Der militärische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der am 24. Februar 2022 begonnen hatte, erlebt in diesen Tagen eine gefährliche Eskalation, zumal die anfangs energisch von US-Präsident Donald Trump angeschobenen Friedensgespräche in eine Sackgasse geraten sind. Moskau erklärt überdies, dass deren Fortsetzung nur nach einem Verlassen des Donbass durch die ukrainischen Truppen möglich sei. Dabei wird aber auch deutlich gemacht, dass man an der Realisierung aller gesetzten Ziele für die „militärische Sonderoperation“ festhalte.
Kiew setzt sich mit allen Mitteln zur Wehr, wobei es durch viele westliche Länder umfangreiche Unterstützung erhält. Aus russischer Sicht sind diese somit im Grunde genommen zu Teilnehmern des Konflikts geworden. Tagtäglich erfolgen Drohnenangriffe der ukrainischen Streitkräfte gegen unterschiedlichste Infrastruktur-Objekte auf russischem Territorium. Besonders betroffen wurden die Erdölverarbeitung und der Export von Rohöl sowie Erdölprodukten. Die Folge – massive Ausfälle für den russischen Staatshaushalt.
Leider werden in diesem Konflikt auch viele Zivilisten zu Opfern. Auf beiden Seiten. Und nachdem in der Nacht zum 22. Mai bei einem ukrainischen Angriff eines Studentenwohnheims in Starobelsk 21 Jungen im Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren ums Leben gekommen waren, war die Empörung riesig und verständlich. Für die russischen Militärs sozusagen der letzte auslösende Faktor für ein massives Reagieren, zumal bei der letzten Tagung des russischen Sicherheitsrates Präsident Putin zur Vorbereitung entsprechender Schläge aufgefordert hatte. Die ließen nicht lange auf sich warten und erfolgten in der Nacht zum Sonntag.
Moskau will es aber nicht damit belassen, wie sich am Montag herausstellte. Außenminister Sergej Lawrow informierte dazu seinen amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio in einem Telefonat, wie die russischen Nachrichtenagenturen in den Abendstunden meldeten. „Im Auftrag des Präsidenten der Russischen Föderation (Wladimir) Putin hat Lawrow der amerikanischen Seite offiziell Informationen darüber übermittelt, dass als Antwort auf die anhaltenden terroristischen Attacken des Kiewer Regimes gegen die Zivilbevölkerung und gegen zivile Objekte auf dem russischen Territorium die Streitkräfte der Russischen Föderation systematische und konsequente Schläge gegen sich in Kiew befindliche Objekte, die für die Bedürfnisse der Streitkräfte der Ukraine genutzt werden, und gegen Zentren für das Treffen entsprechender Entscheidungen beginnen“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung, die auf der offiziellen Internetseite des russischen Außenministeriums veröffentlicht wurde. Die Aufmerksamkeit von Marco Rubio wurde gleichfalls auf die Aufforderung Moskaus gelenkt, dass die USA und anderen Staaten ihr in Kiew arbeitendes diplomatisches Personal und andere Bürger evakuieren sollten.
Diese Tonart wurde bereits Anfang Mai in der russischen Hauptstadt angeschlagen, vor den Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg (siehe https://ngdeutschland.de/die-spannungen-vor-dem-tag-des-sieges-nehmen-zu/). Sie zeigte Wirkung, da sich auch Donald Trump engagierte und eine zeitweilige Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelte. Dieses Mal entsteht jedoch der Eindruck, dass der russischen Seite der Geduldsfaden gerissen ist. Überdies spürt man die Unterstützung seitens der Bevölkerung, die kriegsmüde geworden ist, immer mehr Beunruhigung und Unsicherheit verspürt und auf ein baldiges Ende des Blutvergießens hofft.
Die Redaktion „NG Deutschland“ veröffentlicht nachfolgend die Erklärung über die zu erwartenden nächsten massiven Schläge der russischen Streitkräfte gegen Objekte in Kiew, die auf der offiziellen Internetseite des Außenministeriums Russlands am Montag, um 15:26 Uhr MESZ veröffentlicht wurde.
„Der von den ukrainischen Streitkräften in der Nacht zum 22. Mai unter Einsatz von Drohnen verübte blutige Angriff auf das Lehrgebäude und das Studentenwohnheim des Colleges der Staatlichen Pädagogischen Universität Lugansk in Starobelsk (Volksrepublik Lugansk) wurde zu einem weiteren eklatanten Beweis für das nazistische und terroristische Wesen des Kiewer Regimes, das gezielt Schläge gegen Zivilisten führt und selbst vor einem kaltblütigen Mord an Kindern nicht zurückschreckt.
Die Selenski-Junta und ihre westlichen Sponsoren, die die ukrainischen Streitkräfte mit Werkzeugen für Verbrechen gegen unsere Menschen versorgen, haben der ganzen Welt ihre grobe Missachtung der Normen des humanitären Völkerrechts demonstriert. Offensichtlich ist eine direkte Verletzung der Genfer Konventionen von 1949 und ihrer Zusatzprotokolle, welche den Schutz der Zivilbevölkerung während bewaffneter Konflikte regeln, der Kinderrechtskonvention von 1989 sowie einer Reihe anderer bedeutender internationaler Rechtsakte.
All dies hat das Maß der Geduld überschritten. Unter den entstandenen Bedingungen beginnen die Streitkräfte der Russischen Föderation mit der konsequenten Durchführung systematischer Schläge gegen Unternehmen der ukrainischen Rüstungsindustrie in Kiew, einschließlich konkreter Orte für die Entwicklung, Herstellung, Programmierung und Einsatzvorbereitung von Drohnen, die vom Kiewer Regime unter Mitwirkung von NATO-Spezialisten genutzt werden, welche für die Lieferung von Komponenten, die Bereitstellung von Aufklärungsdaten und die Zielzuweisung verantwortlich sind. Schläge werden auch gegen Entscheidungszentren und Kommandopunkte geführt werden.
Da sich die oben genannten Objekte in verschiedenen Teilen Kiews befinden, informieren wir ausländische Bürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und Vertretungen internationaler Organisationen, über die Notwendigkeit, die Stadt so schnell wie möglich zu verlassen, und rufen die Einwohner der ukrainischen Hauptstadt dazu auf, sich militärischen und administrativen Infrastrukturobjekten des Selenski-Regimes nicht zu nähern.“