine um weitere 90 Tage ab dem 4. Mai (ab 05.30 Uhr Ortszeit) verlängert. Die Führung der Streitkräfte der Ukraine beabsichtigt, die Mobilmachung fortzusetzen, um den Versuch zu unternehmen, die Situation an der Front zu verändern. Ohne große Ressourcen an Menschen zu haben, setzt die ukrainische Armee auf einen massenhaften Einsatz von technischen Mitteln, sprich: Robotern. Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation konzentriert sich gleichfalls, urteilt man anhand offizieller Mitteilungen, auf eine rasche Entwicklung und Auffüllung der Truppen für unbemannte Flugsysteme (TUF) mit Spezialisten.
Die Ukraine und Norwegen haben jüngst das erste Gemeinschaftsunternehmen für die Herstellung von Drohnen gegründet. Die Entwickler der Drohnen sind ukrainische Ingenieure. Die Produktion ist in Norwegen mit dessen Geldern angeschoben worden. In dem Betrieb werden Drohnen mit einem schweren Gefechtsteil (rund 100 Kilogramm) hergestellt, die auch gegenüber Systemen des funkelektronischen Kampfes stabil sein sollen.
Ihre Zweckbestimmung ist, Ziele in einer Entfernung von 50 bis 200 Kilometern zu treffen. Dies ist die operative der Gruppierungen von Truppen, wo die Hauptpunkte für die Führung und Logistik konzentriert sind. Es wird erwartet, dass die ersten Chargen von Drohnen bereits bis zum Sommer an die Ukraine übergeben werden, das heißt bis zum Beginn einer möglichen Offensive der Streitkräfte der Ukraine an der Front.
Welche Typen von Drohnen man in Norwegen konkret zu bauen beginnt, wird nicht mitgeteilt. Entsprechend den taktisch-technischen Parametern, die die Medien ausweisen, werden dies wahrscheinlich vom Unternehmen Fire Point entwickelte preiswerte Kampf-Kamikaze-Drohnen des Typs FP-2 sein. Laut Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums plane Norwegen in diesem Jahr, über 1,5 Milliarden Dollar für den Kauf von Waffen aus ukrainischer Fertigung für die Streitkräfte der Ukraine einzusetzen. Dies werden vor allem auch Drohnen sein, die für einen Einsatz an der Frontlinie bestimmt sind.
Es sei angemerkt, Kamikaze-Drohnen des Typs FP-1 (mit einer Reichweite von über 1000 Kilometer) und vom Typ FP-2 (mit einer Gefechtsreichweite von bis zu 200 Kilometern) bereits in Großbritannien hergestellt werden. London hat zugesagt, in diesem Jahr rund 120.000 solcher Drohnen zu bauen. Wie Experten annehmen, akkumuliere die Ukraine derzeit augenscheinlich im Ausland gebaute FP-1-Drohnen für eine Unterstützung des im Sommer anstehenden Versuchs eines Durchbruchs der ukrainischen Streitkräfte an der Front.
Der Präsident der Ukraine Wladimir Selenskij erklärte dieser Tage, dass man „den Umfang der Produktion und der Lieferungen von bodengestützten Roboterkomplexen an die Streitkräfte der Ukraine erhöhen“ müsse. Er hatte betont, dass es bereits unmöglich sei, sich eine Verteidigung ohne Drohnen und bodengestützte Roboterkomplexe vorzustellen. „Heute ist die Aufgabe für Verteidigungsminister Michail Fjodorow und den Generalstab der Streitkräfte der Ukraine mindestens 50.000 bodengestützte Roboterkomplexe im Jahr 2026. Es müssen alle begreifen: Dies ist ein Schutz des Lebens. Die Logistik an der Front, die Evakuierung von Verwundeten, die Gefechtsaufgaben – gegenwärtig entwickelt sich auf eine maximal aktive Weise der Einsatz von bodengestützten Roboterkomplexen“, sagte Selenskij.
In seinen Auftritten schenkt Selenskij immer weniger Aufmerksamkeit dem finanziellen Faktor. Er ist sich sicher, dass ihn bei den Schritten zur Verstärkung der Möglichkeiten der ukrainischen Streitkräfte die europäischen Partner unterstützen werden. Darüber schreibt bereits auch das US-amerikanische „The Wall Street Journal“, das der Auffassung ist, dass zu dem Kredit Europas für die Ukraine noch rund 45 Milliarden Euro hinzukommen könnten, die bis Ende 2027 notwendig sind. Doch die Mittel sind bisher nicht bereitgestellt worden. Deren Bereitstellung würden angeblich London und Tokio lobbyieren.
Es sei betont, dass die Ukraine laut Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI im vergangenen Jahr für die Verteidigung rund 40 Prozent des BIP bereitgestellt hatte. Dies ist der höchste Wert in der Welt. Russland hatte derweil für die Verteidigung rund 7,5 Prozent des BIP eingesetzt. Das SIPRI unterstreicht, dass die Militärausgaben Kiews im Jahr 2025 um 20 Prozent – bis auf 84,1 Milliarden Dollar – angestiegen sind. Ihr Anteil am Staatshaushalt erreichte 63 Prozent. Ungeachtet des Ausbleibens neuer Militärhilfe von den USA hat die Ukraine 52,2 Milliarden Dollar als ausländische Unterstützung erhalten. Vor allem von Europa.
„Selbst bei solch einer großangelegten Hilfe des Westens hat die Führung der Ukraine keine Mittel, um aus dem Budget die Unterhaltung des Personalbestands der Streitkräfte der Ukraine zu finanzieren“, meint der Militärexperte und Oberst im Ruhestand Nikolaj Schulgin. Die ukrainischen Streitkräfte würden nach wie vor zwangsweise, über eine Mobilmachung Männer in die Armee holen. Russland würde bereits das fünfte Jahr in Folge die Reihen der Streitkräfte der Russischen Föderation auf Vertragsgrundlage auffüllen. (Im vergangenen Jahr haben etwa 450.000 Menschen einen Vertrag über die Ableistung eines Militärdienstes in der russischen Armee unterzeichnet, erklärte am Donnerstag der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates Dmitrij Medwedjew. – Anmerkung der Redaktion) „Dabei wird in erster Linie der Akzent auf die Formierung der im Jahr 2025 gebildeten Truppen der unbemannten Flugsysteme (TUF) gelegt, von denen der Gefechtserfolg der gesamten Sonderoperation abhängt“, erinnerte er.
Schulgin lenkte das Augenmerk darauf, dass die Gewinnung von Kräften für die TUF gegenwärtig unter anderem auf der Grundlage eines freiwilligen Abschlusses von Verträgen mit Studenten ziviler Hochschulen der Russischen Föderation erfolgen würde. „Studenten, dies ist die Elite der Jugendliche. Dies sind von vornherein ein hoher Intellekt und außerordentliche Fähigkeiten“, betonte der Experte. Er hob hervor, dass das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation dieser Tage eine Beratung unter Beteiligung von Vertretern des Ministeriums für Hochschulbildung und Wissenschaft, des Bildungsministeriums sowie von Führungskräften aus Hochschulen und Ausbildungsorganisationen durchgeführt hatte. „Zum Hauptthema wurden die Prinzipien und Bedingungen für die Gewinnung von Studenten für die Truppen der unbemannten Flugsysteme, aber auch Maßnahmen für deren soziale Unterstützung“, meldeten Medien. (Freilich kursieren im russischen Internet auch Informationen, wonach man Studenten mancherorts zu nötigen suchte, entsprechende Verträge abzuschließen. Daher musste das Verteidigungsministerium noch einmal betonen, dass die Gewinnung für die TUF auf freiwilliger Grundlage erfolge. – Anmerkung der Redaktion)
Wie westliche Medien berichteten, würden sich im Bestand der TUF Russlands derzeit über 100.000 Militärs befinden. Praktisch hätten sie alle keine abgeschlossene Hochschulausbildung oder vor allem eine technische Hochschulausbildung. Für die Koordinierung der Arbeit zur Auffüllung der Truppen unbemannter Flugsysteme durch junge Spezialisten ist das das Ministerium für Hochschulausbildung und Wissenschaft ein spezialisiertes Zentrum auf der Basis des Moskauer Energie-Instituts geschaffen worden. Russlands Verteidigungsministerium zitierte den stellvertretenden Verteidigungsminister Armeegeneral Viktor Goremykin, der unterstrichen hatte, dass der Vertrag mit den Bürgern, die in die TUF kommen, mit einer Laufzeit von einem, zwei oder drei Jahren abgeschlossen werde – entsprechend der getroffenen Entscheidung des Kandidaten. Das Prinzip der Freiwilligkeit sei das grundlegende. Irgendeine Nötigung zum Unterschreiben eines Vertrags sei ausgeschlossen. Veröffentlicht wurde ebenfalls eine Anordnung von Verteidigungsminister Andrej Beloussow, der eine Entsendung von Militärs aus der Funktion von Drohnen-Piloten in andere Einheiten untersagt. Und nach Ablauf des jeweiligen Vertrags ist man verpflichtet, solch einen Drohnen-Piloten aus dem Militärdienst zu entlassen, ohne eine Beendigung des militärischen Sonderoperation Russlands in der Ukraine abzuwarten.