Russlands Industrie und Wissenschaft bemühen sich unter Einbeziehung von Veteranen der militärischen Sonderoperation, auf die Herausforderungen zu antworten, die die Sicherheit der Russischen Föderation bedrohen. Unter ihnen ist auch der Einsatz von Waffen, die unter Verwendung einer künstlichen Intelligenz (Artificial intelligence — AI) arbeiten. Solch eine Schlussfolgerung kann man aus den Erklärungen ziehen, die im Verlauf des X. Kongresses des Verbands der Maschinenbauer erfolgten und auf dem auch der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin auftrat. Zu einer Aktivierung der Anstrengungen veranlassen Russland die Schritte der USA, die, obgleich sie von einer Unterstützung für eine Beendigung des Konflikts in der Ukraine sprechen, den Streitkräften der Ukraine helfen, die Truppenführung zu organisieren und Gefechtshandlungen unter Verwendung digitaler Technologien zu führen.
Offiziellen Mitteilungen nach zu urteilen, studieren Militärs der USA verstärkt neue Formen und Methoden des bewaffneten Kampfes, die an der russisch-ukrainischen Front angewendet werden.
Unter anderem würden jetzt amerikanische Spezialisten die Erfahrungen aus dem Einsatz von Drohnen durch die Streitkräfte der Ukraine übernehmen, erklärte Pentagon-Chef Pete Hegseth, wobei er hinzufügte, dass er persönlich die Entsendung von Mitarbeitern des Ministeriums nach Europa gebilligt hätte. „Damit wir alle möglichen Lehren aus diesem Konflikt ziehen und sie im Real-Time-Regime in unsere Verteidigung einbringen und in eine Ära gelangen, in der ein Dominieren von Drohnen notwendig ist“, sagte Hegseth.
Zur gleichen Zeit helfen Rüstungsunternehmen der Vereinigten Staaten den Streitkräften der Ukraine bei der Gefechtsführung der Truppen und bei der Arbeit mit Frontinformationen unter Verwendung einer künstlichen Intelligenz. Amerikanische Medien berichteten, dass die Regierungen der USA und der Ukraine ein Referendum vorbereitet hätten, indem sie die Bedingungen für ein potenziell neues Verteidigungsabkommen zwischen den Ländern auf dem Gebiet der Nutzung von Drohnen und der AI dargelegt hätten.
Die „NG“ berichtete bereits, dass die Streitkräfte der Ukraine in der Konfliktzone aktiv amerikanische Drohnen des Typs Hornet einsetzen (siehe https://ngdeutschland.de/sarmat-ist-zu-einer-antwort-russlands-auf-die-versuche-einer-eskalation-des-ukraine-konflikts-geworden/), die auf der Basis von AI-Technologien gesteuert werden. Wie sich herausgestellt hat, wurde die Nutzung solcher Drohnen durch die Truppen der unbemannten Pilotensysteme der ukrainischen Armee dank aktiver Kontakte Kiews mit amerikanischen Waffenfirmen möglich, unter denen einer der Spitzenreiter der Branche – Palantir Technologies mit Sitz in Aventura, US-Bundesstaat Florida – ist. Dies ist eines der führenden internationalen Unternehmen auf dem Gebiet der Daten-Analyse und von AI-Lösungen für die Verteidigung und Sicherheit. Es gehört zur Top-10 der Technologie-Unternehmen der USA mit einer Kapitalisierung von 330 Milliarden Dollar. Seine Entwicklungen nutzen die Streitkräfte, Regierungen und Geheimdienste der NATO-Länder und der USA für das Arbeiten mit Aufklärungsdaten, die Planung von Operationen und die Truppenführung auf dem Gefechtsfeld. Eingesetzt werden sie, wie sich herausstellt, auch durch die Ukraine. Laut Angaben des Magazins „The Economist“ bräuchten die Streitkräfte der Ukraine die von Palantir entwickelten AI-Technologien „für eine Bestimmung von Zielen für Schläge mit Geschossen und Raketen gegen sie“.
Laut ukrainischen Medienberichten weilte Palantir-Chef Alex Karp in dieser Woche in der Ukraine. Dies war nicht sein erster Besuch im Land. Er kooperiert mit Kiew seit Juni 2022 und besuchte die Ukraine erstmals nach Beginn der russischen Sonderoperation (im Februar 2022). Der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fjodorow hatte sich mit Karp getroffen und bilanzierte die Zwischenergebnisse der gemeinsamen Arbeit mit Palantir Technologies. Dabei erklärte er, dass die ukrainischen Militärs bereits Technologien des Unternehmens bei der Durchführung militärischer Operationen genutzt hätten. Angewandt wurden sie unter anderem für eine Planung, die Verarbeitung großer Mengen von Aufklärungsdaten und eine detaillierte Analyse von Luftangriffen. Nach Aussagen von Fjodorow sei eine gesonderte Richtung, die gemeinsam mit Palantir entwickelt werde, der Brave1 Dataroom. Dies ist eine Plattform, die den Entwicklern erlaubt, Zugang zu realen Daten vom Gefechtsfeld für eine Schulung von AI-Modellen zu erhalten. Über 100 Unternehmen würden bereits mindestens 80 Modelle für das Ausmachen und Abfang von Luftzielen unter schwierigen Bedingungen testen, teilte Fjodorow mit. Jetzt sei nach seiner Meinung eine Forcierung der Partnerschaft mit Palantir bei AI-Lösungen und rüstungstechnologischen Projekten, die der Ukraine eine technologische Überlegenheit verschaffen sollen, an der Reihe.
Die USA würden der Ukraine bereits erhebliche Hilfe beim Einsatz neuer Militärtechnologien, der künstlichen Intelligenz sowie bei der Analyse von Daten und der Kriegsmathematik leisten, unterstrich der ukrainische Verteidigungsminister. Analog beurteilen auch die Amerikaner selbst die Situation. Der Führer der Republikaner-Minderheit im Senat Mitch McConnell bezeichnete die Ukraine als ein „Silicon Valley des Krieges“ („Silicon Valley of warfare“).
„Ohne die Zustimmung des Weißen Hauses würden die amerikanischen Rüstungsunternehmen, darunter auch Palantir, der Ukraine nicht so frei und vielfältig helfen“, sagte der „NG“ der Militärexperte und Generalleutnant im Ruhestand Jurij Netkatschjow. „Dies ist eine Hilfe nicht mittels Geschossen, nicht mittels Waffen, sondern durch neue digitale Technologien, die, wie man in Kiew meint, den Streitkräften der Ukraine auf dem Gefechtsfeld helfen können. Aber die Russische Föderation hat auch ähnliche eigene Entwicklungen. Sie sind ebenfalls effektiv, was der mächtigste massive Schlag der Streitkräfte der Russischen Föderation der letzten Zeit gegen ukrainische Objekte der kritischen Infrastruktur gezeigt hat. Es sei daran erinnert, dass die russischen Truppen innerhalb von 24 Stunden über 1500 weitreichende Drohnen und rund 60 Flügel- und ballistische Raketen eingesetzt hatten“.