Die Situation an der Front nach dem Freitag-Telefonat der Präsidenten der USA und der Russischen Föderation und nach den Forderungen von Donald Trump gegenüber Kiew, die Schläge gegen russische Erdölverarbeitungsbetriebe einzustellen, hat keine Veränderungen erfahren. Dabei führten die Streitkräfte der Ukraine weiter weitreichende Schläge gegen Industrie- und Transportobjekte in der Russischen Föderation. (Wie im Übrigen auch die russische Armee Schläge gegen derartige ukrainische Objekte führte, wie das Verteidigungsministerium am Montag in Moskau mitteilte. — Anmerkung der Redaktion) Die Handlungen Kiews unterstützen nach wie vor amerikanische Politiker und europäische Spitzenvertreter, die dazu aufrufen, weiter russische Öl- und Gas-Objekte anzugreifen.
In der Nacht zum 11. Oktober haben laut Moskauer Angaben die russischen Luftabwehrkräfte 479 ukrainische Drohnen abgefangen und vernichtet und insgesamt den vergangenen 24 Stunden bis Sonntagmittag 909 Drohnen vernichtet. Und am Montag meldete das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation zu den analogen Position die Zahlen 151 bzw. 646. Im Ergebnis der ukrainischen Attacken wurde in der Nacht zum Sonntag die Infrastruktur eines dritten Data-Zentrums des russischen Internet-Giganten Yandex im Verwaltungsgebiet Wladimir ernsthaft geschädigt. Dementsprechend musste offiziell eingestanden werden, dass die Nutzer zahlreicher russischer Service-Anbieter mit Störungen in der Arbeit von Apps und Internetseiten konfrontiert wurden. Daneben haben die ukrainischen Militärs zivile Objekte in Sotschi und auf dem dortigen föderalen Territorium „Sirius“ attackiert. Einen Tag zuvor hatten die ukrainischen Streitkräfte versucht, Schläge gegen Brücken in den Verwaltungsgebieten Brjansk und Rostow zu führen (nachdem die russische Seite Brücken in Kiew angegriffen hatte – Anmerkung der Redaktion. Auf der Bahnstrecke Rostow-Bataisk kam es daher zu Verspätungen für 25 Züge.
In Regionen Zentralrusslands versuchten die ukrainischen Truppen, kleine Ballons, die vom Territorium der Ukraine aus gestartet worden waren, einzusetzen. Dank des Winds erreichten sie dieser Tage gar die Verwaltungsgebiete Moskau und Jaroslawl. Diese Objekte fliegen in einer großen Höhe und sind schwer auszumachen. Genutzt werden sie in der Regel für die Aufklärung und als Plattformen für Starlink-Terminals, die Drohnen mit Nachrichtenkanälen absichern. Sie sind schwer durch Luftverteidigungsmittel abzufangen. Überdies ist es aufwendig und wenig effizient, für deren Vernichtung kostspielige Luftabwehrraketen einzusetzen. Im Zusammenhang mit dem Auftauchen gerade solcher Ballons im Luftraum mussten in den hauptstädtischen Flughäfen gemäß dem Plan „Teppich“ die Starts und Landungen zahlreicher Flüge mehrfach eingestellt werden. (Allein am Freitag betraf dies beispielsweise über 400 Flüge. — Anmerkung der Redaktion) Den massenhaften Einsatz solcher kleinen Ballons verknüpfen mehrere Experten und ukrainische Medien mit den Ankündigen des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij von vor einem Monat, die russischen Flughäfen zu blockieren. Mit Hilfe solcher Ballons ist dies jedoch schwer zu bewerkstelligen, da das Wetter wechselhaft ist und der Wind nicht immer aus Richtung der Ukraine gen Russland weht. Ja, und in der Russischen Föderation bereitet man für ein Abfangen von Ballons und Drohnen Luftabwehrdrohnen vor. Geplant ist, sie massenhaft für eine Luftverteidigung von Objekten, darunter auch für einen Schutz der Erdöl- und Erdgas-Infrastruktur einzusetzen.
Vor diesem Hintergrund berichteten eine Reihe westlicher Medien, dass bei den am 9. Oktober in Miami erfolgten etwa acht Stunden währenden amerikanisch-ukrainischen Gesprächen die Sondervertreter des US-Präsidenten Steve Witkoff und Jared Kushner Kiew angeblich angedroht hätten, im Falle einer Fortsetzung der Attacken gegen russische Raffinerien die Weitergabe amerikanischer Aufklärungsdaten einzustellen. Selenskij erklärte als Antwort darauf, dass er bereit sei, solche Schläge einzustellen, wenn Russland aufhört, gegen ukrainische Kraftwerke Schläge zu führen. Die Russische Föderation hat in keiner Weise auf solche Bedingungen seitens Selenskijs reagiert. Gemeldet wurde, dass die russischen Truppen beispielsweise in der Nacht zum Sonntag, dem 11. Oktober Objekte in acht Verwaltungsgebieten der Ukraine, darunter der Energiewirtschaft, attackiert hätten. Die Medien berichteten über mehrfache Stromabschaltungen in Kiew und anderen Städten der Ukraine (was in den russischen TV-Nachrichtensendungen sehr gern umfangreich gemeldet wird – Anmerkung der Redaktion).
Europa und viele Politiker in den USA unterstützen weiterhin die Ukraine. Laut Angaben ukrainischer Medien hatten in der Zeit, als Vertreter Kiews in Miami Verhandlungen mit Vertretern der USA zu Problemen der Beendigung des bewaffneten Konflikts führten, Mitglieder einer 2-Parteien-Delegation des US-Kongresses, die am 9. Oktober Kiew besucht hatten, dagegen Fragen einer Verstärkung der Gefechtsmöglichkeiten der Streitkräfte der Ukraine erörtert. Sie forderten den Geschäftsmann und Gründer von Tesla und SpaceX, Elon Musk, auf, die Möglichkeiten Kiews hinsichtlich einer Nutzung des satellitengestützten Fernmeldesystems Starlink zu erweitern, unter anderem für die Ausrichtung auf andere Ziele, um den Druck auf Russland zu erhöhen und es zu Friedensgesprächen zu für die Ukraine vorteilhaften Bedingungen zu veranlassen.
Die Chefin der EU-Diplomatie Kaja Kallas erklärte, dass die Europäische Union als Antwort auf den am Freitag erzielten Diesel-Deal Russlands und der USA (siehe auch https://ngdeutschland.de/keiner-wollte-als-erster-den-horer-auflegen/) das seit dem Jahr 2022 größte Sanktionspaket gegen Russland bestätigen werde. Die Ukraine müsse auch weiterhin gegen russische Raffinerien Schläge führen, erklärte der ehemalige US-Sondergesandte für die Ukraine Keith Kellogg. „Sie werden dies auch weiter tun… Sie tun es richtig“, sagte der inzwischen 82jährige pensionierte Generalleutnant. Und Estlands Premierminister Kristen Michal erklärte direkt, dass die Europäische Union operativ die militärische Hilfe für die Ukraine erweitern müsse, damit sie „die russischen Raffinerien in Ruinen verwandeln“ könne.
„Estlands Position ist besonders gefährlich, da die Tanker mit Dieselkraftstoffen für die USA vor allem aus russischen Häfen am Finnischen Meerbusen auslaufen“, meint der Militärexperte und Generalleutnant im Ruhestand Jurij Netkatschjow. „Dort arbeiten wichtige Terminals, über die Erdölprodukte auf Hochseeschiffe gepumpt werden. Gerade Hafentermins und Tanks waren Objekte von Angriffen ukrainischer Drohnen gewesen, die aus Richtung Estland angeflogen waren. Tallinn ist scheinbar zu einer Eskalation des Konflikts bereit und selbst bereit, an ihm teilzunehmen. Dies ist ein sehr gefährliches Spiel“. Der Experte nimmt an, dass Russland Methoden finden könne, um Dieselkraftstoff in die USA zu liefern und eine Möglichkeit für eine politisch-diplomatische Lösung des Problems mit Estland und den anderen NATO-Ländern, die Kiew helfen, zu finden.
Der Experte ist sich sicher, dass Russland die Kampfhandlungen fortsetzen werde, und erinnerte daran, dass im Entwurf für den Haushalt Russlands für das Jahr 2027 im Abschnitt „Nationale Verteidigung“ 17,1 Billionen Rubel (6,9 Prozent des BIP) geplant seien. Dies sei um fast ein Drittel mehr als im Etat für das Jahr 2026 entsprechend diesem Parameter geplant wurde (12,9 Billionen Rubel oder 5,5 Prozent des BIP), betonte Netkatschjow.