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Die ukrainischen Streitkräfte haben Energieobjekte Russlands ins Visier genommen


Während der Krieg der USA gegen den Iran zu einem Ansteigen der Preise für Energieressourcen führte, versucht die Ukraine scheinbar, Russland die Gewinne aus dem Verkauf von Erdöl zu nehmen. Schon mehrere Tage lang attackieren die Streitkräfte der Ukraine die Hafen-Infrastruktur im Finnischen Meerbusen und andere Objekte im Norden des Leningrader Verwaltungsgebietes, die mit dem Transport von Erdöl verbunden sind. Nach Meinung von Experten hätten gerade ukrainische Drohnen den türkischen Tanker „Altura“ mit russischem Erdöl in den Morgenstunden des 26. März angegriffen.

Laut offiziellen Mitteilungen seien über den Ostseehäfen Primorsk, Ust-Luga, Wyborg und bei Kronstadt innerhalb von drei Tagen rund ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Experten sagen eine weitere Verstärkung der Schläge der ukrainischen Streitkräfte gegen den russischen Erdölsektor voraus. Der Gouverneur des Leningrader Verwaltungsgebietes, Alexander Drosdenko, teilte mit, dass in der Nacht zum 26. März die Luftabwehrmittel der Streitkräfte der Russischen Föderation die Attacke von Drohnen über dem Verwaltungskreis Kirischi abgewehrt hätten

In der Industriezone seien Schäden fixiert worden, teilte er mit, wobei er präzisierte, dass die Militärs über 20 Drohnen der Streitkräfte der Ukraine vernichtet hätten. Zuvor war über massive Attacken der ukrainischen Militärs gegen die Seehäfen von Primorsk und Ust-Luga berichtet worden, wo Brände ausbrachen, die man mehrere Tage lang löschte.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters betonte, „sind die Drohnen-Attacken gegen die Ostsee-Häfen einer der größten Schläge gegen russische Erdöl-Exportobjekte der letzten vier Jahre“. Und wahrscheinlich „werden sie die Unbestimmtheit auf den internationalen Erdöl-Märkten verstärken, die durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöst wurde“.

Laut Aussagen des amtierenden Chefs des Sicherheitsdienstes der Ukraine, Generalmajor Jewgenij Chmara, hätte die Schläge mittels weitreichender Drohnen gegen Objekte im Leningrader Verwaltungsgebiet das Zentrum für Sonderoperationen „Alpha“ des Sicherheitsdienstes der Ukraine durchgeführt. Medien berichteten, dass Drohnen auf der Basis von leichten Flugzeugen des Typs A-22 Foxbat („Fliegende Füchsin“) eingesetzt worden waren, unter die FAB-250-Fliegerbomben gehängt wurden. Diese sowjetischen Fliegerbomben, die augenscheinlich in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hergestellt wurden, sind für die Zerstörung großer Industrieobjekte bestimmt.

Wie viele solcher A-22-Flugzeuge es bis zur Küste des Finnischen Meerbusens geschafft hatten und wie deren Flugroute ausgesehen hatte, wird nicht mitgeteilt. Nach Aussagen von Chmara seien die Drohnen 900 Kilometer geflogen, obgleich der Basistreibstoffvorrat für 600 Kilometer reicht. Unklar ist, wo es zu einem Nachtanken dieser Drohnen-Flugzeuge gekommen ist, da sie wohl kaum zusätzliche Treibstofftanks mitführen konnten, wenn sie eine Fliegerbombe mit einer Masse von 250 Kilogramm untergehängt hatten. Eine Reihe von Medien und Experten spekulieren und behaupten, dass die Route der A-22 Foxbat durch den Luftraum der Länder des Baltikums verlief. Dabei wurden keinerlei Beweise für diese Version angeführt. Wahrscheinlich sind die „Fliegenden Füchsinnen“ in „weitreichendere“ Flugzeuge umgerüstet worden. Es wurde berichtet, dass ihre analogen Modelle mit dem Namen Aerosor Nynja bereits für Schläge gegen Objekte in Tatarstan im April des Jahres 2024 eingesetzt worden seien.

Reuters schrieb, dass die Attacken der Ukraine gegen russische Energieobjekte nicht nur in der Region des Finnischen Meerbusens fortgesetzt werden könnten. Ihr Ziel sei es, „die Kriegswirtschaft Russlands zu schwächen, da die Friedensverhandlungen, die unter Vermittlung von Washington durchgeführt werden, in eine Sackgasse geraten sind“. Die Nachrichtenagentur erwähnt die Unterbrechung der Arbeit der Pipeline „Drushba“, die Schläge der Streitkräfte der Ukraine gegen das Erdölterminal von Noworossijsk, aber auch deren Schläge gegen Tanker mit russischem Erdöl und Gas mithilfe von See- und Flugdrohnen.

Wie der Pressedienst des Untersuchungskomitees Russlands mitteilte, sei ein Strafverfahren entsprechend dem Artikel „internationaler Terrorakt“ hinsichtlich der Attacke gegen den Gastanker Arctic Metagaz vor der Küste Maltas am 3. März eingeleitet worden. Entsprechend der Version des Untersuchungskomitees wurde das Schiff unter Verwendung von mindestens zwei Drohnen und mindestens drei unbemannten Schnellbooten, die mit Sprengsätze bestückt waren, angegriffen. Der Gastanker erhielt erhebliche Schäden, die Besatzungsmitglieder wurden gerettet, meldete das russische Untersuchungskomitee.

Vor diesem Hintergrund bezeichnete der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij ein weiteres die Forderung der Administration des US-Präsidenten Donald Trump, die Truppen aus dem unter der Kontrolle der Streitkräfte der Ukraine verbliebenen Teil des Donbass für den Erhalt gewisser Sicherheitsgarantien von den Amerikanern als „einen falschen und gefährlichen Schritt“. Kiew verstärkt die Verteidigung der Agglomeration Slawjansk-Kramatorsk – des hauptsächlichen Verteidigungsraums, der strategische Bedeutung besitzt. „Ein Verlassen des Ostteils des Landes stellt ein großes Risiko für die Ukraine dar. Für Europa. Und letzten Endes ist ein gescheiterter Frieden ein großes Risiko sowohl für Trump als auch für sein Team“, erklärte Selenskij. Er betonte gleichfalls, dass die „Ukraine eine Fortschritt bei der Herstellung einer Raketen großer Recihweite und Drohnen erreicht, was ihr erlauben wird, Schläge in der Tiefe des Territoriums Russlands zu führen“.

Über eine erfolgte Rüstungsproduktion in der Ukraine berichtete auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz. Er erklärte, dass Kiew nicht mehr deutscher Taurus-Flügelraketen bedürfe. „Die Ukraine verfügt bereits über eigene weitreichende Raketen, die auf dem Territorium des Landes geschaffen wurden“, unterstrich der Kanzler, wobei er betonte, dass sie „erheblich effektiver als die relativ geringe Anzahl von Taurus-Raketen, die wir liefern gekonnt hätten“, seien. Nach Aussagen von Merz sei die Ukraine heute besser als je zuvor bewaffnete. „Jedoch hat sie ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Und daher werden wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Problem nicht mit Hilfe zusätzlicher Waffen lösen“, sagte er, wobei er präzisierte, dass die Aufgabe Europas sei, Mittel zu mobilisieren, um eine Fortsetzung der Herstellung weitreichender Raketen durch die Ukraine und nicht deren Lieferungen aus dem Ausland zu sichern.

Diese Aufgabe begreift auch Selenskij, der die EU-Länder aufrief, Kreditmittel für die Ukraine freizugeben. Nach seinen Worten werde Kiew andernfalls keine Gelder für Drohnen und Luftabwehrsysteme haben. Selenskij bekundete die Hoffnung, dass die Ukraine langfristige Abkommen mit einigen Ländern des Persischen Golfs abschließen könne, die erlauben würden, Mittel für die Herstellung von Drohnen-Abfangtechnik oder für den Erhalt von Luftabwehrraketen zu bekommen.

Nach Meinung des früheren Abgeordneten der Werchowna Rada (das ukrainische Parlament – Anmerkung der Redaktion) Oleg Zarjow, der sich in Russland niedergelassen hat und sich inzwischen auch als Politologe präsentiert, sei Kiew bereit, die Kampfhandlungen gegen die Russische Föderation fortzusetzen, und lehne es kategorisch ab, aufgrund mehrerer Ursachen die Truppen aus dem Donbass abzuziehen. „Er (Selenskij – Anmerkung der Redaktion) glaubt nicht an die Realität der Gefahr einer Einstellung der amerikanischen Hilfe. Er orientiert sich an den Briten und amerikanischen Demokraten, die an einer Verlängerung des Krieges bis zum Ende der Amtszeit von Trump interessiert sind. Und er ist sich gleichfalls einer Fortsetzung der europäischen Finanzierung sicher“, betonte Zarjow.