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Russlands Armee wird Satelliten mit einem „Laser-Speer“ vernichten


In Russland hat man die Zweckbestimmung des weltweit ersten Gefechtslaser-Komplexes „Peresvet“ (benannt nach einem russischen Mönch, der im 14. Jahrhundert lebte und sich bei Gefechten gegen die Tatarenherrschaft ausgezeichnet hatte – Anmerkung der Redaktion) offengelegt. Vizepremier Juri Borissow, der unter anderem für die Lieferung von Waffen und Gefechtstechnik an die russische Armee zuständig ist, hat bei einer Veranstaltung der Gesellschaft zur Popularisierung wissenschaftlichen Wissens „Snanije“ in Moskau mitgeteilt, dass das einheimische System für ein „Blenden“ von Aufklärungssatelliten des Gegners auf Erdumlaufbahnen in einer Höhe von bis zu 1500 Kilometer bestimmt sei. Der Staatsbeamte teilte gleichfalls mit, dass der Komplex nicht nur in Serie hergestellt und an die entsprechenden Truppen geliefert werde, sondern dass russische Physiker auch Lasersysteme entwickelt hätten, die eine größere Stärke als „Peresvet“ hätten, was erlaube, eine thermische Vernichtung von Zielen vorzunehmen. Nach Aussagen Borissows hätten bereits Tests stattgefunden, in deren Verlauf eine Drohne in einer Entfernung von fünf Kilometern vernichtet worden sei.

Der Vizepremier erklärte vor allem vor jungen Zuhörern, dass man in Russland Waffen entwickele, deren Wirkung auf neuen physikalischen Prinzipien basiere. „Dies sind in erster Linie Laserwaffen, elektromagnetische Breitband-Waffen, die im nächsten Jahrzehnt an die Stelle konventioneller Waffen treten werden“, sagte er bei dem Marathon „Neue Horizonte“. Dies war eine dreitägige Bildungsveranstaltung, in deren Rahmen Vertreter des Staates und des öffentlichen Lebens, Spitzenvertreter der Wirtschaft, aus der Wissenschaft und Kultur sowie des Sports vor Jugendlichen auftraten. Unter den Rednern des Marathons waren der Pressesekretär des russischen Präsidenten Dmitrij Peskow, der stellvertretende Regierungschef Dmitrij Tschernyschenko, Außenminister Sergej Lawrow, Finanzminister Anton Siluanow, Bildungsminister Sergej Krawzow, Industrie- und Handelsminister Denis Manturow u. a. Die Beamten gaben bei dem Forum „Neue Horizonte“ Informationen preis, die Journalisten gewöhnlich aufgrund von Fragen der Geheimhaltung nicht erhalten können.

So berichtete Verteidigungsminister Sergej Schoigu über den Beginn von Lieferungen von Gefechtsrobotern für die Armee, wobei er hinzufügte, dass bereits Systeme mit einer künstlichen Intelligenz geschaffen worden seien, die Maschinen erlauben würden, selbständig Entscheidungen auf dem Gefechtsfeld zu treffen. Juri Borissow hat faktisch ebenfalls das Geheimnis der Zweckbestimmung von „Peresvet“ gelüftet. Dies ist sozusagen ein Laser-Speer (im Westen wird auch der Begriff „Laserschwert“ verwendet), der die optoelektronischen Beobachtungssysteme von Satelliten vernichtet.

Über die Existenz von „Peresvet“ hatte Präsident Wladimir Putin im Jahr 2018 in der Jahresbotschaft an die Föderale Versammlung informiert. Das Staatsoberhaupt hatte unterstrichen, dass in dem Komplex einheimische Optik und hochempfindliche Optoelektronik eingesetzt werden würden. Es war jedoch unklar gewesen, wozu das System in der Lage ist. Im Jahr 2019 hatte der Generalstabschef der Streitkräfte der Russischen Föderation Valerij Gerassimow das Bild etwas aufgehellt. Er betonte, dass „Peresvet“ in einem der „Positionsgebiete mobiler landgestützter Raketenkomplexe“ zum Einsatz komme. Und zu seiner Aufgabe würde die „Absicherung deren Manöverhandlungen“ gehören. Auf jeden Fall erwähnte man den Komplex „Peresvet“ mehrfach im Kontext der 15. Armee der Luft- und Kosmos-Streitkräfte (für einen besonderen Einsatz), die für das Verhindern eines Raketenangriffs, die Aufklärung der Lage im Weltall und die Lenkung der orbitalen Gruppierungen zuständig ist.

Aus dem Statement von Borissow ergibt sich ebenfalls, dass in Russland auch ein Gefechtslaser entwickelt wurde, der Objekte ausbrennt. Eine ähnliche Entwicklung hatte es noch zu Zeiten der UdSSR gegeben, in den 1960er Jahren. In den 90ern erreichte sie das Stadium konkreter Muster. Beispielsweise hatte 1995, nach der Aufteilung der Schwarzmeerflotte, die Ukraine den Vereinigten Staaten den Tanker „Dikson“ der Hilfsflotte verkauft. Das durch nichts auffällige Schiff war zum Schrottpreis an den Käufer gegangen. In den Schiffsräumen befanden sich 35-Megawatt-Stromgeneratoren, spezielle Drehmechanismen, Kühlanlagen mit einer großen Leistung sowie andere Anlagen und Ausrüstungen, die die Schlussfolgerung zuließen, dass das Schiff eine Laserkanone an Bord hatte. Später stellte sich heraus, dass für deren Installierung sogar Räume und Plätze auf Flugzeugträgern des Projekts 1143 vom Typ „Kiew“ projektiert worden waren.

Derzeit wird in Russland ein neues Staatsprogramm für die Bewaffnung der Armee vorbereitet. Wie Juri Borissow betonte, werde es auf Schaffung nichttraditioneller Waffenarten ausgerichtet sein, unter anderem von Waffen mit gelenkten Energieströmen, kinetische Waffen, aber auch von Steuerungssystemen unter Anwendung einer künstlichen Intelligenz und von Roboter-Komplexen. Wie auf der Internetseite des Kremls mitgeteilt wird, „ist die Arbeit zur Vorbereitung der Ausgangsdaten für das neue Staatsprogramm für die Bewaffnung der Armee abgeschlossen worden. Bis Mitte des Jahres 2023 wird es ausgearbeitet und zur Bestätigung vorgelegt werden“.

  1. S. der Redaktion „NG Deutschland“

Den Moskauer Auftritt des russischen Vizepremiers Juri Borissow hat man natürlich auch in Kiew zur Kenntnis genommen. Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij kommentiert gar die euphorischen Worte des einstigen russischen Vizeverteidigungsministers. „NG Deutschland“ veröffentlicht das entsprechende Fragment aus der Ansprache von W. Selenskij vom Abend des 18. Mai in einer deutschsprachigen Übersetzung (Quelle: Office des Präsidenten der Ukraine – https://president.gov.ua/ru/news/rosiya-probuye-znajti-svoyu-divo-zbroyu-sho-svidchit-pro-pov-75169):

„Heute hat einer der Vertreter des russischen Staates mitgeteilt, dass die Okkupanten angeblich begonnen haben, in der Ukraine Laserwaffen-Komplexe einzusetzen. Angeblich für ein Einsparen von Raketen.

Erstens erregt die Tatsache Aufmerksamkeit, dass sie Raketen einsparen und dies irgendwie erklären müssen. Das heißt, die über zweitausend Raketen, die durch die russische Armee gegen die Ukraine abgefeuert wurden, waren der Hauptteil ihres Vorrats an Raketen. Das heißt: weiter – nur Reste.

Zweitens, alle haben bereits gesehen, wie Russland kämpft. Mit unerfahrenen Zeitsoldaten, die man wie Kanonenfutter ins Gefecht wirft. Mit Marodeuren, die erstmals normale Haushaltstechnik in dem fremden Land erblicken. Mit alter sowjetischer „Panzerung“ ohne einen modernen Schutz. Mit verbotenen Phosphorbomben, mit denen sie Schulen und gewöhnliche Wohnhäuser niederbrennen.

Und mit Raketen, von denen die meisten durch die russische Armee für die Vernichtung einer absolut zivilen Infrastruktur ohne ein strategisches militärisches Ergebnis verwendet wurden. An diesem Tag haben sie so mit Raketen gegen Nikolajew Schläge geführt, aber auch gegen Dnepr.

Nun ja, in der Propaganda Nazi-Deutschlands gab es solch einen Begriff – „Wunderwaffe“. Je klarer wurde, dass sie keine Chancen im Krieg haben, umso mehr gab es ein propagandistisches Gerede von einer erstaunlichen Waffe, die angeblich eine so mächtige sein werde, dass sie eine Wende im Krieg sichern werde.

Und da sehen wir, dass Russland im dritten Monat des großangelegten Krieges versucht, seine „Wunderwaffe“ zu finden. Angeblich eine Laserwaffe. All dies zeugt von einem vollkommenen Scheitern des Einmarschs.

Aber es belegt auch erneut, dass sie einzugestehen fürchten, dass auf aller höchster staatlicher und militärischer Ebene in Russland katastrophale Fehler zugelassen wurden. Folglich wird man sich noch eine „Wunderwaffe“ ausdenken, während die Streitkräfte der Ukraine und all unsere Verteidiger und Verteidigerinnen schrittweise unseren Boden befreien werden.

Wie lange wird dies dauern? Eine Antwort auf diese Frage kann nur die reale Situation auf dem Gefechtsfeld geben. Wir bemühen uns, so schnell wie möglich. Dies bestimmt. Wir sind verpflichtet, die Okkupanten zu vertreiben und der Ukraine eine reale Sicherheit zu garantieren“.