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Die ukrainischen Streitkräfte haben Russland mit „Flamingo“-Raketen beschossen


Die ukrainischen Militärs führen weiterhin weitreichende Schläge gegen das Territorium Russlands, darunter unter Einsatz von mit Beteiligung von NATO-Ländern geschaffenen Drohnen und Raketen. Bei dem am 12. Februar stattgefundenen Treffen der Verteidigungsminister des Nordatlantik-Pakts sind solche Schläge als „zweckmäßige“ anerkannt worden. Dabei versprach man Kiew, auch weiterhin militärische Hilfe zu leisten, unter anderem durch die Entsendung von Militärausbildern, die sich mit der Schulung von Militärangehörigen auf ukrainischen Truppenübungsplätzen befassen werden.

Die Streitkräfte der Ukraine haben am Donnerstag einen der stärksten weitreichenden Schläge gegen das Territorium der Russischen Föderation geführt. Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass über Russland außerhalb der Zone der militärischen Sonderoperation 211 Drohnen des Flugzeugtyps vernichtet worden seien. Dabei sei beinahe jede zehnte Drohne über den Territorien des Verwaltungsgebietes Nishnij Nowogord und der Republik Komi abgeschossen worden. Die ukrainischen Streitkräfte haben – so des Verteidigungsministerium Russlands – die modernisierten Drohnen „Ljutyj“ (deutsch: „Grimmige“) des AN-196-Flugzeugtyps eingesetzt. Bei der Entwicklung dieser Drohnen sind Technologien der türkischen Drohnen Bayraktar TB2 und deutsche Entwicklungen in Fragen der Navigation und des Einsatzes kostengünstiger, aber qualitativer Antriebsaggregate verwendet worden.

Der Dienst für Zivilverteidigung und Notstandssituationen hatte über die Attacke der ukrainischen Drohnen gegen die Stadt Uchta in der Komi-Republik, die rund 1700 Kilometer von der ukrainischen Grenze liegt, informiert. Wie das Oberhaupt dieser russischen Teilrepublik Rostislaw Goldschtein berichtete, sei auf dem Territorium des Erdölverarbeitungsbetrieb in Uchta ein Brand fixiert worden.

Bei dem Schlag gegen Uchta wurden die modernisierten Drohnen „Ljutyj“ eingesetzt, die in den Jahren 2022-2023 im staatlichen Flugzeugbaubetrieb „Antonow“ der Ukraine entwickelt wurden. Es handelt sich dabei um die weitreichendsten Drohnen der Streitkräfte der Ukraine. Die ukrainische Regierung hat versprochen, in diesem Jahr mindestens 300 „Ljutyj“-Drohnen am Tag herzustellen.

Die Reichweite der AN-196-Drohnen beträgt bis zu 1800 Kilometer. Erreicht wird sie durch den Einsatz des wirtschaftlichen deutschen Zweitakt-Kolben-Boxermotors Hirth F23 (mit einer Leistung von 50 PS und Betriebszeit von knapp 200 Stunden). Die „Ljutyj“-Drohnen werden in der Regel zusammen mit Täuschungsdrohnen eingesetzt, um das russische Luftabwehrsystem zu überlasten. Das Orientierungssystem dieser Drohnen ist ein inertes mit einer Flugbahnkorrektur per Satellitensteuerung für ein autonomes Fliegen bis zum Ziel. Die „Ljutyj“-Drohnen fliegen in der Regel mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 km/h in einer geringen Höhe, damit sie schwerer auszumachen sind. Folglich sind die AN-196-Drohnen bis nach Uchta mindestens zehn Stunden (!) über Russland hinweg geflogen.

In der Nacht zum 12. Februar haben die ukrainischen Streitkräfte auch Raketen eingesetzt (wie auch die russischen Streitkräfte gegen Ziele auf dem ukrainischen Territorium – Anmerkung der Redaktion). Russlands Verteidigungsministerium wusste von Versuchen des Einsatzes von „Flamingo“-Flügelraketen großer Reichweite durch die ukrainischen Militärs zu berichten. Dabei meldete das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation, dass durch die russische Luftabwehr fünf solcher Raketen abgeschossen wurden. Wo dies konkret erfolgte, teilte das russische Verteidigungsministerium nicht mit, so dass dessen Angaben nicht durch unabhängige Quelle überprüft werden können. Über eine Raketenattacke der Streitkräfte der Ukraine gegen das Verwaltungsgebiet Wolgograd informierte dessen Gouverneur Andrej Botscharow. Er betonte, dass bei der Abwehr des Angriffs „Trümmerteile auf das Territorium eines Objekts des Verteidigungsministeriums unweit der Siedlung Kotluban fielen. Dort brach ein Brand aus“. Ob die Siedlung Kotluban gerade mit „Flamingo“-Raketen angegriffen wurde, ist nicht bekannt.

„Unter Experten herrscht die generelle Meinung, dass die „Flamingo“-Rakete tatsächlich eine Lizenzversion der britischen FP-5-Rakete sei, die durch das Unternehmen Milanion Group entwickelt wurde“, erzählte der „NG“ der Militärexperte und Oberst im Ruhestand Nikolaj Schulgin. „Gerade solch eine Rakete hatten die Engländer vor einem Jahr noch unter ihrem ursprünglichen Namen erstmals auf der Messe IDEX2025 in Abu Dhabi vorgestellt. Vergangen ist nur ein halbes Jahr, und die FP-5 transformierte sich zur ukrainischen „Flamingo“ (-Rakete), über die ukrainische und westliche Medien im August vergangenen Jahres auch berichteten. Und jetzt schreibt man, dass die FP-5 angeblich das ukrainische Unternehmen Fire Point entwickelt hätte, das nach Angaben der Zeitung „The New York Times“ im Februar des Jahres 2022 lt. Registrierungsangaben noch eine Casting-Agentur für Film- und Fernsehproduktionen gewesen war, mit der der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij zusammengearbeitet hatte“.

Der Experte betont gleichfalls, dass die FP-5 zu den Mittelstreckenwaffen gerechnet werde. „Sie vernichtet angeblich Ziele in einer Entfernung von bis zu 3000 Kilometern mit einem Gefechtskopf mit einer Masse von rund einer Tonne. Bisher gibt es aber keine offensichtlichen Bestätigungen solcher Charakteristika der „Flamingo“ (-Rakete)“, meint Schulgin, nach dessen Aussagen man sich hinsichtlich derartiger Waffen nicht leichtsinnig verhalten dürfe.

Schulgin lenkte das Augenmerk darauf, dass vor Beginn des Treffens der NATO-Verteidigungsminister Großbritanniens Verteidigungsminister John Healey erklärte, dass „Großbritannien über 500 Millionen Pfund Sterling für Raketen und eine militärische Unterstützung für die Ukraine bereitstellen wird“. Es sei daran erinnert, dass im Januar dieses Jahres Healey und der damalige Verteidigungsminister der Ukraine, Denis Schmygal, einen Plan für die Entwicklung einer „hundertjährigen Partnerschaft“ im Verteidigungsbereich unterzeichneten. Eine der Richtungen der Partnerschaft ist die gemeinsame Herstellung von Raketen und anderen Waffenarten. Und NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, dass die Europäische Union und die NATO die Ausbildung von Soldaten der Streitkräfte der Ukraine mithilfe von Ausbildern der Allianz in der Ukraine in zwei deren Ausbildungszentren erörtern würden.