Die Ukraine ist nicht gewillt, den Konflikt zu den Bedingungen zu beenden, die durch Russland gestellt werden. Kiew plant aktive Kampfhandlungen unter Hinzuziehung ausländischer Bürger, deren Handlungen im Donbass der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hervorgehoben hat. Gelder für die Anwerbung von Legionären wurde bereits im Sommer dieses Jahres gefunden. Die Europäische Union verspricht gleichfalls, zusätzliche finanzielle Hilfe zu leisten, die Kiew für Söldner ausgeben kann.
Anzeichen für eine Feuerpause für den Energiesektor, den US-Präsident Donald Trump am vergangenen Sonntag auf Truth Social verkündet hatte, sind nicht auszumachen. In der Nacht zum 13. Oktober wurden 604 ukrainische Drohnen von der russischen Luftverteidigung in 15 Regionen abgefangen und vernichtet. Und diejenigen Drohnen, die die russischen Militärs nicht liquidierten, griffen Objekte in 15 Regionen der Russischen Föderation an. Zum Beispiel wurde ein Schlag gegen die Industriezone von Newinnomyssk des Verwaltungsregion Stawropol angegriffen, wo sich Objekte der Öl- und Gasinfrastruktur befinden. Drohnen flogen auch aktiv in Richtung Moskau. Und die Kräfte der Luftverteidigung vermochten 70 Drohnen vor der Hauptstadt abfangen. Die Nacht zum Mittwoch war bewegter, da 902 ukrainische Drohnen registriert, abgefangen und vernichtet wurden, meldete zumindest das Verteidigungsministerium in Moskau.
Die russischen Militärs haben laut dessen Meldungen auch „Schläge mit hochpräzisen Waffen gegen Unternehmen der Rüstungsindustrie, gegen Logistik-Zentren, Objekte der Eisenbahn- und Hafen-Infrastruktur der Ukraine, aber auch gegen Schiffe, die für die Lieferung von Militärgütern eingesetzt werden“ geführt. In der Nacht zum Mittwoch galten die zerstörerischen Schläge mehreren Kraftwerken in der Ukraine, die in der Lesart des russischen Verteidigungsministeriums für die «Zwecke des Militär-Industriekomplexes der Ukraine und die Streitkräfte der Ukraine“ genutzt werden. (Dabei ist offensichtlich, dass vor allem die Zivilbevölkerung der Ukraine aufgrund der systematischen Massenattacken gegen Kraftwerke leidet und einen schweren Winter erwartet. — Anmerkung der Redaktion). Auffällig ist, dass dabei Kiew nicht wie gewohnt von den Verbündeten Warnungen über die Starts ballistischer Raketen gegen militärische Ziele durch die Russische Föderation erhalten hatte, wie auch Selenskij am Dienstag eingestand.
„Die USA und anderen NATO-Staaten können aus dem Weltall das Territorium Russlands beobachten, unter anderem die Starts luft-, see- und bodengestützter ballistischer Raketen fixieren“, erinnerte die „NG“ der Militärexperte und Oberst im Ruhestand Nikolaj Schulgin. „Diese Daten haben sie regelmäßig den entsprechenden Strukturen der Streitkräfte der Ukraine übermittelt, die sich vorbereiten, solche Raketen zu vernichten. Die Amerikaner haben bereits gewarnt, dass sie die ukrainischen Militärs nicht mit Aufklärungsdaten versorgen werden. Möglicherweise ist solch ein Moment gekommen“. Der Experte betonte jedoch: Dass es verfrüht sei, davon zu sprechen, dass die militärische Hilfe seitens der USA eingestellt worden ist. „Eine Unterstützung gibt es vorerst. Und sie ist eine gewichtige“, meint der Experte.
Der ukrainische Außenminister Andrej Sibiga teilte am 13. Oktober, dass die Ukraine weiterhin Aufklärungsdaten von den USA erhalten würden. „Ja, wir setzen diese Zusammenarbeit fort. In der Tat, während der gestrigen nächtlichen Attacke (in der Nacht zum 13. Oktober – Anmerkung der Redaktion) war mit Verspätung Alarm ausgelöst worden. Dies hängt aber mit dem speziellen Typ der Waffen zusammen, die die russische Seite einsetzte“, sagte Sigiba am Rande des Warschauer Sicherheitsforums. Gemeldet wird, dass Wladimir Selenskij eine Beratung der obersten Militärführung durchgeführt hat, bei der er Aufgaben für eine „aktive Verteidigung“ an der Front umrissen hat. Besonders hervorgehoben wurden viele Verbände, unter anderem Vertreter der 12. Sonderbrigade „Asow“ (die in der Russischen Föderation als eine terroristische Organisation gelabelt und verboten wurde) des 1. Korps der Nationalgarde der Ukraine. Im Bestand der 12. Brigade „Asow“, die gegenwärtig im Donbass kämpft, handelt das im August dieses Jahres aus Söldnern gebildete 52. internationale Sturmregiment. Somit werden Vertreter der ausländischen Legion zu einem wichtigen Bestandteil des Gefechtspotenzials der ukrainischen Truppen im unmittelbaren Bereich der Kampfhandlungen. Von woher Kiew das Geld für die Gewinnung von Ausländern hat, wird offiziell nicht gesagt.
Medien zitierten eine Erklärung von Selenskij, wonach die EU vom 12. bis einschließlich 18. Oktober der Ukraine rund drei Milliarden Euro für militärische Hilfe bereitstellen werde. Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen bestätigte dies, betonte aber, dass die EU eine zusätzliche Finanzierung für Drohnen und Raketen bereitstelle. „Die offizielle Position der EU besteht darin, dass die Ukraine den Personalbestand der Armee und der anderen bewaffneten Strukturen aus eigenen Mitteln finanzieren müsse“, sagte Nikolaj Schulgin. „Gelder im Umfang von mindestens zehn Milliarden Dollar für eine Finanzierung der Anhebung der Dienstbezüge der Militärs und die Gewinnung von Legionären hat die Ukraine bereits von den westlichen Sponsoren erbeten. Dies wurde abgelehnt. Später hat Kiew erklärt, dass Gelder für diese Zwecke gefunden worden seien. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie die still und heimlich von den Mitteln genommen haben, die die Europäische Union Kiew für den Erwerb von Waffen gibt“. Der Experte erinnerte daran, dass die Ukraine für Raketen und Drohnen Anfang Oktober von der EU 2,9 Milliarden Euro erhalten habe.
Es sei angemerkt, dass Kiew im Sommer unter Beteiligung des damaligen Verteidigungsministers Michail Fjodorow einen neuen Mechanismus für die Gewinnung ausländischer Militärs für die Streitkräfte der Ukraine bestätigte. Mit der Anwerbung von Söldnern im Ausland befassen sich private Strukturen. In Berichten tauchte der amerikanische Geschäftsmann und Gründer des privaten Militärunternehmens „Blackwater“ Erik Prince auf, der der Ukraine mit Lieferungen ausländischer Legionäre an die Front helfe. Angeworben werden sie vor allm in Ländern Lateinamerikas – in Kolumbien, Brasilien, Panama usw. Medien berichteten, dass die Söldner bei Unterzeichnung eines Vertrages mit den bewaffneten Strukturen der Ukraine einmalig jeweils 25.000 Dollar und danach 2000 bis 3000 Dollar monatlich erhalten würden.
Im August-September dieses Jahres wurde im Bestand der Nationalgarde der Ukraine ein Zentrum für ein Recruiting von Ausländern und Staatenlosen gebildet. Im Frühjahr wurde die ausländische Legion der Streitkräfte der Ukraine aufgelöst, und alle Söldner wurden vor allem an die Sturmeinheiten der Nationalgarde und an analoge Strukturen der Landstreitkräfte übergeben. Fjodorow erklärte, dass Kiew planen, bis zu 30 bis 50 Prozent der Funktionen von Sturmkräften und Infanteristen mit Ausländern zu besetzen. Dies könne rund 150.000 Menschen ausmachen. Im Frühjahr teilte die ukrainische Ombudsfrau für Militärfragen Olga Reschetilowa mit, dass für die Ukraine rund 16.000 ausländische Bürger aus 72 Ländern kämpfen würden. Gegenwärtig sind es augenscheinlich weitaus mehr geworden.
P. S.
Derweil will London die Lieferungen leichter Mehrzweckraketen des Typs Martlet aus britischer Fertigung für die Ukraine beschleunigen. Dies kündigte der britische Premierminister Andy Burnham an, der sich am Mittwoch mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij trifft. „Mein Appell an das ukrainische Volk ist ganz klar: Wir werden so lange mit ihnen sein, so lange es erforderlich ist. Und wir werden ihnen eine noch umfassendere und operativere Unterstützung gewähren“, zitierte die Kanzlei des Premierministers aus einer entsprechenden Burnham-Erklärung.
Außerdem wird London Kiew Luftabwehrraketen im Gesamtwert von 45 Millionen Pfund liefern. „Großbritannien hat bereits 1,6 Milliarden Pfund für die Lieferung von über 5000 Martlet-Raketen an die Ukraine in den nächsten vier Jahren bereitgestellt und wird die Bereitstellung von zehn Millionen Pfund aus dem 45-Millionen-Pfund-Paket für Raketen beschleunigen…“, teilte man am Mittwoch in der Kanzlei an der Downing Street mit.